Nach dem hoch-emotionalen Sieg in Warstein trugen die HSG-Spieler ihren Trainer Karsten Liese auf Händen. © Manuela Schwerte
Handball

Vor 20 Jahren: Die Himmelsstürmer der HSG Schwerte/Westhofen starten durch

Dass die zweite Mannschaft eines Vereins im Blickpunkt steht, ist nicht die Regel. Bei der HSG Schwerte/Westhofen war dies vor genau 20 Jahren jedoch der Fall - der Blick zurück auf einen Aufstieg.

Was – 20 Jahre soll das schon her sein?“ Nein, so richtig auf dem Schirm hatte Karsten Liese diesen runden Geburtstag nicht. Aber der Kalender lügt nicht: Am 24. März 2001 bejubelten die „jungen Wilden“ der HSG Schwerte/Westhofen den Aufstieg in die Handball-Verbandsliga – mit dem heute 54-jährigen Liese auf der Bank, für den es damals die erste Trainerstation war. Als „Co“ an seiner Seite fungierte damals Stefan Lindenberg, heute als Vorsitzender der TG Westhofen der Chef einer der beiden HSG-Stammvereine.

Es waren noch andere HSG-Zeiten damals. In der Regionalliga, damals die dritthöchste Spielklasse, spielte die „Erste“ der HSG um Punkte. Drei Klassen tiefer ging die „Zweite“ in der Landesliga auf Torejagd – eine Mannschaft, die als echter Sympathieträger des Vereins taugte, allein schon weil sie fast ausschließlich mit Spielern bestückt war, die aus der eigenen Jugend hervorgegangen waren.

Jubel eines Aufsteigers: Die zweite Mannschaft der HSG Schwerte/Westhofen schaffte vor 20 Jahren den Sprung in die Verbandsliga. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Akteure wie Maik Rehr, Heiko Pothmann, Matthias Nagel oder Kapitän Falk Schilling waren damals am Ball. Im Tor bildete Mischa Quass als Youngster mit Routinier Jürgen Porbeck ein prima Gespann, und mit Jan Berges und Carsten Missner, der zur Rückrunde zum Team stieß, brachten zwei Spieler der Ü30-Fraktion die nötige Portion Erfahrung in die Mannschaft.

Rote Karte und Niederlage im ersten Saisonspiel

Auch Andreas Reil war einer der Eckpfeiler des Aufstiegsteams. Dass dieser gleich im ersten Saisonspiel in Menden die Rote Karte kassierte und diese Auftaktpartie dann auch mit dem kuriosen Ergebnis von 13:15 verloren ging, war für die Schwerter Mannschaft ein ziemlich missratener Start in eine Saison, die rund ein halbes Jahr später triumphal enden sollte.

Schon am viertletzten Spieltag machte das Team das Meisterstück perfekt – der Lohn für die Mühen einer Mannschaft, über die Karsten Liese rückblickend sagt: „Die Truppe war total harmonisch und hat auch auf dem Feld richtig gut funktioniert“.

Auf die Frage, was ihm am nachhaltigsten aus der Meistersaison in Erinnerung geblieben ist, muss der Aufstiegstrainer nicht lange überlegen. „Das Spiel in Warstein“, lautet die Antwort des Coaches, der die Erklärung gleich hinterher liefert: „Die hatten damals zwei höherklassige Spieler aus Polen, die immer extra zu den Spielen angereist kamen. Für Warstein stand eigentlich von vornherein fest, dass nur sie aufsteigen würden und niemand anders.“

Hauchdünner 23:22-Sieg im Gipfeltreffen

Aber da hatten sie die Rechnung ohne die Schwerter Himmelsstürmer gemacht. Als Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung fuhren sie damals am 19. Spieltag ins Sauerland und gewannen nach hochspannenden und emotionalen 60 Minuten mit 23:22. Anschließend trugen die Schwerter Spieler ihren Trainer auf Händen. Und auch die feucht-fröhliche Busfahrt an jenem Samstagabend im Februar 2001 ist ein Aspekt der Erfolgssaison, die Karsten Liese auch 20 Jahre danach noch in lebhafter Erinnerung ist.

Gut einen Monat später war‘s dann vollbracht, der Sprung in die Verbandsliga war geschafft. Von allzu großer Nachhaltigkeit war dieser Aufstieg jedoch nicht. 2003 verließ Liese die HSG und ging nach Aplerbeck, mehrere Spieler folgten. Das Ende vom Lied: Aus personellen Gründen blieb der HSG-Führung keine andere Wahl, als die Mannschaft aus der Verbandsliga abzumelden – aber das ist eine andere Geschichte. Die Erinnerungen an den stimmungsvollen Verbandsliga-Aufstieg vor 20 Jahren nimmt allen Beteiligten dagegen niemand mehr.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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