Zumindest in NRW ist Tennis bis auf Weiteres nur noch unter freiem Himmel erlaubt. © Bernd Paulitschke
Tennis

Zum Tennis nach Niedersachsen oder Hessen – wer ist denn so verrückt?

Als die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten am Mittwoch den Lockdown verkündeten, hatte der Westfälische Tennisverband (WTV) noch gehofft, dass Tennis als Individualsportart gelte.

Verbunden mit dieser Hoffnung war die Erwartung, dass die Tennisspieler nicht von den einschneidenden Maßnahmen betroffen sind. Ganz aufgegeben hat der WTV diese Hoffnung noch nicht.

Als am Freitag die Lockdown-Details in schriftlicher Form veröffentlicht wurden, mussten die Tennisspieler aber zunächst mal akzeptieren, dass neben den Sport- auch die Tennishallen ab Montag geschlossen werden und somit keine Spiele möglich sind.

In 13 Ländern ist Tennis eine Individualsportart

Zumindest nicht in NRW. Aber bundesweit einheitlich ist die Interpretation der Verordnung in Sachen Tennis nicht. In 13 von 16 Bundesländern wird Tennis als Individualsportart interpretiert, die man unter Einhaltung der Abstandsregel zu zweit auch in der Halle ausüben darf, berichtet Oliver Manz, Cheftrainer des TC Rot-Weiß Schwerte. NRW zählt neben Rheinland-Pfalz und Hamburg allerdings zu den anderen drei Bundesländern.

So trifft die Formulierung des Deutschen Tennisbundes (DTB), „dass das Ausüben des Tennissports als Individualsportart nicht vollends eingestellt werden muss“, auf die heimischen Vereine nicht zu – zum Leidwesen des Vollblut-Tennisspielers Manz, der sich nur schwer an den Gedanken gewöhnen kann, den ganzen November kein Tennis spielen zu können.

Oliver Manz ohne Tennis – das passt nicht

Möglicherweise kommen er und seine kaum weniger tennisbegeisterte Frau Kathrin aber doch zum Spielen. „Vielleicht fahren wir irgendwo an die niedersächsische oder hessische Grenze“, sagt Manz – auch wenn er dieses Gedankenspiel selbst als „ein bisschen verrückt“ bezeichnet. Aber Oliver Manz ohne Tennis – das will einfach nicht zusammenpassen.

Bleibt noch die Frage, wie es aufgrund dieser Entwicklung mit der Wintersaison 2020/21 weitergeht. Dies will der Verband laut Homepage „nach intensiven Beratungen und bedachtsamem Abwägen der Situation zeitnah klären und kommunizieren.“

Angestrebt werde eine Durchführung des Spielbetriebs, „solange dies die Beschlüsse und Verordnungen der Landesregierung zulassen.“

Das erste Saisonspiel der Herren 30 des TC Rot-Weiß Schwerte ist ausgefallen. Am Abend vor dem für Sonntag geplanten Match zum Auftakt in die Westfalenliga-Saison sagte das gegnerische Team, der TC Castrop 06, die Partie ab, weil es im Team der Castroper einen Corona-Verdachtsfall gibt. „Es ist zwar schade, aber die Absage ist absolut verständlich“, sagte der Schwerter Mannschaftskapitän Oliver Manz.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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