In der Münchener Allianz Arena schaute sich der Schwerter schon einmal um. © privat
Fußball

Schwerter Fußballer spielt am Donnerstagabend im DFB-Pokal gegen die Bayern

Für einen 24-jährigen Schwerter geht der Traum eines jeden Amateurfußballers am Donnerstag in Erfüllung. Auf den Weg dahin konnte er im entscheidenden Spiel allerdings nicht dabei sein.

Einmal im Leben gegen den FC Bayern München spielen – der Traum vieler Fußballer. Für einen Schwerter Oberliga-Innenverteidiger wird dieser am Donnerstag wahr. Er spielt beim FC Düren und war schon mal zur Besichtigung in der Allianz Arena, wo am Donnerstagabend (20.45 Uhr) aufläuft. Die Partie wird auch im Free-TV gezeigt.

Am Dienstagabend wurde das aufregende Gefühl für Joran Sobiech plötzlich ganz nahbar. Der Mannschaftsbus des FC Düren fuhr in München vom Trainingsplatz zurück zum Hotel – vorbei an der hellrot illuminierten Allianz Arena. „Da habe ich mir gedacht: Wow, da spiele ich am Donnerstag. Trotzdem ist es noch immer ziemlich unwirklich“, sagt Sobiech. Der 24-jährige Schwerter steht vor dem aufregendsten Erlebnis seiner Fußballkarriere. Am Donnerstagabend spielt er in der 1. Pokalrunde gegen den Triple-Sieger FC Bayern München.

Joran Sobiech in der Münchener Allianz Arena. Der 24-jährige Schwerter steht vor dem aufregendsten Erlebnis seiner Fußballkarriere.

Für den Traum eines jeden Amateurfußballers hat der Oberligist FC Düren im August selbst gesorgt. Im Finale des Mittelrheinpokals besiegte Düren Alemannia Aachen mit 1:0 – der Sieg als Qualifikation fürs Spiel des Lebens. Doch Sobiech war seinerzeit nicht mal dabei. Denn er hatte sich zuvor im Halbfinale eine Gelb-Rote Karte abgeholt und war fürs Endspiel gesperrt.

„Da war ich schon traurig und hätte natürlich supergerne gespielt“, erzählt er. Zumal zum Zeitpunkt des Verbandpokalfinals der Gegner im DFB-Pokal bereits bekannt war. Doch die hochmotivierten Dürener gewannen dann auch ohne ihren Stamminnenverteidiger Sobiech.

Joran Sobiech (li.) vom FC Düren in einem Spiel der Mittelrheinliga gegen Fortuna Köln 2. © imago images/Eduard Bopp © imago images/Eduard Bopp

Dass das Spiel am Donnerstag nun in München und nicht wie gewöhnlich beim klassentieferen Pokalgegner stattfindet, liegt einerseits an der Corona-Pandemie. Andererseits wird die Heimstätte des FC Düren gerade ohnehin umgebaut und für den angepeilten Regionalliga-Aufstieg aufgefrischt. Dass da etwas Besonderes auf ihn zukommt, bekam Sobiech in den vergangenen Tagen zu spüren.

Vier Corona-Tests musste Sobiech über sich ergehen lassen

Vier Coronatests mussten er und seine Mitspieler zuletzt hinter sich bringen. Bei den Trainingseinheiten des FC Düren im heimischen Rheinland waren zuletzt immer Kamerateams dabei. Und im Fußball-Talk „Doppelpass“ sinnierten die Experten plötzlich über das Spiel des FC Bayern gegen seinen FC Düren. Am Dienstagabend gab Joran Sobiech dem Magazin „11Freunde“ abends dann sogar noch ein Interview aus dem Hotelzimmer.

Seit Dienstag ist der Oberligist in der bayerischen Landeshauptstadt. Training, Anschwitzen und ein Besuch im Bayern-Museum standen seitdem auf der Agenda. Und natürlich so viel es geht genießen. „Ich will ein gutes Zwischending zwischen Konzentration und Aufsaugen aller Erlebnisse hinbekommen“, erklärt Joran Sobiech.

Joran Sobiech in der Umkleidekabine. Mit dem FC Düren spielt er am Donnerstag gegen den FC Bayern München.

Für ihn ist es bereits der zweite DFB-Pokal-Einsatz. Vor drei Jahren verlor er in der 1. Runde seinerseits mit dem Bonner SC 2:6 gegen Hannover 96. Morgen trifft er auf einen FC Bayern, der wohl ohne seine in der Nations League aktiven Nationalspieler auflaufen wird. Die Gegenspieler heißen dann immer noch Boateng, Müller, Davies und Costa.

Der Präsident des FC Düren, der seine ersten drei Ligaspiele gewann, hat schon mal eine recht klare Zielsetzung herausgetönt. Man wolle am Donnerstag besser abschneiden als Barcelona. Das hieße, dass sich der Fünftligist weniger als acht Gegentore fangen dürfte, nicht so wie Barca im Champions-League-Semifinale.

Noch ein Ziel vorgenommen: besser sein als Barcelona

Für Sobiech ist klar: „Wir wollen einfach ein gutes Spiel machen und so wenig Gegentore wie möglich bekommen. Ich persönlich will ein paar gute Zweikämpfe hinlegen.“ Und dann hat er sich noch ein Ziel vorgenommen. Für nach dem Abpfiff. Er will versuchen, sich ein Trikot als Andenken zu sichern. „Das habe ich vor drei Jahren gegen Hannover nämlich verbaselt.“ Sport1 zeigt das Spiel live.

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