Amtsgericht wurde zum Klassenraum

Rechtskunde

Der Zuschauerbereich im Sitzungssaal 103 des Amtsgerichts Schwerte war am Montagvormittag ungewöhnlich voll: Die Schüler der Rechtskunde-Arbeitsgemeinschaft der Gesamtschule verfolgten die Verhandlungen. Seit Anfang des Schuljahrs steht Rechtskunde auf ihrem Stundenplan.

SCHWERTE

von Von Jan Büsse

, 17.01.2011, 14:18 Uhr / Lesedauer: 1 min
Spannender Ortstermin für die Gesamtschüler im Amtsgericht.

Spannender Ortstermin für die Gesamtschüler im Amtsgericht.

„Besonders spannend war gleich der erste Fall“, erzählt Alexandra. Es ging um Bedrohung. Die Angeklagte soll ihrem Gerichtsvollzieher gedroht haben. Eine Kaffeekanne war wohl auch im Spiel. Dass sie vor Gericht auf einen Lügendetektor-Test bestand, sorgte bei den jungen Rechtsschülern dann für Erheiterung. „So was gibt es nur bei Barbara Salesch“, sagt Marisa und lacht. „Die Rechtskunde AG ist wirklich eine gute Sache. Viele Leute, die vor Gericht erscheinen müssen, wissen gar nicht, was sie erwartet“, sagt die Amtsrichterin. Kurz zuvor hat sie das Urteil in einem Verkehrsprozess verkündet. Ein Mofa und ein Bus waren kollidiert. 200 Euro Strafe, zahlbar in Raten, lautet das Urteil gegen den Busfahrer. „Gerecht“, findet Alexandra.

Überhaupt bekommt die Richterin gute Noten. „Sie macht das einfach klasse“, lobt Daniela. Ob sie sich den vorstellen könne, auch einmal dort oben auf dem Richterplatz zu sitzen? „Eher nicht“, sagt sie und lächelt. Bei Alexandra sieht das anders aus. „Ist schon ein spannender Beruf. Vielleicht ist das was für mich“, sagt sie. In diesem Jahr sind die Rechtsinteressierten vornehmlich weiblich. Nur ein männlicher Teilnehmer ist in der AG dabei. „Das ist aber ganz unterschiedlich“, erklärt Reinhard Müller. Am Donnerstag geht es dann in die Nachbesprechung des Gerichts-Termins. Alles, was recht war, wird dann ausführlich diskutiert.

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