Der Spielbetrieb im Amateurfußball in Westfalen könnte schon am 2. Mai weiterlaufen - bei einem entsprechenden Inzidenzwert. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

Re-Start am 2. Mai? Schwerter Klub ärgert sich über „Kunststück“ des Verbands

Der FLVW plant, den Spielbetrieb im Amateurfußball am 2. Mai wiederaufzunehmen. Ein Schwerter Klub hält dies für reichlich optimistisch - insbesondere weil seine Anlage weiter gesperrt bleibt.

Am Dienstagabend verkündete Manfred Schnieders, Vize-Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW), die Botschaft, dass der Meisterschaftsbetrieb im Amateurfußball am 2. Mai fortgesetzt werden soll. Voraussetzung dafür ist ein landesweiter Inzidenzwert von unter 100 bis zum 5. April, sodass von dort an wieder trainiert werden kann.

Ein Schwerter Verein hält diesen Plan für unrealistisch und befürchtet eine deutliche Wettbewerbsverzerrung.

„Aktuell ist das ja alles noch vertretbar“, beginnt Marvin Horn, Sportlicher Leiter des Bezirksligisten SC Hennen, seine Ausführungen. Anlass des Gesprächs ist eine E-Mail, die die Stadt Iserlohn am Dienstagnachmittag versendete.

In der heißt es: „Die Stadt Iserlohn hat entschieden, die Möglichkeiten der neuen Corona-Schutzverordnung in Bezug auf den Freizeit- und Vereinssport zunächst nicht umzusetzen. Alle bisher noch nicht geöffneten ungedeckten Sportanlagen bleiben bis zum 16. März 2021 geschlossen. Der Grund liegt in dem im Vergleich zum Landesdurchschnitt deutlich höheren 7-Tage-Inzidenzwert.“

Im Klartext: Die Sportanlage des SC Hennen bleibt für Fußballer bis auf Weiteres dicht, kein Individualtraining, keine Übungseinheiten für Jugendmannschaften. Wie ist das möglich? Schließlich erlaubt die Coronaschutzverordnung doch zumindest den U15-Jährigen wieder Training in Gruppen von bis zu 20 Kindern, was mehrere Schwerter Klubs dazu veranlasste, direkt loszulegen.

Doch der SC Hennen ist ein Sonderfall. Sportlich ist er zwar angesiedelt im Stadtsportverband Schwerte, auf kommunaler Ebene gehört Hennen aber zu Iserlohn – und da hat die Stadt die Verfügungsgewalt.

Jugendmannschaften brennen auf die Rückkehr

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 137 (laut RKI, Stand 10.03.2021) ist der Märkische Kreis aktuell NRW-Spitze. Kein Wunder also, dass die Jugendmannschaften dort noch auf ihr Comeback auf dem Platz warten müssen.

„Das ist schon schade. Die Rückmeldung war schon so, dass die Junioren wieder loslegen wollten und auch die Trainer brennen darauf“, berichtet Horn.

Neben der Platzsperrung bereitet dem Sportlichen Leiter Hennens ein anderes Thema Kopfschmerzen: der geplante Re-Start am 2. Mai. „Da wird es wirklich interessant. Wenn wir in drei Wochen nicht trainieren können, haben wir gegenüber anderen Teams direkt einen Rückstand“, ahnt Horn.

Bei der aktuell steigenden Tendenz der Corona-Zahlen ist das nicht unwahrscheinlich. Trainiert werden dürfte nur bei einem Inzidenzwert von unter 100. „Das betrifft ja nicht nur uns. Der gesamte Hagener Raum dürfte ebenfalls nicht trainieren“, sagt Horn.

„Klarer Nachteil und deutliche Wettbewerbsverzerrung“

Deshalb, und das sei schon seit langer Zeit der einzig sinnvolle Entschluss, gehöre die Saison abgesagt. „Wenn wir eine deutliche kürzere Vorbereitungszeit im Vergleich zu anderen Mannschaften haben, ist das ein klarer Nachteil und deutliche Wettbewerbsverzerrung“, betont Horn, „ich weiß wirklich nicht, wie das funktionieren soll“.

Sein Vorschlag lautet: „Wir brechen die Saison ab, konzentrieren uns ab jetzt auf die nächste und spielen vielleicht ein paar regionale Testspiele – das ist auf jeden Fall besser als das Kunststück, die Saison unter allen Umständen irgendwie zu Ende bringen zu wollen.“

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Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
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