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Fußball

Sechs Spiele, sechs Siege: Schwerter Fußball-Team überragt bis Corona kam

In dieser Saison könnte es mit dem Aufstieg klappen. Nach sechs Siegen liegt ein Schwerter Fußballteam an der Tabellenspitze. Sechs Siege in sechs Spielen gab es. Wäre da nicht Corona.

Wieder ein Verein weniger, bei dem Heiko Vogel, der umstrittene Trainer von Borussia Mönchengladbach 2 nach seiner Aussage („Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen“) eine Abfuhr kassieren würde. Auch die Frauen des SC Berchum/Garenfeld würden nicht unter Vogel trainieren. „Meine Spielerinnen haben Charakter, solch ein Angebot würden sie sofort ablehnen“, erklärt Trainer Udo Sträßer stellvertretend für sein Team. Neben einer Geldstrafe sollte Vogel auch noch sechs Trainingseinheiten bei einem Frauenteam leiten. Beim SC Berchum/Garenfeld wird Vogel nicht zum Zuge kommen.

Neben dem TuS Wandhofen ist der SC Berchum/Garenfeld der einzige heimische Verein, der eine Frauenmannschaft aufs Spielfeld schickt. Und dabei nicht unbedingt im Blickpunkt steht. Denn die Frauen des SC Berchum/Garenfeld kicken in der Kreisliga A Hagen. Dabei hätten sie ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Sechs Spiele haben sie bestritten, sechsmal gewonnen, ein Torverhältnis von 58:3 – dann wurde der Tabellenführer jäh von Corona gestoppt. „Ich wäre schon froh, wenn wir in dieser Saison noch einmal trainieren könnten. Dass noch Ligaspiele stattfinden werden, kann ich mir einfach nicht vorstellen“, zeigt sich Trainer Udo Sträßer wenig zuversichtlich, was einen Re-Start unter den aktuellen Corona-Bedingungen angeht.

Vor nicht ganz zwei Jahren hatte Udo Sträßer die Mannschaft übernommen. In der Saison 2018/19 war die Mannschaft als Vorletzter aus der Bezirksliga abgestiegen. Ein Jahr später sollte es direkt wieder zurückgehen, der Erfolgsdruck war hoch. Doch nach zwei Niederlagen gegen Fichte Hagen und einem Remis in Gevelsberg war der Traum vom Wiederaufstieg ausgeträumt.

Team steht im Pokal-Viertelfinale

„Ich wollte, dass die Mädchen wieder Spaß am Fußball haben“, beschreibt Udo Sträßer seine Motivation, den Job des Sportlichen Leiters mit dem des Trainers zu wechseln. Sie haben nicht nur ihren Spaß wiedergefunden, sie waren auch erfolgreich. Doch nach sechs Siegen war Schluss. Dazu steht das Sträßer-Team auch im Pokal-Viertelfinale.

Sollte es in dieser Saison trotz aller Bedenken noch zum Re-Start kommen, hat Berchum/Garenfeld gute Chancen, in die Qualifikationsrunde zu kommen. Ansonsten setzt Sträßer auf die kommende Saison. Von den 27 Spielerinnen haben 25 bereits zugesagt. „Wir haben junge, ehrgeizige Spielerinnen in der Offensive und routinierte in der Defensive. Die Mischung stimmt“, so der Coach. Unter Druck setzen will er sein Team dennoch nicht. Man müsse nicht unbedingt aufsteigen, so Sträßer: „Aber wenn es am Ende so sein sollte, dann nehmen wir die Ernte unserer Arbeit gerne mit.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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