Ein Schwerter Sportler ist auch im Alter noch fit. © picture alliance/dpa
Leichtathletik

Noch immer fit wie ein Turnschuh: Schwerter Läufer feiert in diesem Jahr ein Jubiläum

Als Aktiver lief es bei ihm hervorragend, dennoch beendete er seine Läuferkarriere mit 29 Jahren. Die Rede ist von einem Schwerter, der in diesem Jahr 75 wird - und noch immer topfit ist.

Als Mittelstreckler schrieb er Leichtathletik-Geschichte, später machte er sich bei unzähligen Schülern und Eltern einen Namen. Ein Schwerter Läufer ist immer Sportler geblieben.

Auch in Corona-Zeiten ist der Schwerter Wald von vielen Läufern bevölkert. Zwei Senioren fallen auf. Beide sind schlank wie eh und je und ihr Laufstil lässt noch heute ahnen, dass sie auf eine erfolgreiche Vergangenheit zurück blicken können: Bernd Engelhardt mit Dr. Martin Hedtkamp.

Bernd Engelhardt feiert in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag, und der ehemalige Studiendirektor am Ruhrtal-Gymnasium in Schwerte ist mit Leib und Seele Leichtathlet geblieben. Dreimal in der Woche hält er sich mit Läufen über rund zwölf Kilometer fit.

„Laufen und Bewegung hat mir schon als Kind Spaß gemacht. Im Innenhof unserer Wohnung an der Großen Heimstraße habe ich viele Runden gedreht, ehe ich durch Trainer Dieter Bohl entdeckt wurde“, erinnert sich Engelhardt.

Von da an ging es mit ihm steil aufwärts. Schon mit 14 Jahren holte er sich im Dortmunder Hoeschpark den Landestitel im Waldlauf und ein Jahr später wurde er in Berlin mit dem Trio der Dortmunder TG Deutscher Cross-Meister. Als 16-Jähriger lief er die 1000 Meter in glänzenden 2:29 Minuten. Zudem wurde er deutscher Jugendmeister im Waldlauf und gestaltete von da an sein Training selbst.

Das schadete ihm keineswegs. Er gehörte zur deutschen Junioren-Nationalmannschaft, für die er beim Länderkampf gegen Italien über 1500 Meter die Siegpunkte holte. Viermal trug er das Nationaltrikot und trat gegen Konkurrenten mit großen Namen an. Gemeinsam mit Olympiasieger Bob Schul (USA), Europameister Bodo Tümmler, Europarekordler Franz-Josef Kemper und dem großen Harald Norpoth sowie 1000-Meter Weltrekordler Jürgen May stand er an der Startlinie. Mit 29 Jahren beendete er seine aktive Laufbahn, denn dann standen das Studium und die Familie im Vordergrund.

Dr. Martin Hedtkamp mit Bernd Engelhardt (r.). Das Duo ist noch immer topfit. © Archiv © Archiv

Als sich beim LC Dortmund die Trainingsgruppe von Dieter Bohl, zu der so exzellente Athleten*innen wie Jan Voigt, Rainer Plümer, Manfred Schoeneberg, Franz Kusch, Hans-Wilhelm Dubielczyk, Carina Reimann und Martin Hedtkamp gehörten, 1975 auflöste, passte es hervorragend, dass Engelhardt zu diesem Zeitpunkt sein Sportstudium abgeschlossen hatte und die „Bohl-Truppe“ übernehmen konnte. Er vereinte in idealer Weise, die theoretischen Kenntnisse seines Studiums mit den Erfahrungen seiner eigenen Aktivenzeit.

So begann die bis heute andauernde Partnerschaft von Engelhardt und dem zwölf Jahre jüngeren Hedtkamp, der sich erinnert: „Bernd war als Trainer kein „Schleifer“, sondern hat eher auf einen Ausgleich in der Freizeit hingewirkt. So hat die Gruppe auch außerhalb des Sports viel zusammen unternommen.“

Hedtkamp wurde 1974 deutscher Jugendmeister im Cross und zwei Jahre später deutscher Jugend-Hallen-Meister über 3000 Meter. Seine 7:57,6 Minuten über 3000 Meter, die er 1980 erzielte, hat als Kreisrekord noch heute Bestand. Auch seine Kreisrekorde der U20 über 1500 Meter (3:47,1) und 3000 Meter (8:11,3) von 1977 sind bis heute unerreicht.

Bedingt durch sein Medizinstudium musste Hedtkamp seinen Trainingsaufwand ab 1984 reduzieren und bestritt 1987 seinen letzten Wettkampf. Als Hobbyläufer absolvierte er noch einige Marathonrennen. „Unter Leistungsaspekten habe ich sicher nicht professionell genug trainiert, wir haben aber damals bewusst das Leben in der Trainingsgruppe gepflegt und dann beizeiten das Studium in den Vordergrund gestellt“, sagt er rückblickend.

Dr. Martin Hedtkamp mit Bernd Engelhardt (r.). Das Duo läuft noch regelmäßig durch den Schwerter Wald. © Archiv © Archiv

„Bis vor wenigen Jahren konnte ich noch recht entspannt laufen, inzwischen ist es allerdings etwas mühsam geworden.“ Das ist ihm und Bernd Engelhardt jedoch nicht anzumerken, wenn sie ihre Runden drehen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1938 in Frankfurt (Main), gelernter Industriekaufmann. Sportlich aktiv als Leichtathlet, nach der aktiven Zeit Trainer und später Mitarbeiter beim TSC Eintracht. Freier Mitarbeiter im Lokalsport der RN für Leichtathletik seit Dezember 1966.
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