A1-Brücke: Im Pilgerschritt über die Ruhr

WESTHOFEN Regen und Nebel hüllen die Dortmunder Hohensyburg in ein undurchsichtiges Grau. Die Autos auf der A1 fahren mit Tempo 60 durch die Baustelle über der Ruhr. Unter dem Stahl und Beton steht Bauleiter Michael Neumann und erklärt uns das Großprojekt.

von Von Jens Krömer

, 16.07.2008, 18:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alte Brücke (rechts) und neue Brücke (links) - und dazwischen  Bauleiter Michael Neumann.

Alte Brücke (rechts) und neue Brücke (links) - und dazwischen Bauleiter Michael Neumann.

Bau im Pilgerschrittverfahren

Bau im Pilgerschrittverfahren

„Die Ruhrbrücke hier auf der Autobahn 1 bauen wir im Pilgerschrittverfahren“, erklärt Bauleiter Michael Neumann (46). Er ist als Ingenieur für den Landesbetrieb Straßenbau tätig und für die Gesamtheit der Baumaßnahmen verantwortlich. Bei diesem besonderen Verfahren werde die Brückenkonstruktion nicht kontinuierlich in nacheinander folgenden Abschnitten hergestellt, sondern auf der einen Seite ein Stück, dann in der Mitte, dann am Ende.Weil die bereits bestehende Stahlkonstrukion auf diese Weise mit dem Beton gleichmäßig und ausgewogen belastet wird, entstehen keine Risse im Stützbereich über den Pfeilern. „Dieses Verfahren wird auch bei der Herstellung von Rohren angewandt“, berichtet Michael Neumann, zum Beispiel wenn es darum gehe, nahtlose Rahmen für Fahrräder zu bauen.

Kosten: Über 90 Millionen Euro

Mehr als 90 Millionen Euro ist dem Staat die Baumaßnahme, die in drei so genannte Baulose eingeteilt ist, wert. Geld, das vor allem auch wegen der gestiegenen Stahlpreise zur richtigen Zeit investiert wurde. „Seit Beginn der Planungen für dieses Vorhaben hat sich der Stahlpreis mindestens verdoppelt“, erklärt Neumann während einer anberaumten Pressekonferenz.

Ein Vorteil des Pilgerschrittverfahrens sei auch, dass in einzelnen Segmenten gearbeitet werden könne. „Derzeit läuft der LKW-Verkehr einspurig bereits auf der neuen Brücke, während die Autos noch über die alte Ruhrbrücke fahren“, erklärt der Ingenieur. Erst, wenn die neue Brücke komplett fertig ist, werde die alte Brücke komplett entfernt. „Dann werden die beiden Brückenteile zusammen geschoben und wir haben die eine, neue, komplette Ruhrbrücke.“

Auch von der Dortmunder Hohensyburg zu sehen

Und diese ist dann auch von der Dortmunder Hohensyburg wunderbar zu sehen, einem beliebten Ausflugsziel, von dem aus man den besten Blick auf Hagen und die A1 genießt. Ab Mitte 2009 dann auch ohne Baustelle – direkt über der Ruhr. Die rot markierte Linie kennzeichnet den Brückenverlauf.

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