Die 20. Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften 2006 fanden ein umstrittenes Ende. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Historie

Nach 16 Jahren am Ziel: Ein Spieler stand bei beiden Triumphen im Kasten

Wieder einmal ein historischer Rückblick auf ein Schwerter Hallenfußball-Highlight. Diesmal endet eine ganze lange Serie. Der Jubel war damals groß.

Die letzten Sekunden im Endspiel der Hallen-Stadtmeisterschaften 2013 liefen von der Uhr und der Rest war Jubel. Der neue Titelträger feierte ausgelassen – lange genug hatte er auf diesen Triumph warten müssen – 16 lange Jahre.

Der Jubel war überschäumend. Der ETuS/DJK Schwerte setzt sich mit einem 3:1-Sieg im Finale über den SC Berchum/Garenfeld endlich wieder die Krone auf. Die lange Durststrecke war beendet.

Die Sehnsucht nach dem Hallentitel war groß in Schwerte-Ost. Ein Jahr zuvor war der ETuS/DJK Ausrichter der Titelkämpfe. André Haberschuss, seinerzeit Sportlicher Leiter und Torwart in Personalunion wurde im Vorfeld auf die bittere 3:7-Schlappe gegen die Holzpfosten Schwerte im Endspiel 2011 angesprochen. „Das tat in dem Moment schon weh, weil wir ja gar nicht wussten, wie uns geschah“, antwortete er. Die Holzpfosten hatten sich in einen Rausch gespielt.

Doch die Endspielniederlagen davor hätten noch viel mehr geschmerzt, meinte Haberschuss weiter. Weil diese alle knapp und unglücklich gewesen wären. Am unglücklichsten war wohl die Niederlage 2007, als der ETuS/DJK sich im Endspiel gegen den Geisecker SV ein packendes Spiel lieferte. Nach einem 2:2 ging es schließlich in ein Neunmeterschießen, welches erst nach zwölf Schützen entschieden wurde. Mit 7:6 feierten die „Kleeblätter“ ihren dritten Titel in Folge. Der ETuS/DJK hatte aber erneut das Nachsehen. Auch 2012 sollte es nicht klappen, im Halbfinale war gegen den späteren Überraschungsmeister TuS Holzen-Sommerberg Schluss.

So feierten die Östlichen den Titel. © Paulitschke © Paulitschke

16 lange Jahre lag der letzte Titelgewinn zurück. 1997 hatten sich die „Östlichen“ die Hallenkrone zuletzt aufgesetzt, damals noch nicht als Fusionsverein, sondern als ETuS. Im Finale gegen den Geisecker SV konnten Marco Barucha und Frank Schneider den 2:0-Sieg sicherstellen. Yavuz Aktas wurde zudem bester Torschütze des Turniers. Und im Tor stand damals ein junger Bursche namens André Haberschuss.

Auch 2013 hieß der Torwart des ETuS/DJK – mittlerweile 34-jährig – André Haberschuss. Trotz Handicap. Denn die Achillessehne schmerzte – als Folge einer aufgebrochenen Verletzung aus dem Herbst 2011. Doch eine Pause kam nicht in Frage. Es zahlte sich für ihn aus.

Ungefährdet ins Halbfinale

Ungefährdet war sein Team ins Halbfinale eingezogen. Dort war der Erzrivale VfL Schwerte der Gegner. Den Grundstein für den 3:1-Erfolg legte Serkan Arslan mit zwei frühen Toren. Von dem Blitzstart der „Östlichen“ sollte sich der VfL nicht mehr erholen. Ergün Yildirim sorgte mit dem 3:0 bereits für die Vorentscheidung. Erst 27 Sekunden vor Schluss hatten die Blau-Weißen noch durch Dominik Hennes Ergebniskosmetik betreiben können. Dabei waren sie bis zu diesem Zeitpunkt noch ungeschlagen gewesen.

Im zweiten Halbfinale sahen die Holzpfosten Schwerte gegen den SC Berchum/Garenfeld schon zweimal wie der sichere Sieger aus, doch der Fusionsclub schlug jedesmal zurück. Zwanzig Sekunden vor dem Ende rettete Jonas Diethert mit dem 2:2 den Sportclub in die Verlängerung. Dort brachte Kai Kunsmann die „Pfosten“ erneut in Front. Diesmal schaffte Marcel Katrakazos noch den Ausgleich – es ging ins Neunmeterschießen.

Nach dem Turnier gab es die persönlichen Auszeichnungen im Kreise der Offiziellen (v.li.): Jochen Böcker (Ehrenmitglied des Stadtsportverbandes), Ulrike Schulte (Leiterin des städtischen Fachbereichs Schule und Sport), Serkan Arslan, Dennis Frohn (beide ETuS/DJK Schwerte) als beste Torjäger, Nils Klems (Holzpfosten Schwerte) als Hallen-Spezi, Manuel Tragelehn (SC Berchum/Garenfeld) als bester Torwart, Rudi Pohl (Ehrenvorsitzender des Stadtsportverbandes) und Andreas Krüger (Vorsitzender der Fachgruppe Fußball). © Paulitschke © Paulitschke

Manuel Tragelehn ebnete dann den Berchum/Garenfeldern den Einzug ins Finale. Er parierte zwei Schüsse und wurde zum Held – 8:7 hieß es für die Rot-Schwarzen. Im Endspiel biss sich dann aber auch der SC Berchum/Garenfeld an den „Eisenbahnern“ die Zähne aus. Dennis Frohn traf zweimal für den ETuS/DJK und teilte sich den Torjäger-Pokal mit Teamkollege Serkan Arslan (jeweils acht Turniertreffer).

Frohn hatte auf Vorarbeit von Arslan die Führung besorgt. Die Elf von Trainer Rupert Gerl hielt die Partie aber lange offen und kam durch Andrej Lubimov zum Ausgleich. Dann allerdings drehten die „Östlichen“ um André Haberschuss wieder auf. Erneut war Dennis Frohn zum 2:1 erfolgreich. Ergün Yildirim machte mit dem 3:1 schließlich den Sack zu.

Präsident Hans Haberschuss umarmte und herzte unmittelbar nach dem Abpfiff des Endspiels so ziemlich alle Beteiligten – es war die pure Freude, die dem ETuS/DJK-Chef ins Gesicht geschrieben stand. Es war endlich vollbracht.

Ein knappes halbes Jahr zuvor hatte der ETuS/DJK auch auf dem Feld triumphiert. „Nach der Stadtmeisterschaft im Sommer auf dem Feld jetzt auch noch hier der Titel in der Halle – so einen Double-Sieg hat es meines Wissens noch nicht gegeben – einmalig“, war er mächtig stolz. In der Halle hatte sie oft genug den Titelgewinn um Haaresbreite verpasst. Diesmal behielt der ETuS/DJK die Nerven.

Feiern bis in die Morgenstunden

Gefeiert hatte der ETuS/DJK Schwerte den Hallentitel bis in die Morgenstunden. In der „Keule“, Schwertes erste Adresse für Nachtschwärmer, ließen es die „Östlichen“ noch krachen. „Diese Stadtmeisterschaft ist noch schöner als die im Sommer auf dem Feld. In der Halle sind die Emotionen noch größer, es sind noch mehr Zuschauer und die Spiele noch spannender“, meinte André Haberschuss, Torwart und auch Trainer des Titelträgers, begeistert, „und außerdem haben wir ja wohl lange genug drauf gewartet.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
Zur Autorenseite
Jörg Krause

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.