Peter Habermann und der SC Hennen könnten mit ihrem Kontrahenten die Plätze tauschen.
Fußball-Bezirksliga

Unter Neu-Trainer Habermann hat Hennen einmal verloren – Weil die wichtigste Person fehlte

Der Trainer des SC Hennen will jetzt erstmal nicht mehr in Urlaub fahren. Denn als er vorletzte Woche an der Seitenlinie fehlte, gab's direkt eine Niederlage. Am Sonntag kommt der Tabellenzweite.

Der SC Hennen stand auf einem Abstiegsplatz in der Fußball-Bezirksliga 6. Mitte Oktober überredete dann Marvin Horn, der Sportliche Leiter, einen alten Bekannten, das Ruder zu übernehmen. Dreiviertel Jahr früher als gedacht. Seitdem läuft’s in Hennen.

Doch als Peter Habermann am vorletzten Spieltag für eine Woche in Urlaub fuhr, kassierte der Bezirksligist umgehend eine Niederlage. Am Sonntag war er wieder da – Hennen schlug den Tabellenzweiten aus SV Deilinghofen mit 3:2 und verließ die Abstiegszone. „Jetzt fahre ich erstmal nicht mehr in Urlaub“, versprach Habermann schmunzelnd.

Bitte nicht abschlagen

Er weiß es noch ganz genau. Am 14. Oktober hatte Peter Habermann das erste Training beim SC Hennen geleitet. Eigentlich sollte er erst mit dem Start in die Saison 2022/23 den Job übernehmen, doch die Bitte von Marvin Horn konnte und wollte er nicht abschlagen. „Ich war ja frei, hatte gerade beim FC Iserlohn II aufgehört“, erinnert sich der 72-Jährige, der glatt für zehn Jahre weniger durchgeht.

Für Habermann war der SC Hennen eine Herzensangelegenheit. Bereits in der Saison 2007/2008 war er zur Jahreswende gekommen und hatte den Bezirksliga-Abstieg vereitelt. Drei Jahre später führte er die Hennener sogar hoch in die Landesliga. Zwei Jahre lang war er als Coach verantwortlich. Nach zahlreichen Stationen im Senioren- und Jugendbereich in Menden, Werdohl und beim FC Iserlohn ist Habermann also wieder beim SC Hennen gelandet. „Ich bin immer da, wo es brennt“, sagte der Trainer-Routinier, der gleich in seinem ersten Spiel als verantwortlicher Trainer einen Sieg hinlegte: Drei Tag nach Amtsantritt gewann der SC mit 2:0 in Kalthoff.

Bevor er am Donnerstagabend erstmals das Training leitete, wurde Peter Habermann beim SC Hennen offiziell als neuer Trainer vorgestellt (v.li.): Co-Trainer Lukas Glingener, Sportlicher Leiter Marvin Horn, Trainer Peter Habermann sowie die Betreuer Yasar Koc und Ricky Bohn. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Und so ging’s weiter: 5:1 gegen den VfB Schwelm, 2:0 bei 57 Sinopspor Iserlohn, 2:2 gegen Voerde. Ohne Habermann an der Seitenlinie unterlag der Bezirksligist mit 0:2 in Herdecke-Ende, nur um eine Woche später den Tabellenzweiten aus Deilinghofen mit 3:2 in die Schranken zu verweisen. Liegt es also alles nur am Trainer? „Ich möchte das nicht überbewerten, nicht an meine Person festmachen. Die Niederlage in Herdecke war einfach nur ärgerlich. Meine Mannschaft ist eine junge Truppe ohne eine echte Leitfigur. Dadurch fehlte die Ordnung. Verloren haben wir nur, weil wir viele eigene Fehler gemacht haben“, erklärte Habermann.

Auf jeden Fall sei seine Mannschaft äußerst lernwillig, so der Trainer: „Beim 3:2 gegen Deilinghofen haben wir sehr gut gespielt, obwohl wir lange in Unterzahl waren.“ Jetzt will Peter Habermann und sein SC Hennen am Sonntag nachlegen. Im Heimspiel gegen den neuen Tabellenzweiten FSV Gevelsberg soll die nächste Überraschung gelingen.

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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