Zwei Schwerterinnen, die gemeinsam in der 2. Volleyball-Bundesliga spielen: Anna Hoja (li.) und Malin Schäfer (Mitte). Für Schäfer hat sich der Wechsel nach Leverkusen vor drei Jahren voll und ganz gelohnt, © imago/Beautiful Sports
Volleyball

Zwei Schwerterinnen holen Titel mit Bayer Leverkusen, dürfen aber nicht aufsteigen

Den Meistertitel haben zwei Schwerter Volleyballerinnen mit dem Werksklub aus Leverkusen geholt, mit dem Aufstieg in die 1. Volleyball-Bundesliga wird es aber nichts.

Zwei Schwerter Volleyballerinnen in Diensten des Zweitligisten Bayer Leverkusen haben es geschafft. Nach einem 3:0 über die Stralsunder Wildcats und der gleichzeitigen 1:3-Pleite der DSHS SnowTrex Köln in Emlichheim machten die Leverkusenerinnen am Wochenende die Meisterschaft in der 2. Bundesliga-Nord perfekt.

Drei Spiele sind noch zu absolvieren, doch der Vorsprung des Werksklubs ist zu groß, um den Titel noch zu gefährden. Doch richtig groß feiern konnten Anna Hoja und Malin Schäfer nicht. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Für Anna Hoja war es der dritte Titel mit Leverkusen, für Malin Schäfer der erste.

1. Bundesliga ist zu teuer

„Das ist natürlich toll, aber irgendwie auch schade“, gestand die erst 22-jährige Malin Schäfer, „wenn man Meister wird, will man ja auch aufsteigen. Aber die 1. Bundesliga ist einfach viel zu teuer, deshalb hat der Verein verzichtet.“

In diesem Jahr ist alles anders. Da wird man schon mal Meister – und keiner bekommt es so richtig mit. Natürlich wurde in Leverkusen unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt, natürlich anschließend nicht gefeiert werden. „Die Fans fehlen einfach. Die Atmosphäre ist fast so wie im Training oder bei einem Testspiel, einfach schade“, beschrieb Malin Schäfer die ziemlich nüchterne Stimmung in der Leverkusener Arena.

Als nach einer hochkonzentrierten Vorstellung des Teams von Trainer Tigin Yaglioglu die Partie gleich nach dem ersten Matchball im dritten Satz die Partie zu Ende war, verschwanden Anna Hoja und ihre Kolleginnen nach der MVP-Ehrung und der Verabschiedung schnell zum Duschen in die Kabine. Anschließend verteilten sie sich auf der Tribüne der Arena, holten ihre Tablets aus den Taschen und verfolgten live die Begegnung der Kölnerinnen in Emlichheim. Als klar war, dass Köln Federn lassen würde, wurde im kleinsten Rahmen in der großen Halle eine auf Abstand geführte „Feier“ gestartet.

Drei Spiele stehen noch an

„Meine Mama hat mich sofort angerufen hat und gesagt: das haben wir zuletzt 1998 in Schwerte geschafft“, so Malin Schäfer, die aus der Schwerter Volleyball-Familie Schäfer stammt. Vater Gunnar war über Jahre Trainer in Schwerte, Mutter Kerstin spielte jahrelang in der 2. Liga für VC Schwerte, Schwester Kira bei VV Schwerte. In einigen Tagen will Malin Schäfer zu ihren Eltern nach Schwerte fahren, die ausgefallene Feier nachholen – und ihren bislang größten Erfolg im Damen-Volleyball feiern.

Noch ist die Saison für die 1,83 m große Zuspielerin, die im vierten Jahr im Rheinland spielt und an der Uni Wuppertal Lehramt studiert, aber nicht beendet. Nach einer dreiwöchigen Pause folgen noch drei Meisterschaftsspiele. Alle natürlich ohne Zuschauerbeteiligung wegen der Corona-Maßnahmen. Das heißt. Auch ihre volleyballbegeisterte Familie darf nicht in Leverkusen live dabei sein, sondern zittert zu Hause in Schwerte mit. Allein zittern muss ja niemand mehr, der Titel ist ja bekanntlich unter Dach und Fach.

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Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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