Abwasser floss in Wannebach: Ursache nun bekannt – Meldekette versagte

dzVerstopfter Abfluss

Im April sorgte ein verstopfter Abfluss dafür, dass Abwasser in den Wannebach floss. Jetzt ist bekannt, warum der Kanal verstopfte – und warum die Meldekette nicht richtig funktionierte.

Schwerte

, 08.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 26. April führte ein verstopfter Kanal dazu, das häusliches Abwasser am Westhellweg in den Wannebach gelangte. Nun kennen die Stadtwerke den Grund für den Zwischenfall und räumen ein, dass die Kommunikation zwischen den Verantwortlichen fehlerhaft war.

Schotter im Kanal, der Ursprung ist noch ungeklärt

Einen Grund für die Verstopfung des Kanals konnte Markus Borchert von der Stadtentwässerung Schwerte (SEG) einen Tag nach dem Vorfall noch nicht nennen, wenige Tage später dann das Ergebnis: „Wir haben Schotter im Kanal gefunden.“

Bislang unbekannt ist allerdings die Herkunft des Gesteins: „Wir können uns noch nicht erklären, wie der Schotter in den Kanal kam.“ Borchert vermutet, dass der durch eine Baustelle in der Umgebung in den Abfluss gelangte.

Eine weitere Untersuchung der Abschnitte im Bereich Westhellweg/Rosenweg soll Klarheit bringen.

Während der Saugwagen des Umweltdienstleisters die Verstopfung des Kanals behob, floss das Abwasser bis in den Wannebach.

Während der Saugwagen des Umweltdienstleisters die Verstopfung des Kanals behob, floss das Abwasser bis in den Wannebach. © privat

Laut Borchert verband sich der Schotter im Kanal mit anderen Stoffen im Abwasser und verstopfte schließlich das Rohr. Bei einem Durchmesser von 40 Zentimetern brauche es nicht viel Material dafür.

„Am 27. März wurde der betroffene Abschnitt noch gespült, das muss also innerhalb von drei bis vier Wochen passiert sein“, ist Markus Borchert überzeugt.

Meldekette wurde nicht eingehalten

Borchert räumt ein, dass die Kommunikation mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises nach dem Vorfall nicht optimal verlief. So wurde am Morgen nach dem Vorfall zwar ein Mitarbeiter durch Borchert über den Zwischenfall informiert, jedoch erreichte diese Information nicht Sachgebietsleiter Marten Brodersen.

Das lag laut Brodersen daran, dass die Meldekette nicht eingehalten wurde. „Wenn der Anfangsverdacht einer Verunreinigung von Gewässern besteht, soll die Meldekette abgearbeitet werden“, merkt Brodersen an.

In diesem Fall hätte der Umwelt-Dienstleister der SEG unmittelbar die Leitstelle des Kreises informieren müssen, die wiederum Feuerwehr und Wasserbehörde alarmiert. Brodersen vermutet, dass beim verantwortlichen Mitarbeiter des Dienstleisters lediglich Unkenntnis über das genaue Vorgehen herrschte.

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Nachdem der Vorfall am Westhellweg der Wasserbehörde dann geschildert wurde, entschied Brodersen anhand der Indizien, dass kein weiteres Handeln der Behörde notwendig ist.

Vorsorglich seien dennoch auch die Wasserwerke informiert wurden.

Wasserversorgung nicht betroffen

Tanja Vock von den Wasserwerken Westfalen sagt dazu: „Das Ruhrwasser für die Trinkwasserproduktion war davon nicht betroffen.“ Da der Wannebach erst hinter dem Wasserwerk Villigst in die Ruhr fließt, sei kein Handeln der Wasserwerke nötig gewesen.

Nach diesem Ereignis ist Marten Brodersen allerdings davon überzeugt: „Die Beteiligten wurden für die Zukunft sensibilisiert.“

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