Laut NRW-Coronaschutzverordnung ist die Rückkehr der Fußballer auf die Sportplätze - wenn auch unter Einschränkungen - möglich. © Jens Lukas
Fußball

Schwerter Klubs könnten Sportplätze wieder öffnen, sind davon aber nicht alle begeistert

Ist das die Rückkehr auf die Sportplätze, die die Amateurfußballer so sehr herbeisehnen? Zumindest auf den ersten Blick lässt die aktuelle Fassung der NRW-Coronaschutzverordnung diesen Schluss zu.

In der seit 22. Februar gültigen Fassung der Verordnung heißt es: „Sport auf Sportanlagen unter freiem Himmel allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes ist wieder erlaubt.“

Der Fußball- und Leichtathletikverband (FLVW) konkretisiert dies auf seiner Internetseite und schreibt mit dem Verweis auf den Landessportbund NRW:

– Alle ungedeckten Sportanlagen können grundsätzlich geöffnet werden.

– Auf diesen Sportanlagen können Einzelpersonen oder zwei Personen zusammen oder mehr als zwei Personen aus einem Hausstand ohne Abstandsgebot Sport betreiben.

– Zwischen den sich so bildenden Paaren und Einzelsportler*innen bzw. Gruppen ist ein Abstand von 5 Metern einzuhalten.

– Eine Anleitung eines Einzelsportlers durch einen Übungsleiter ist möglich.

Als Beispiel, was erlaubt ist, nennt der FLVW unter anderem „Ballspiel zu zweit mit einem festen Partner“.

Von einer uneingeschränkten Trainingsnormalität kann also noch keine Rede sein – aber das hatte wohl auch niemand ernsthaft erwarten können. Man könnte die Lockerungen für den Sport allenfalls als ersten Schritt in diese Richtung bezeichnen – wenn überhaupt. Denn dass die Sportanlagen gemäß besagter NRW-Coronaschutzverordnung wieder geöffnet werden dürfen, heißt noch lange nicht, dass dies in der Praxis auch geschieht.

Stadt Schwerte steht einer Öffnung nicht im Wege

Die Stadt Schwerte jedoch steht einer Öffnung der Anlagen nicht im Weg. „Wenn die Vereine es wollen, können sie zurück auf die Plätze – warum sollten wir ihnen diese Möglichkeit nehmen?“, fragt Volker Eilts vom städtischen Sportamt.

Ob wieder geöffnet wird oder nicht, ist also Sache der Vereine. Und da ist es nicht so, dass die Entscheidungsträger in den Klubs vor Begeisterung in die Hände klatschen.

Jürgen Rump, Präsident des VfB Westhofen, erklärt die Problematik: „Mit einer Öffnung der Anlage müssten wir als Eigentümer auch die Verantwortung dafür übernehmen, dass alles coronakonform abläuft. Wie sollen wir das als Verein leisten?“ fragt Rump. Bis auf Weiteres bleibe die GWG-Schwerte-Arena an der Wasserstraße geschlossen, so Rump.

Gleiches gilt für das Waldstadion Zuhause auf dem Bürenbruch, die sportliche Heimat der SG Eintracht Ergste: „Ich gehe nicht davon aus, dass die Anlage geöffnet wird – die Meinung dazu im Verein war recht eindeutig“, sagt Björn Ludwig, Sportlicher Leiter der Ergster Fußballer. Auch beim Geisecker SV tut man sich schwer mit einer sofortigen Öffnung. Man sei im Vorstand noch zu keiner grundsätzlichen Entscheidung gekommen, sagt Thomas Redel, Sportlicher Leiter der „Kleeblätter“. Bis Anfang kommender Woche solle dies geschehen sein.

Auch ein paar Hundert Meter von der Geisecker Anlage entfernt, im EWG-Sportpark Schwerte-Ost, wird es wohl vorerst dabei bleiben, dass der Ball ruht. „Du kriegst die Jungs doch nicht dazu motiviert, Einzeltraining zu machen“, meint ETuS/DJK-Trainer André Haberschuss. Weil niemand weiß, ob und wann es mit der derzeit unterbrochenen Saison weitergeht, sehe er keinen Sinn darin, das Training wiederaufzunehmen, sagt Haberschuss.

Vorstand des VfL Schwerte macht ein Angebot

Aber ist da nicht auch der dringende Wunsch, endlich wieder auf den Platz zu dürfen – wenn auch mit den genannten Einschränkungen? Beim VfL Schwerte habe man seitens des Vorstandes der ersten und zweiten Mannschaft dieses Angebot gemacht, verrät Geschäftsführer Frank Samson. Man dürfe ja Pärchen bilden, die dann unter Einhaltung des Fünf-Meter-Abstandes auch parallel trainieren dürften.

„Wir würden versuchen, es hinzukriegen. Aber wir wollen es den Trainern überlassen“, sagt Samson und fügt hinzu: „Aber das Ganze läuft natürlich nur, wenn die Corona-Auflagen hundertprozentig eingehalten werden.“ Und wer soll das kontrollieren? „Wir vom Vorstand würden das Training beobachten“, kündigt Samson an, der am Dienstag noch auf eine Rückmeldung der betroffenen Trainer wartete.

Zu hohe Inzidenzzahlen in Hagen und Dortmund

Zwei andere Vereine aus dem Bereich des Schwerter Stadtsportverbandes müssen sich solche Gedanken gar nicht erst machen. Denn dem SC Berchum/Garenfeld und dem TuS Holzen-Sommerberg wird die Entscheidung von der jeweiligen Kommune abgenommen. Sowohl die Stadt Hagen als auch die Stadt Dortmund halten ihre Sportanlagen wegen der hohen Inzidenzzahlen aus Infektionsschutzgründen weiterhin geschlossen.

Bleibt noch der SC Hennen, der kommunal zu Iserlohn gehört. „Wir stehen in engem Austausch mit der Stadt Iserlohn“, sagt Marvin Horn, Sportlicher Leiter der „Zebras“. An diesem Mittwoch rechne er mit weiteren Informationen. Grundsätzlich sieht aber auch Horn die Problematik, „dass es für uns als Verein letztlich nicht kontrollierbar ist, dass sich alle an die Regeln halten.“

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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