Die heimischen Fußballer müssen weiter auf einen Restart warten. © Jens Lukas
Fußball

Warum Ostern für die Amateurkicker eine große Rolle spielt

Die heimische Kickerzunft ist im Wartestand. Wann geben die Politiker und die Verbände wieder grünes Licht, um auf den Fußballplatz zurückkehren zu können? Wir blicken auf mögliche Szenarien.

Seit Ende Oktober 2020 ruht in Deutschland der Amateurfußball. Der Corona-Lockdown legt seither den Spiel- und Trainingsbetrieb der Amateurkicker lahm. Die Fußballerinnen und Fußballer müssen sich in Geduld üben. Wie es weitergeht? Ungewiss. Eine Frage beschäftigt aber alle: Wann dürfen wir endlich wieder kicken?

Kein generelles Abbruchdatum

In einem Talk mit den Ruhr Nachrichten betonte Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), dass es vonseiten des FLVW ein generelles Abbruchdatum der Amateurfußballligen nicht geben wird. „Das ist aufgrund der ungleichen Größe der einzelnen Staffeln nicht möglich.“ Dafür sei Schnieders aber optimistisch, „dass wir in dieser Saison noch einmal auf dem Platz stehen werden.“

Eine komplette Saison noch zu beenden, diese Variante dürfte wohl vom Tisch sein. Im Grunde geht es nur darum, ob die Hinrunde noch durchgespielt werden kann, damit über die 50-Prozent-Regel die Spielzeit mit Auf- und Abstieg gewertet werden kann. Doch wie sieht der zeitliche Rahmen für eine Fortsetzung der Saison aus? Wir haben uns die Ligen einmal angeschaut.

Die Saison endet am 30. Juni

Rollen wir das Feld von hinten auf. Die Saison 2020/21 geht regulär bis zum 30. Juni. Der Rahmenterminplan sieht den 20. Juni als letzten Spieltag vor. Terminiert man also die noch ausstehenden Spieltage der Hinrunde vom 20. Juni nach vorne, müsste es bei Staffeln mit 16 Teams am 9. Mai mit dem 9. Spieltag weitergehen. Ausstehende Nachholspiele könnten am 2. Mai über die Bühne gehen.

Mindestens vierwöchige Vorbereitung

Rechnet man eine vierwöchige Vorbereitung dazu, alles darunter wäre nach einer so langen Pause unverantwortlich, müssten die Mannschaften spätestens nach dem Osterwochenende Anfang April mit dem Training beginnen können. In den Bezirksligen 6 mit dem SC Hennen und 8 mit dem VfL Schwerte, Geisecker SV und ETuS/DJK Schwerte wäre dies ein Zeitrahmen, der sogar noch etwas Luft hätte.

Englische Wochen

Blicken wir auf Staffeln mit 18 Teams, oder wie in der Landesliga 2 mit dem SC Berchum/Garenfeld mit 17 Teams, sieht es schon enger aus. Ein oder zwei Spieltage sowie Nachholspiele müssten dann eventuell in der Woche gespielt werden. Oder der Restart müsste eben früher beginnen.

Doch es gibt ja auch Staffeln mit noch mehr Mannschaften. Die Oberliga Westfalen umfasst in dieser Saison 21 Teams. Hier stehen noch elf Spieltage aus. Zudem müssen von weiteren sechs Spieltagen noch Nachholspieltage ausgetragen werden. Der Holzwickeder SC und der SV Schermbeck haben jeweils drei Nachholspiele. Hier wäre wohl der späteste Starttermin das Wochenende nach Ostern, der 11. April. Selbst dann wären Spiele in der Woche unumgänglich.

Der Zeitdruck wird größer

Mit entsprechender Vorlaufzeit müssten die Kicker also nach Ende des aktuellen Lockdowns in der Woche ab 8. März wieder ins Training einsteigen dürfen. Hier wäre der Verband also schon mächtig in Zeitdruck und wird bei der Politik nachdrücklich auf eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb drängen. In jedem Fall spielt das Osterfest eine wichtige Rolle. Direkt danach muss der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, sonst wird eine Annullierung der Saison immer wahrscheinlicher.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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Jörg Krause

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