Der Schwerter Tennisspieler erlebte und erlebt die Corona-Pandemie in Texas. © Privat
Tennis

Schwerter Tennisspieler in den USA: Corona in der Uni großes Thema – aber nicht im Sport

Ein Schwerter Tennisspieler durchlebt die Corona-Pandemie in den USA. Dort konzentriert er sich auf seinen Sport – und stellt große Unterschiede im Umgang mit dem Virus fest.

Das Coronavirus hat dafür gesorgt, dass Sport in den letzten Monate nahezu ausgeschlossen war. Obwohl Tennis kein Mannschaftssport ist, gab es starke Einschränkungen und junge Talente haben wichtige Zeit in ihrer Entwicklung verloren. Ein Blick über den Atlantik zeigt, dass dies in den USA nicht der Fall war.

Mittendrin ist mit Marwin Kralemann ein ehemaliges Tennistalent vom TC Rot-Weiß Schwerte, das seit August 2019 auf die University of the Incarnate Word in San Antonio im Bundesstaat Texas geht und College-Tennis spielt.

Kralemann führt sein Team, das aus Spielern aus Frankreich, Italien, Spanien, Brasilien, Chilen und den USA besteht, als Spitzenspieler im Einzel und Doppel an. Natürlich spielt dabei das Coronavirus eine Rolle, aber große Auswirkungen auf das Training hat die besondere Situation nicht.

Marwin Kralemann ganz fast ganz normal trainieren

„Das Training findet ganz normal statt, dafür fast ausschließlich draußen. Wir werden zweimal die Woche und vor jedem Match gegen eine andere

Uni getestet“, führt der 20-Jährige aus.

Der Wochenplan ist durchgeplant von Vorlesungen, Training und Spielen. Von Montag bis Donnerstag hat Kralemann vormittags Uni, anschließend drei Stunden Training, ehe an ausgewählten Tagen nochmal Vorlesungen folgen.

Am Freitag und Samstag stehen dann nochmal aufgeteilt vier Stunden Tennistraining auf dem Programm oder die Matches werden ausgetragen. „Wenn wir viele Spiele haben, reisen wir auch viel und es wird nicht so viel trainiert, um den Körper zu schonen“, meint Kralemann und fügt an: „Die Anreise ist meistens mit dem Bus und variiert zwischen 20 Minuten und mehreren

Stunden.“

Doch das Virus hat auch auf Kralemanns Team keine Rücksicht genommen, denn es gab dort zwei positive und im Damenteam drei positive Fälle seit August 2020. Trotzdem hat der Großteil der Spiele regulär stattgefunden.

Großer Unterschied zwischen Universität und Staat Texas

Bei den Regeln und Einschränkungen rund um das Coronavirus unterscheidet der Schwerter zwischen seiner Universität und dem Staat Texas. „Der Staat ist sehr entspannt eingestellt. Alle Geschäfte, inklusive Bars und Clubs, haben geöffnet und die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ist aufgehoben.“

Wenn Kralemann jedoch seine Vorlesungen besucht, gelten für ihn andere Regeln als in der Freizeit. „Die Uni geht mit dem Thema Corona strenger um. Der Großteil meiner Vorlesungen ist online, lediglich ein Kurs in Präsenz. Vor Beginn muss ich jedes Mal die Temperatur messen lassen, bestätigen, dass ich keine Symptome habe und trotz begrenzter Kursgröße eine Maske tragen“, so der Tennisspieler.

Und wie lief es für ihn sportlich in dieser ungewöhnlichen Saison? „Es lief ganz gut, auch wenn die Ergebnisse durchmischt waren. Ich bin mit meiner Entwicklung zufrieden, auch wenn diese durch Corona beeinträchtigt wurde“, stellt der Spitzenspieler seiner Universität klar.

Eine Aussicht in die Zukunft kann Kralemann schwierig geben: „Erstmal bleibt es weiter bei College-Tennis, denn durch Corona ist eine klare Turnierplanung schwierig. Daher kann ich auch schlecht Ziele für die Zukunft definieren, denn zunächst muss ich das Beste aus der Situation machen.“

Marwin Kralemann bleibt in den USA

Konkret bedeutet das aktuell, dass Marwin Kralemann demnächst in sein drittes Jahr auf dem College geht, ehe er im Abschlussjahr zum Senior aufsteigt. Das ist jedoch noch Zukunftsmusik, denn jetzt liegt die volle Konzentration für den Junior – so heißen in den USA College-Sportler in ihrem dritten Jahr – auf einer neuen Tennissaison in San Antonio, welche nicht maßgeblich durch Corona bestimmt werden sein soll.

Damit der 20-jährige auf und neben dem Tennisplatz sein College-Leben ausleben kann und sich auf die Tenniskarrierekonzentrieren kann.

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