Auch Schwerte wollte Schwimmen in Ruhr erlauben

Baden im Baldeneysee

Das strikte Badeverbot in der Ruhr ist für einen 50 Meter langen Abschnitt des Essener Baldeneysees aufgehoben - jüngst war die Eröffnung des Badebereiches. Auch in Schwerte wollte man die Ruhr teilweise für Badegäste öffnen. Das Vorhaben ist aber vor etwa zwei Jahren gescheitert.

SCHWERTE

, 25.05.2017, 08:28 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch Schwerte wollte Schwimmen in Ruhr erlauben

Baden an der Ruhr: Möglich, aber verboten.

Mit knapper Mehrheit hatte die SPD im August 2015 einen Prüfantrag im Generationenausschuss durchbekommen. Die Verwaltung sollte prüfen, ob man einen Badestrand an der Ruhr einrichten konnte. „Die Ruhr ist eine unserer Stärken, die muss man ausbauen“, sagte damals SPD-Stadtverbandschef Heinz Haggeney.

Strandbad-Idee wurde von mehreren Seiten kritisiert

Daraus wurde aber nichts. Neben Bedenken zu Fragen der Haftung vonseiten der CDU und Umwelt-Argumenten von den Grünen machten vor allem rechtliche Hindernisse den Genossen einen Strich durch die Rechnung.

Das Ufer gehört nämlich seit den 90er-Jahren nicht mehr der Stadt, sondern dem Sportangelverein. Und der hielt auch wegen Begleiterscheinungen wie Umweltzerstörung und Müll durch die Badegäste so gar nichts von dem Strandbad.

An vielen Stellen der Ruhr ist Baden möglich - aber verboten

„Ich habe bisher nichts davon gehört, dass die Stadt ein Strandbad an der Ruhr plant“, gab am Donnerstag Stadtsprecher Carsten Morgenthal auf Anfrage bekannt. Dafür müsste sie auch erst einmal einen Antrag beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) einreichen.

Wie auch im Essener Baldeneysee müsste in Schwerte dann ein Frühwarnsystem eingerichtet werden, das die Wasserqualität an den entscheidenden Stellen misst. „Damit soll“, so Markus Rüdel vom Ruhrverband, „die Hygiene des Flusses sichergestellt werden.“ Grundsätzlich sei das Baden an vielen Stellen der Ruhr durchaus möglich, sagt Markus Rüdel. Allerdings sei das „wilde Baden“ verboten.

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Baden in der Ruhr schadet Umwelt und kann gefährlich sein

Von einem Badegang in die Ruhr rät auch Birgit Kalle, Pressesprecherin des Kreises Unna, ab. „Möglicherweise begibt man sich in Lebensgefahr“, sagt sie. Durch Strömungen und die ungewisse Tiefe des Gewässers könne man leicht ertrinken. Zudem zerstöre man die örtliche Fauna am Ufer.

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