B236-Umleitungen zu früh eingerichtet: „Hier ist nur noch Chaos“

dzB236-Ausbau

Die Bergstraße ist nicht mal gesperrt, die Umleitung aber schon eingerichtet. Anwohner leiden unter dem Verkehr. Und der Fuß- und Fahrradweg „ist eine Unverschämtheit“, so eine Schwerterin.

Schwerte

, 21.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob sich das wohl ausgleicht? Während die Sperrung der Bergstraße immer weiter in die Ferne rückt, sind die dazugehörigen Umleitungen längst – und noch viel früher als geplant – eingerichtet worden.

Eigentlich sollte die Alternativroute über Bergerhofweg, Klusenweg, Westhellweg und Talweg erst ab dem 20. Mai (Mittwoch) gelten. Doch schon viel früher zeigten Verbots-, Vorfahrts- und Einbahnstraßenschilder die neuen Regeln an. Und so wirklich eindeutig scheinen die nicht, beobachtet Christian Machate oft, wenn sie mit dem Fahrrad in ihrer Wohngegend unterwegs ist.

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Fußgänger und Radfahrer aus beiden Richtungen nutzen denselben Bürgersteig

Besonders schlimm sei das am Klusenweg, der weiter nördlich zur Katholischen Akademie und unter der A1 hindurch führt. Der Fußgängerweg auf der linken Seite ist gesperrt, dafür gilt jetzt: Alle Fußgänger laufen auf einem provisorisch markierten Bereich auf der anderen Seite. In beiden Richtungen.

„Hier gehen alle her, die in den Schwerter Wald wollen. Wie soll das funktionieren bei dem schmalen Weg? Als Fußgänger geht man durch die Büsche oder muss ein Stück weit auf die Straße ausweichen“, sagt Christiane Machate.

Spätestens unten an der Unterführung kommen auch die Fahrradfahrer hinzu. Die müssen dort absteigen und ebenfalls den Bürgersteig nutzen.

Auf dem schmalen Gehweg ist nicht genug Platz für zwei Menschen nebeneinander. Spätestens an der Ampel vor der Autobahnunterführung müssen Fußgänger und Radfahrer zwangsläufig auf die Straße ausweichen.

Auf dem schmalen Gehweg ist nicht genug Platz für zwei Menschen nebeneinander. Spätestens an der Ampel vor der Autobahnunterführung müssen Fußgänger und Radfahrer zwangsläufig auf die Straße ausweichen. © Aileen Kierstein

Aber noch schlimmer, so Machate: „Die aus der Gegenrichtung steigen ab, müssen die Straßenseite wechseln und dann auf demselben Bürgersteig schieben. Gegenverkehr auf den paar Zentimetern!“ Kurz gesagt: Das ist zu gefährlich. „Und jetzt ist es noch hell. Ein halbes Jahr soll das so bleiben, wenn alles nach Plan läuft. Dann sind wir im November oder Dezember. Da müssen Fahrradfahrer und Fußgänger Angst haben.“

Einbahnstraßen, Gegenverkehr und viel Verkehr auf der Kreuzung

Hinzu kommt noch, dass auf diesem Stück des Klusenwegs jetzt auch Gegenverkehr zugelassen ist. Benachbarte Straßen sind dafür nun als Einbahnstraßen ausgewiesen, um den Verkehr zu reduzieren. „Das ist schon strategisch günstig geplant“, sagt die Schwerterin. Doch dafür drubbelt sich eben der Verkehr an der Kreuzung Westhellweg/ Klusenweg.

Immer wieder beobachtet Machate, dass Autofahrer Probleme mit der Vorfahrtsregelung an dieser Stelle haben. „Wahrscheinlich ist es nicht klar genug gekennzeichnet. Man hat das Gefühl, niemand weiß so recht wie er sich zu verhalten hat.“

Zwei neue Einbahnstraßen hat Schwerte, seitdem die Umleitung eingerichtet wurde: das Stück des Westhellwegs und den südlichen Teil des Klusenwegs.

Zwei neue Einbahnstraßen hat Schwerte, seitdem die Umleitung eingerichtet wurde: das Stück des Westhellwegs und den südlichen Teil des Klusenwegs. © Aileen Kierstein

Die Vorfahrtsstraße führt vom Westhellweg aus Richtung Holzen kommend nach rechts auf den Klusenweg in Richtung Süden. Doch die leicht versetzte Kreuzung macht es für die Autofahrer von allen anderen Seiten unübersichtlich.

Bergstraße soll laut Deges erst ab Anfang Juni gesperrt werden

Wie das wird, wenn die Bergstraße dann endgültig gesperrt wird? Wenn der Weg dann zwangsläufig durch das Wohngebiet im Schwerter Norden führt? Immer wieder hatte die Deges (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) den Termin mehrfach nach hinten verschoben. Zuletzt vom 20. Mai auf „Anfang Juni“, ohne ein konkretes Datum zu nennen. „Dass man jetzt die Schilder alle für einen Monat nicht wieder abbaut und dann aufbaut, muss ja nicht sein. Aber zuhängen, das würde doch reichen.“

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Weiterhin wird Christiane Machate täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, vom Westhellweg auf den Klusenweg Richtung Unterführung, am Tunnel absteigen und schieben, dann weiter bis nach Hörde. „Alle sagen immer, man soll Radfahrer schützen und mehr dafür tun. Und dann sieht man sowas. Ein Fußgänger reicht, um den Bürgersteig voll zu machen. Mit Gegenverkehr ist das lebensgefährlich.“

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