Die Tankwagen am Ruhrtalradweg fallen vor allem Radfahrern und Spaziergängern auf. © Köpke

Auffällige Tankwagen mit lustigen Sprüchen am Ruhrtalradweg: Wem gehören sie?

Am Ruhrtalradweg in Westhofen fallen sie auf: Radfahrer und Spaziergänger sehen dort immer wieder Tankwagen mit fröhlichen Sprüchen. Aber wo kommen sie her und wem gehören sie?

Die meisten Lastkraftwagen tragen auf ihren Anhängern den Namen ihrer Spedition als Werbung mit sich. Am Gelände der Wasserwerke Westfalen in Westhofen sieht man aber eher ungewöhnliche Fahrzeuge.

Die dort stehenden Tankwagen tragen Sprüche wie „Junge komm bald wieder“ oder „Bei uns im Pott is‘ die Kohle schwatt“ und entlocken so manchem Radfahrer oder Spaziergänger ein Schmunzeln. So auch Hannes Köpke: „Ich gehe dort immer spazieren und finde es spannend, wenn da wieder neue Lkw stehen.“

Auch Radfahrer, die aus Hagen kommend den Ruhrtalradweg entlangfahren, werden von den Sprüchen begrüßt. Doch was genau transportieren die Tankwagen eigentlich – und wem gehören sie?

Fachspedition liefert Aktivkohle

Auf diese Fragen hat Tanja Vock, Sprecherin der Wasserwerke Westfalen, die Antworten. „Es handelt sich dabei um die Fachspedition Gier aus Ratingen. Die Spedition liefert uns Aktivkohle für die Weitergehende Aufbereitung, die bald fertiggestellt wird.“

Dabei handelt es sich um ein modernes Filtersystem zur Wasseraufbereitung, für das in einem der fortgeschrittenen Schritte der Aufbereitung die Aktivkohle benötigt wird. Dadurch werden die Vorgaben des Programms „Reine Ruhr“ des Landes Nordrhein-Westfalen umgesetzt.

Die Tankwagen enthalten Aktivkohle für die neue Anlage der Wasserwerke Westfalen. © Köpke © Köpke

Und eben diese Aktivkohle liefert die Spedition Gier. In mehreren Fuhren aufgeteilt, wurden die Wasserwerke beliefert. Danach werden die Wagen mit den ulkigen Sprüchen erst einmal wieder verschwinden. Aber: „Alle zwei Jahre muss die Aktivkohle ausgetauscht werden. Dann wären die Wagen noch mal in Westhofen zu sehen – und sicher wieder mit neuen Sprüchen.“

Speditionschef braucht keine Werbung

Beim Speditionschef hat Vock einmal nachgefragt, warum er solche Sprüche auf seinen Wagen hat, statt wie üblich der Werbung für die Spedition selbst. Die Antwort ist simpel: „Er braucht einfach keine Werbung für sich zu machen. Die Tankwagen, die er einsetzt, sind sehr selten und so gibt es für ihn keinen Wettbewerb.“

Die Anhänger der Fachspedition Gier zeigen unterschiedliche Sprüche. © Köpke © Köpke

Sein Motto sei, zu machen, worauf er Lust habe. Und so komme auf die Wagen immer ein Spruch, der ihm gefällt oder zu einem Thema, das ihn aktuell beschäftige. „Arsch huh, Zäng ussenander“ (Arsch hoch, Zähne auseinander) zum Beispiel ist eine Kölner Kampagne gegen Rechte Gewalt.

Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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