Einer der Bäume im Babywald in Schwerte wurde nicht einem Neugeborenen gewidmet, sondern einem Mann, der Anfang 2020 gestorben war: dem Schriftsteller Josef Reding. © Björn Althoff
Friedhof Villigst

Baum in Schwerte erinnert an gestorbenen Schriftsteller Josef Reding

In Dortmund und Castrop-Rauxel hinterließ er Spuren: der Schriftsteller Josef Reding, der im Januar 2020 im Alter von 90 Jahren starb. Doch ein Baum, der an ihn erinnert, wächst jetzt in Schwerte.

Normalerweise sind die Bäume hier neben dem evangelischen Friedhof in Villigst jungen Menschen gewidmet: oft Babys, manchmal kleinen Kindern.

Ein Babywald entsteht hier, wobei auf dem Schild auch der Zusatz steht: „und Generationenwald“.

Einer der Bäume, die am Sonntag von Verwandten und Freunden in die Erde gesetzt wurden, ist jedenfalls einem Toten gewidmet, der in der Region viele literatische Spuren hinterließ: dem Schriftsteller Josef Reding.

Der wurde am 20. März 1929 in Castrop-Rauxel geboren, machte dort nach der amerikanischen Kriegsgefangenschaft im Jahr 1951 auch sein Abitur. Und er lebte viele Jahre bis zu seinem Tod in Dortmund, wo er auch begraben ist.

Der Schriftsteller Josef Reding starb im Januar 2020.
Der Schriftsteller Josef Reding starb im Januar 2020. © Dieter Menne © Dieter Menne

Mutter und Patenkind liegen auf dem Friedhof nebenan

Doch Reding hatte familiäre Bindung nach Schwerte. Nicht nur dass seine 20 Jahre jüngere Schwester, die Künstlerin Elisabeth Stark-Reding, hier lebt. „Auch unsere gemeinsame Mutter wurde auf dem Villigster Friedhof beigesetzt“, erklärt sie. Dasselbe gelte für Josefs Nichte und einziges Patenkind.

Bereits im vierten Jahr werden Bäume unweit des Friedhofs gepflanzt, in diesem Jahr waren es 15. Schwertes Bürgermeister Dimitrios Axourgos wies in seinem Grußwort darauf hin, dass es Familien gerade in diesem Jahr nicht leicht hatten während der Corona-Zeit und dass sie viele Belastungen hatten.

Platanen und Linden erhielten ihre Plätze im entstehenden Wald. Das Schild „Josef Reding“ hängt indes an einem Rotahorn. Neben Redings ältestem Sohn Till waren mehrere Generationen vertreten, um an den Schriftsteller zu erinnern, der auch als „Asphalt-Literat“ galt.

Sie kümmerten sich um den Baum für Josef Reding (v.l.): Till Reding, Anne-Christin Lux, Carla Reding, Elisabeth Stark-Reding und Christoph Prausnitz. © Björn Althoff © Björn Althoff
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Redaktion Dortmund
Jahrgang 1977 - wie Punkrock. Gebürtiger Sauerländer. Geborener Dortmunder. Unterm Strich also Westfale.
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Björn Althoff

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