Allein das Grundstück für eine Sportarena im Wandhofener Bruch würde Millionen kosten

dzGewerbegebiet Wandhofener Bruch

Die CDU-Fraktion ließ sich über das entstehende Gewerbegebiet führen. Dort sind bislang 33.000 Quadratmeter für den Sportplatz reserviert. Aber auch Betriebe greifen nach Grundstücken.

Wandhofen

, 27.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die große städtische Sportarena oben über dem künftigen Gewerbegebiet Wandhofener Bruch ist im Rathaus noch ein Traumschloss. Aber für die Zuschauermassen, die ihre Befürworter zu den Tribünen pilgern sehen, ist schon Vorsorge getroffen. „Wir haben extra den Bürgersteig auf 2,50 Meter verbreitert“, sagte der Christoph Gutzeit, Prokurist der Wirtschaftsförderung Kreis Unna (WFG), als er die „CDU-Fraktion vor Ort“ am Montagabend durch das Gelände führte: „Ursprünglich war er schmaler geplant.“

Allerdings gilt dieses XL-Format erstmal nur für die ersten 200 Meter vom Straßenbeginn an der Wandhofener Straße an - etwa bis zu der Stelle, wo am Rand der Portalkran des Hoesch-Presswerks herüberschaut. Dort endet der erste Ausbauabschnitt.

Zum Quadratmeterpreis von 95 Euro zu verkaufen

Von „Überraschungen, die uns erreichen“, hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Marco Kordt in seiner Begrüßung gesprochen, als er die Nachricht erwähnte, dass in dem Gewerbegebiet „gegebenenfalls eine Sportarena entstehen soll“. Eigentlich sollte das Gelände doch dazu dienen, um Gewerbe und Arbeitsplätze anzusiedeln.

Doch davon hat die WFG bislang 33.000 Quadratmeter für die Arena reserviert, wie Gutzeit berichtete. Diese Fläche werde nicht billiger zu haben sein als die Grundstücke, die Unternehmen verkauft werden. 95 Euro pro Quadratmeter muss die WFG wohl sehen, um die Kosten für den gesamten Grunderwerb von Hoesch und die Erschließung des Wandhofener Bruchs wieder einzuspielen.

Für das Baugelände der Sportanlage würde das hochgerechnet 3,135 Millionen Euro bedeuten. Gutzeit bat um eine „schnelle Entscheidung“ seitens der Politik. Denn die WFG habe bis jetzt schon 6 Millionen Euro vorfinanziert. Für den Sportplatz seien „alle Modelle denkbar“ - vom Verkauf bis zur Erbpacht.

Allein das Grundstück für eine Sportarena im Wandhofener Bruch würde Millionen kosten

Über den Entwicklungsstand des künftigen Gewerbegebietes Wandhofener Bruch informierte sich die CDU-Fraktion vor Ort. Die Erschließungsstraße glänzte frisch asphaltiert. © Reinhard Schmitz

Über die Nachfrage von Unternehmen für die Ansiedlung im Wandhofener Bruch konnte Gutzeit „nicht klagen“. Zwei Kaufverträge - einer davon von einem Betrieb aus der Kommunikationsbranche - lägen bereits vor. Zum aufgerufenen Quadratmeterpreis von 95 Euro, denn Gewerbeflächen seien nunmal heutzutage ein knappes Gut.

Die WFG hofft, sie noch um ein Stück Wiese erweitern zu können, die bislang noch dem angrenzenden Hoesch-Werk gehöre. Das habe dort mal sein Walzwerk vergrößern wollen, berichtete Gutzeit. Es gehe um 9.000 Quadratmeter. Vom Gewerbegebiet überbaut würden auch Flächen an der Mauer zur Eisenbahnstrecke Hagen-Schwerte, die derzeit noch als Kleingärten genutzt werden.

Freigehalten hat die WFG die Trasse, auf der die Stadt irgendwann einmal den Bau einer Nordtangente Richtung Bahnhof plant. Außerdem hatte man dem Hoesch-Werk angeboten, am hinteren Ende seines Geländes eine zusätzliche Auffahrt zu der neuen Erschließungsstraße anzulegen. Das sei aber abgelehnt worden, sagte Gutzeit.

Erschließung wird in dieser Woche abgeschlossen

391 Tage, nachdem sich die CDU-Fraktion noch im Matsch mit dem WFG-Prokuristen im Wandhofener Bruch getroffen hatte, hat sich viel getan. Das spürten die Besucher schon an den heißen Sohlen: Frisch asphaltiert und klebrig glänzte die Erschließungsstraße, die sich von der Wandhofener Straße in einem Winkel Richtung Holzstraße bewegt. Dort gibt es aber keine Anbindung, um das Wohnbegiet vor Verkehrsbelastung zu schonen.

„Die Erschließung wird diese Woche fertig“, kündigte Gutzeit an. Seit dem Februar seien 1,85 Millionen verbaut worden. Das Gute: „Die Planungskosten sind 1:1 aufgegangen.“ Auch wenn am Anfang noch eine dicke Zusatzrechnung kam, weil unvorhergesehene Hinterlassenschaften auf dem Gelände auftauchten, das jahrzehntelang als Hoesch-Erweitungsfläche gegolten hatte. Im Erdreich waren Bauschutt, dicke Betonklötze, Plastik und Metall verborgen, die teuer entsorgt werden mussten.

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