Ein Foto, das schon über ein Jahr alt ist: Mehdi Hoseini beim bis dato letzten Landesliga-Heimspiel der Schwerter Turnerschaft am 29. Februar 2020. © Bernd Paulitschke
Basketball

Funktionärsentscheidung stößt auf Gegenliebe: „Das Vernünftigste, was man machen konnte“

Mit der Entscheidung, die bis dato noch gar nicht begonnene Saison 2020/21 nicht auszuspielen, hat der Westdeutsche Basketballverband (WBV) in dieser Woche klare Fakten geschaffen.

Die Überschrift der Amtlichen Mitteilung vom 18. März, die der WBV an seine Vereine verschickt hat, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Die Saison 2020/2021 wird nicht mehr ausgetragen“, ist da zu lesen. Die jüngste Pandemie-Entwicklung lässt den sofortigen Saisonabbruch nach Ansicht der Verbandsfunktionäre alternativlos erscheinen, wie eine aktuelle Bestandsaufnahme belegt.

So heißt es in besagter Nachricht des WBV-Präsidiums an die Vereine: „Es wird noch dauern, bis Basketball wieder in der Halle gespielt werden kann. Leider lassen die aktuellen Inzidenzzahlen im Augenblick nicht erwarten, dass es nach Ostern schon möglich sein wird. Über Monate hin war es nicht möglich zu trainieren. Es wird Zeit brauchen, bis alle wieder in

der Lage sein werden, an einem Wettkampf um Punkte und Aufstieg teilnehmen zu können. In der nun verbleibenden Zeit ist es nicht mehr möglich, einen geregelten Spielbetrieb für die Saison 2020/2021 zu organisieren. Die Saison 2020/2021 kann nicht mehr – auch nicht in verkürzter Form – durchgeführt werden.“ Es werde keine Ab- und Aufsteiger geben, alle Mannschaften behalten ihr Teilnahmerecht für die Spielzeit 2021/2022.

Dass die Entscheidungsträger im WBV nun Nägel mit Köpfen gemacht haben, stößt bei Alexander Prinz auf Gegenliebe. „Es ist entschieden worden, wie man es erwarten konnte – das Vernünftigste, was man machen konnte“, sagt der Basketball-Abteilungsvorsitzende der Schwerter Turnerschaft (STS). Er begrüße auch, dass die Saisonabsage schon jetzt erfolgt sei und dass man nicht bis nach den Osterferien damit gewartet habe, so Prinz.

Lange Durststrecke für die Korbjäger

Für die STS und die anderen Basketballvereine ist die Durststrecke ohne jegliches Meisterschaftsspiel länger als für die meisten anderen Ballsportler. Denn im Gegensatz zum Beispiel zu den Fuß-, Hand- oder Volleyballern, die vor dem Beginn des Lockdowns Anfang November 2020 wenigstens schon ein paar Spiele absolvieren konnten, war dies bei den Korbjägern nicht der Fall. Für die erste Herrenmannschaft der STS zum Beispiel liegt das letzte Landesliga-Punktspiel – die 63:66-Niederlage in Lippstadt am 7. März 2020 – schon mehr als ein Jahr zurück.

Die Spielerinnen und Spieler der verschiedenen Mannschaften über einen so langen Zeitraum bei Laune und den Teamgeist aufrecht zu erhalten, sei gar nicht so einfach, sagt Alexander Prinz. „Die meisten Spieler halten sich individuell fit“, meint Prinz, der auch im Nachwuchsbereich als Trainer bei der STS aktiv ist. Gemeinsames online-Training bietet sich da als Alternative an, „aber über einen längeren Zeitraum ist schwierig, den Kontakt zu halten.“

Alexander Prinz hofft auf sinkende Inzidenzzahlen

So hofft Prinz auf „sinkende Inzidenzzahlen irgendwann nach Ostern“ und damit verbunden auf die Möglichkeit, bei wahrscheinlich wärmeren Temperaturen zunächst mal unter freiem Himmel wieder ins Training einzusteigen – es wäre immerhin ein Anfang.

Dann wird sich wohl auch herausstellen, ob sich die lange Trainings- und Spielpause negativ auf die Zahl der Aktiven auswirkt – eine Befürchtung, die beim STS-Abteilungsvorsitzenden bisher noch nicht allzu ausgeprägt ist. „Bisher habe ich bei uns von Kündigungen noch nichts mitgekriegt. Unsere Aktiven halten uns dankenswerterweise die Treue“, sagt Alexander Prinz.

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Michael Doetsch

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