34 Mal sind die Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften bisher über die Bühne gegangen. Die 35. Auflage fällt Corona zum Opfer. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Novum vor 20 Jahren: Erstmals entscheidet ein Neunmeterschießen im Endspiel

Im Finale der Stadtmeisterschaften 2001 standen sich ein Favorit und ein Überraschungsteam gegenüber. Nach einem packenden Spiel musste dann erstmals ein Neunmeterschießen über den Sieg entscheiden.

Die Stadtmeisterschaften 2001 brachten ein Novum mit sich. In der 15. Auflage des Turniers, das noch in der Gänsewinkel-Sporthalle stattfand, musste erstmals ein Endspiel im Neunmeterschießen entschieden werden – und auch dieses ging noch in die Verlängerung.

VfB Westhofen überraschend im Finale

Der neue Titelträger war auch der alte. Der VfL Schwerte, damals in seiner ersten Verbandsliga-Saison, konnte seiner Favoritenrolle gerecht werden und verteidigte den „Pott“.

Der Finalgegner war eine Überraschung. Denn niemand hatte den VfB Westhofen dort erwartet. Die Westhofener kämpften, nach dem Zusammenbruch wegen der Verhaftung des Sportlichen Leiters Ingo Petersmann ein Jahr zuvor, mit einer komplett neu zusammengestellten Truppe als abgeschlagener Tabellenletzter verzweifelt um den Klassenerhalt in der Landesliga.

Der VfB hatte etwas glücklich die Vorrunde überstanden. In der Zwischenrunde ebnete ein 5:3-Erfolg im letzten Spiel gegen den FC Garenfeld den Einzug in das Halbfinale. Der VfL Schwerte war souverän durch das Turnier marschiert. 13:1-Tore in der Vorrunde ließen die von Peter Lodde trainierten Blau-Weißen drei Siege in der Zwischenrunde folgen.

Ausgelasse Freude herrschte beim VfL Schwerte nach der Titelverteidigung bei den Hallen-Stadtmeisterschaften 2001. Kapitän Matthias Krause reckt den Pokal der Ruhr Nachrichten in die Höhe. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Im Halbfinale ebneten David Flamme und Marc Braier beim 2:1-Sieg gegen den SC Hennen den Finaleinzug. Hennen war als A-Ligist nicht im Halbfinale erwartet worden. Doch die „Zebras“ hatten unter Spielertrainer Michael Kungel diesmal mehr Wert auf die Schwerter statt den Iserlohner Titelkämpfen gelegt.

Türkspor Schwerte bleibt sieglos

Bei der 15. Ausgabe, welche die SG Eintracht Ergste ausrichtete, gab es natürlich auch Enttäuschungen und einen prominenten Rücktritt. Zu den Verlierern des Turniers zählte, wenn auch nicht überraschend, der Türkspor Schwerte. Der Verein, 1980 als Unterabteilung des VfL Schwerte gegründet, hatte sich 1993 selbstständig gemacht und vor allem bei den Hallen-Stadtmeisterschaften für Furore gesorgt. Doch 2001 war der Niedergang schon absehbar. Mit drei klaren Niederlagen hatte sich Türkspor früh aus dem Turnier verabschiedet. Vier Jahre später löste sich der Klub dann auf.

Auch für den ETuS Schwerte war unter Trainer Jürgen Todebusch früh Schicht. Nur einen Zähler konnten die „Östlichen“ ergattern – zu wenig für die Zwischenrunde. Die Stimmung beim damaligen A-Ligisten war so schlecht, dass der Sportliche Leiter Hans Haberschuss nach „Anfeindungen unter der Gürtellinie“ sein Amt niederlegte. Die Wogen glätteten sich später, schließlich ist Haberschuss noch heute Vorsitzender in Schwerte-Ost.

Als Mitfavorit gestartet war der Geisecker SV. Unter Trainer Uwe Kallenbach waren die „Kleeblätter“ Tabellenführer in der Bezirksliga. Doch Geisecke kam am zweiten Turniertag nicht aus den Startlöchern. Zwei Niederlagen zum Auftakt in der Zwischenrunde bedeuteten bereits das Aus.

Gruppensieger wurde hier die DJK Schwerte. Der damalige Landesligist, der ein Jahr später mit dem ETuS fusionierte, zog sicher ins Halbfinale ein und traf dort auf den VfB Westhofen. Nach der regulären Spielzeit stand es 0:0, auch weil VfB-Keeper Martin Kalinka sein Team im Spiel hielt. Dieser konnte dann auch den einzigen Neunmeter parieren. Momo Lmcademali war der Unglücksrabe für das Team von Trainer Pablo Yanez.

Jens Hübner vom VfL Schwerte wurde Torschützenkönig bei den Titelkämpfen 2001. © Archiv © Archiv

Das Endspiel erwies sich als ausgeglichen und höchst spannend. Drei Mal ging der VfL Schwerte in Führung, aber der von Norbert Bakera trainierte VfB ließ sich nicht beirren und schlug jeweils zurück. Kapitän Matthias Krause (2) sowie Jens Hübner, der auch Torschützenkönig des Turniers wurde, hatten für den VfL getroffen. Angetrieben vom starken Damian Kolodziej kam der VfB aber durch Tore von Marc Seelbach, Martin Lis und Markus Scheler jeweils zum Ausgleich.

Marc Braier erzielte im Neunmeterschießen des Endspiels den entscheidenden Treffer für den VfL Schwerte. © Archiv © Archiv

Im Neunmeterschießen wurde dann ausgerechnet Marc Braier noch zum Held. Dabei hatte er seinen ersten Schuss über das Tor gesetzt. Doch weil Levent Aytekin gegen Sven Groß parierte, traten nach fünf Durchgängen dieselben Schützen erneut an. Nachdem Seelbach den Kasten verfehlte, konnte Braier diesmal verwandeln und der VfL seine Titelverteidigung feiern.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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Jörg Krause

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