Online-Training mit Notebook - in Pandemie-Zeit eine Alternative, aber kein gleichwertiger Ersatz für die „echten“ Übungsstunden. © picture alliance/dpa
Meinung

Raus aus dem Sportverein, weil er nichts anbietet? Es wäre ein Tritt vors Schienbein

In diesen Pandemie-Zeiten seinem Sportverein trotz des eingeschränkten Angebots die Treue zu halten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, meint unser Autor.

Sportvereine sind ganz sicher nicht die einzigen gesellschaftlichen Institutionen, denen diese unsäglichen Pandemie-Zeiten zu schaffen machen. Aber genauso wie zum Beispiel Gastronomen oder Kulturschaffenden werden auch die Klubs in ihrem Tatendrang gebremst. Zumindest was den Breitensport angeht, ist das Angebot, das sie ihren Mitgliedern normalerweise machen können, in Lockdown-Zeiten gezwungenermaßen auf nahezu Null zurückgefahren.

Okay – dass gar nichts mehr passiert, stimmt in vielen Fällen nicht. Da wird schon mal aus einer „echten“ Übungseinheit eine virtuelle Gymnastikstunde vor dem Notebook, frei nach dem Motto: besser Online-Training als gar kein Training. Ein gleichwertiger Ersatz aber ist es zweifellos nicht.

Überregionale Studien bestätigen die These

An dieser Stelle könnte man nun auf die Idee kommen, dass sich der Sport-Lockdown negativ auf die Mitgliederzahlen niederschlägt – warum sollte jemand einen Mitgliedsbeitrag an einen Verein überweisen, wenn dieser nichts zu bieten hat? Es gibt überregionale Studien, die eine solche These bestätigen.

Aber in Schwerte ticken die allermeisten Sportlerinnen und Sportler offenbar anders – zum Glück. Ich habe jedenfalls in der jüngeren Vergangenheit keinen einzigen Vereinsfunktionär zu diesem Thema gesprochen, der sich über einen überproportionalen Mitgliederschwund beklagt.

Gar nicht erst auf den Gedanken kommen

Und ganz ehrlich: Wen die Pandemie nicht so knüppelhart getroffen hat, dass er finanziell nicht mehr vor und zurück weiß, der sollte gar erst nicht auf den Gedanken kommen, seine (oder ihre) Sportvereins-Mitgliedschaft zu kündigen. Es wäre ein Tritt vors Schienbein der unzähligen Ehrenamtler, die die Vereine in diesen schwierigen Zeiten am Leben halten.

Also, liebe Leute: Haltet Eurem Klub auch weiterhin die Treue. Und dann werden auch wieder die Zeiten kommen, in denen das Notebook kein Begleiter mehr ist bei der körperlichen Betätigung.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch
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