Gerald Scariot vor dem "großen Feld" auf dem die Stadt eine neue Gesamtschule bauen möchte. Er hat, wie viele seiner Nachbarn, große Bedenken gegen den Bau. © Heiko Mühlbauer
Theodor-Fleitmann-Gesamtschule

Anwohner zum Neubau der Theodor-Fleitmann-Schule: „Wir wollen Mitspracherecht“

Neubau oder Ausbau? Zwischen Politik und Verwaltung herrscht noch Uneinigkeit über die Zukunft der Theodor-Fleitmann-Schule. Nun melden sich auch Anwohner des Alternativstandorts zu Wort.

Ausbauen, sanieren oder doch komplett neu bauen? Es herrscht Uneinigkeit über die Zukunft der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule in Schwerte-Holzen. Die Verwaltung der Stadt hatte sich im Anschluss einer in Auftrag gegebenen Untersuchung für einen Neubau der Schule am großen Feld in Holzen ausgesprochen. Die Mitglieder des Bauausschusses dagegen waren sich nicht einig. Zuletzt vertagte man die Entscheidung auf die Ratssitzung am 5. Mai.

Anwohner verärgert über Verwaltung der Stadt

Bislang außer Acht gelassen wurden bei der Entscheidungsfindung allerdings die Holzener Anwohner der anliegenden Straßen Zum Prinzenwäldchen und Zum Großen Feld, die von dem Vorhaben der Verwaltung erst durch die Berichterstattung dieser Zeitung erfuhren. „Ich bin etwas erzürnt darüber, dass die Verwaltung auf eine so kurzfristige Entscheidung gedrängt hat“, so Anwohner Gerald Scariot.

Mehrere betroffene Anwohner trafen sich am vergangenen Sonntag unter Einhaltung der Corona-Auflagen, um ihre Sorgen über den geplanten Neubau zu besprechen. „Ich habe mir die Konzepte der Stadt im Internet angeschaut und bin der Meinung, dass einige Punkte noch nicht zu Ende gedacht sind“, so Scariot. Er stellt klar: „Ich spreche hier nicht als Repräsentant der ganzen Gruppe, sondern als interessierter Bürger.“

„Wir wollen ein Mitspracherecht“

Bei der Überprüfung der Verwaltungsunterlagen fielen Gerald Scariot gleich mehrere Punkte ins Auge, die seiner Ansicht nach einer genaueren Überprüfung unterzogen werden sollten. Einer sei die jetzt schon desolate Parkplatzsituation in Schwerte-Holzen, die durch einen Schulbau weiter verschlechtern würde.

Auch der Wegfall des grünen Rückzugsgebietes für die Anwohner und das fehlende Klimakonzept des Neubaus stören Scariot. „Wenn etwas gebaut wird, dass die allgemeine Situation hier eher verschlechtert, dann wollen wir zumindest ein Mitspracherecht“, fasst er zusammen und gibt zu bedenken: „Wer drängt auf eine so eilige Entscheidung, statt alles gründlich zu prüfen?“

Fehlende Kommunikation in der Politik

Auch Ratsmitglied Uwe Görke-Gott aus dem SPD-Ortsverein Schwerte-Holzen nahm an der Bürgerinformation der Anwohner teil, um sich ein Bild des Ärgers zu machen. Görke-Gott ärgert sich vor allem über die fehlende Kommunikation zwischen Verwaltung, Rat und Bürgern: „Ich kann den Ärger der Anwohner verstehen, lasse mir und der SPD den Schuh aber auch nicht alleine anziehen.“

Görke-Gott, der erst seit dieser Periode im Rat vertreten ist, habe selbst erst vor drei Wochen vom Vorhaben der Verwaltung Wind bekommen. „Den Auftrag zur Untersuchung der Kosten hat noch der alte Rat in Auftrag gegeben“, berichtet der SPD-Mann. „Über die Neubaupläne für genau diesen Standort wurden wir erst kürzlich informiert. Sonst wäre das Thema auch Schwerpunkt im Wahlkampf geworden.“ Auch innerhalb der SPD sei man bezüglich des Neubaus gespalten. Die Vertagung der Entscheidung auf die Ratssitzung am 4. Mai begrüßt Görke-Gott: „Wir müssen die Bürger vor dem Absegnen eines solchen Vorhabens mit einbeziehen.“

Für die betroffenen Anwohner bleibt also noch Zeit, um sich selber in die Diskussion um die Theodor-Fleitmann-Gesamtschule einzubringen. Bei der Ratssitzung am kommenden Mittwoch (24.2.) in der Aula des Friedrich-Bährens-Gymnasiums will Gerald Scariot gemeinsam mit anderen Anwohnern Präsenz zeigen: „Wir wollen gemeinsam an der Ratssitzung teilnehmen, die Debatte verfolgen und auch unsere Standpunkte in die Debatte einfließen lassen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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