Die 20. Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften 2006 fanden ein umstrittenes Ende. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

Listiger Torjäger stellt den Premierensieg sicher und der Trainer unterschreibt die Urkunde selbst

Die Hallenstadtmeisterschaften 2021 sind der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Wir blicken in loser Folge auf einige frühere Turniere zurück. Da darf die erste Austragung natürlich nicht fehlen.

Der Startschuss zu den Schwerter Titelkämpfen unter dem Hallendach fiel im Dezember 1986. Zwar wurde auch schon vorher Hallenfußball in den Tagen um den Jahreswechsel zelebriert, jedoch nicht unter dem Namen „Stadtmeisterschaft“.

Maßgeblich beteiligt daran, dass offiziell ein Schwerter Hallenstadtmeister ausgespielt wurde, war Manfred Althaus. Der Ehrenvorsitzende des VfB Westhofen war seinerzeit Vorsitzender der Fachgruppe Fußball im Stadtsportverband. Diesen Posten hatte er 1982 als Nachfolger von Ernst Köser angetreten. Ihm sei es darum gegangen, die Vereine näher zusammen zu bringen, sagte Althaus zurückblickend.

An der ersten Auflage der Meisterschaften in der Gänsewinkelhalle war er dann sogar noch in einer zweiten Funktion beteiligt. Althaus war auch Interimstrainer beim VfB Westhofen. Er hatte den Trainerposten von Siggi Hager übernommen.

Manfred Althaus mit glücklichem Händchen

Und auch als Trainer bewies Manfred Althaus ein glückliches Händchen, denn der VfB Westhofen wurde prompt erster Hallen-Stadtmeister. Im Finale gewann seine Mannschaft gegen den Geisecker SV mit 2:1.

Siegerehrung des ersten Hallenstadtmeisters: Der Westhofener Kapitän Matthias Faltin nimmt 1986 den Siegerpokal aus den Händen des damaligen RN-Geschäftsstellenleiters Hans-G. Buchholz (2.v.re.) entgegen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Ein Spieler setzte der Premierenveranstaltung seinem Stempel auf. Frank Kirsch schoss den VfB auf den Hallen-Thron. Der damals 21-Jährige krönte sich mit sechs Treffern zum Torschützenkönig und erzielte beide VfB-Tore im Endspiel. Damit avancierte er zum Spieler des ersten Turniers, das damals noch an einem Tag über die Bühne ging.

Frank Kirsch entschied das Endspiel mit zwei Treffern und wurde Torschützenkönig. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Dabei war der damalige A-Ligist aus Westhofen als Außenseiter in das Turnier gegangen. „Geisecke war damals der Favorit. Die hatten mit den Wagner-Brüdern zwei Ex-Profis dabei. Aber wir haben damals in den letzten Minuten nochmal alle Kräfte mobilisiert und noch 2:1 gewonnen“, so Althaus.

Althaus hatte eben „Kirsche“ in seinen Reihen. Der listige Torjäger erzielte die 1:0-Führung für den Außenseiter direkt vom Anstoß und düpierte den Geisecker Torwart Münnekhoff. „Lass mich mal schießen, der Torwart steht schlecht“, meinte er zu seinen Teamkollegen, berichtete Kirsch aus seinen Erinnerungen.

Doch Heinz van de Sand hatte für die „Kleeblätter“ mit einem Weitschuss ausgeglichen. „Sie waren eigentlich stärker als wir, aber wir hatten mit Faltin und Schneider schon eine gute Truppe“, so Kirsch. Und sie hatten eben einen Vollblutstürmer. Frank Kirsch schlug in den Schlussminuten noch einmal zu und krönte den VfB so zum ersten Hallenstadtmeister in der Geschichte der Ruhrstadt.

Pokal der Ruhr Nachrichten

Neben dem Pokal der Ruhr Nachrichten gab´s damals auch eine Urkunde vom Stadtsportverband. Diese hat Manfred Althaus fein säuberlich in seinen Unterlagen aufbewahrt. Und er hat sie neben dem damaligen Stadtsportverbandsvorsitzenden Rudi Pohl in seiner Funktion als Fachgruppenvorsitzender auch selbst unterschrieben.

Die Original-Urkunde zum Gewinn der Hallenstadtmeisterschaft hat Manfred Althaus sorgfältig aufbewahrt. Das Dokument ist von ihm selbst unterschrieben. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Der „Budenzauber“ wurde in der Ruhrstadt eine Erfolgsgeschichte. „Vielleicht sollten die Verantwortlichen in Erwägung ziehen, diese Veranstaltung über zwei Tage laufen zu lassen“, kommentierten die Ruhr Nachrichten damals eine insgesamt gelungene Premiere. So kam es dann bald auch.

Die Hallenstadtmeisterschaften sind seitdem nicht mehr aus dem heimischen Fußball-Terminkalender wegzudenken und sind ein großes Treffen der heimischen Vereine. So wie es sich Manfred Althaus erhofft hatte.

Fünf Jahre führte Althaus die Fachgruppe, ehe er den Vorsitz 1987 an Andreas Krüger abgab. Der VfB Westhofen stand in den bisherigen 34 Turnieren acht Mal im Endspiel. Aber nur einmal gelang ihm ein weiterer Triumph – 1995, und auch hier hieß der Finalgegner Geisecker SV.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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Jörg Krause

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