Der Schwerter Autor Chas York erzählt in seiner Buchserie „Der Schattenmann“ ungeschönt aus dem Leben eines Nordstädters. Nun muss er sich selbst zensieren – einige Details sind zu heftig.

Schwerte, Nordstadt

, 17.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Chaos und seine Lieblingsstadt New York: Aus diesen beiden Elementen bildet sich der Alias-Name Chas York. Seit 2018 lebt der Autor in Schwerte, bereits seit 2009 pflegte er Verbindungen in die Stadt und war hier berufstätig.

Die Leidenschaft von Björn Schubert alias Chas York ist das Schreiben. Bereits 2006 habe der heute 32-Jährige damit angefangen, sagt er. „Ich habe angefangen mit Tagebüchern, habe aber davon nichts zur Veröffentlichung gebracht“, erzählt der Autor im Gespräch.

„Fast zur Sucht geworden“

Mittlerweile sitzt er an dem neunten Buch seiner Serie „Der Schattenmann“. „Wenn ich mir tatsächlich die Zeit nehme zu schreiben, dann kann man mich auch nur sehr schwer davon abbringen. Das ist tatsächlich schon fast zur Sucht geworden. Vor allen Dingen bin ich perfektionistisch geworden“, erzählt der Autor.

Wer sich die Bücher von Björn Schubert genauer anschaut, der merkt: Er verlegt seine Bücher selbst. Warum? „Ich habe die Möglichkeiten dazu gehabt, deswegen. Es war einfach, das bei epubli selbst zu veröffentlichen. Und irgendwann habe ich mir gedacht, wage es einfach und veröffentliche es.“

Die Cover seiner Bücher hat Björn Schubert selbst gestaltet.

Die Cover seiner Bücher hat Björn Schubert selbst gestaltet. © Carina Strauss

Auch die Cover der Bücher hat er selbst gestaltet. Nicht immer ohne Hindernisse. So war der Buchrücken von „Futures End“, seinem ersten veröffentlichten Roman, noch komplett weiß. Aber durch diese kleinen Probleme ließ er sich nicht aufhalten.

Der Schattenmann – ungeschönt und nicht unumstritten

Das aktuelle Projekt von Björn Schubert „Der Schattenmann“ basiert auf den Tagebüchern und Erlebnisberichten von David Dündaz. Der Name ist erfunden, die Person dahinter, die in der Dortmunder Nordstadt aufgewachsen ist, ist echt.

Die Bücher begleiten das Leben und die Entwicklung des jungen David von der Geburt bis in die heutige Zeit, geprägt von einer schwierigen Kindheit und Vorurteilen. Dabei erzählt Schubert die Geschichte so wie sie ist „Es ist sehr sehr detailgetreu. Aber die Person möchte, dass es so ist, dass es so beschrieben wird“, so Schubert.

Schubert muss seine Bücher jugendfreier machen

Doch genau diese Details führen nun dazu, dass Schubert seine Bücher noch einmal komplett überarbeiten und zensieren muss: „Von der Self-Publishing-Plattform wurde angemerkt, dass die sexuellen Details doch sehr stark herüberkommen, und die muss ich jetzt jugendfreier machen", so Schubert. Deswegen muss der Autor nun achteinhalb Bücher überarbeiten.

Auch seine Zeichensetzung sorgt hin und wieder für Irritation. Beim Blick in „Der Schattenmann“ fällt auf, dass die Kommasetzung irgendwie nicht passt. Ein Umstand, auf den Björn Schubert schon oft hingewiesen wurde. Aber das ist volle Absicht und hat rein praktische Gründe. „Die Kommasetzung ist so gewollt, die hilft mir beim Vorlesen. Eigentlich sollte man diese Kommata gar nicht beachten.“

2 Sätze = 6 Seiten

Björn Schubert schreibt die Geschichte von David Dündaz anhand von Aufzeichnungen auf. Wer jetzt denkt, dass er einfach Tagebucheinträge in eine schöne Form bringen musste, der irrt. „Die Sachen, die er mir geschickt hat, waren teilweise Telegramsätze, ohne Gefühl, ohne irgendwas und ich baue dann Gefühl mit ein und erzähle es quasi so, als wäre es meine eigene Geschichte“, erklärt Schubert.

Bei dem ersten Buch sei das besonders schwierig gewesen. „Ich habe immer höchstens zwei Sätze an Tagebucheinträgen bekommen und ich musste diese zwei Sätze auf mindestens fünf bis sechs Seiten rausziehen.“

Der Schattenmann gibt nicht nur die Geschichte des Protagonisten wieder

„Der Schattenmann" gibt aber nicht nur die Geschichte des Protagonisten wieder, der in der Dortmunder Nordstadt aufgewachsen ist, sondern spiegelt gleichzeitig auch die Geschichte der Stadt Dortmund wieder. Hier und da lässt Schubert Bilder mit einfließen, die die Stadt früher zeigen.

Und auch historische Ereignisse fließen in die Geschichte ein. Zum Beispiel im ersten Teil, der die Jahre 1988 bis 1998 wiedergibt, der Kosovo-Krieg, später dann der 11. September 2001.

Science-Fiction-Serie machte den Anfang

Doch bevor es den Schattenmann überhaupt gab, begann Björn Schubert eine Science-Fiction Serie. „Futures End – Vergangenheit=Zukunft“ war das erste Buch der ersten Serie, die er rausgebracht hat. Eine Geschichte, die er im Jahr 2016 geschrieben hat. Es geht um das Thema Zeitreisen.

„Wir alle haben wahrscheinlich schon mal den Gedanken gefasst, ach wenn wir doch die Möglichkeit hätten, eine Zeitmaschine zu bauen, dann würden wir doch wahrscheinlich einige Dinge in der Vergangenheit verhindern.“ Doch die Zeitreisen der Protagonisten haben ungeahnte Folgen für die Gegenwart.

Das nächste Projekt nach dem Schattenmann soll wiederum eine fiktive Geschichte werden. Diesmal allerdings ein Krimi. Es soll um einen Polizisten aus Deutschland gehen, der nach New York geht und dort für das NYPD arbeitet. Die Idee zu dieser Geschichte stammt noch aus der Kindheit von Björn Schubert. „Die Idee ist quasi beim Spielen mit meiner Schwester entstanden.“

Björn Schubert dreht auch eigene Dokumentationen

Björn Schubert schreibt aber nicht nur Geschichten, seien es nun fiktive oder biografische, er dreht auch selber Dokumentationen und unterlegt diese mit seiner eigenen Musik. Auch hier denkt er wieder praktisch: „Wegen der Gema darf man ja nicht einfach irgendwelche Musik benutzen. Deswegen mache ich einfach eigene Musik.“

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