Wenn der VfL Schwerte auf dem zurzeit verschneiten Sportplatz Schützenhof ein Testspiel gegen den Kevin-Großkreutz-Klub TuS Bövinghausen absolviert, soll Eintritt kassiert werden - so will es der Bövinghauser Vereinsboss. © Manuela Schwerte
Fußball

Für ein Testspiel zu bezahlen, kommt für den VfL Schwerte nicht in Frage – oder doch?

Der Kevin-Großkreutz-Klub TuS Bövinghausen will Geld dafür, zu einem Testspiel anzutreten. Ob der VfL Schwerte als potenzieller Testspielgegner dieses Spielchen mitmachen würde, ist offen.

Nein, einen Termin für ein Freundschaftsspiel zwischen den VfL Schwerte und dem TuS Bövinghausen gibt es noch nicht. Und ob eine Partie des Schwerter Bezirksligisten gegen den neuen Klub von Kevin Großkreutz überhaupt zustande kommt, steht ebenfalls in den Sternen.

Fakt ist aber, dass die noch einmal hundertprozentig ernst gemeinte Anfrage der Schwerter für ein Revanchespiel gegen Großkreutz ziemliche Wellen geschlagen hat. Zur Erinnerung: Gefragt nach dem größten Spiel seiner Karriere hatte der Ex-Profi ein C-Jugend-Kreispokalspiel mit dem BVB gegen den VfL Schwerte genannt, in dem er 14 Tore geschossen haben will.

Prompte Antwort auf die Anfrage des VfL Schwerte

Im Zusammenhang mit der prompten Antwort auf die VfL-Anfrage („Wenn der Lockdown zu Ende ist, melde ich mich bei Euch“) hatte Ajan Dzaferoski, Präsident des neuen Großkreutz-Klubs TuS Bövinghausen, durchblicken lassen, dass er aus der Verpflichtung des „Promis“ Kapital schlagen wolle und zu Testspielen auf fremdem Platz nur antreten werde, wenn man die Hälfte der Eintrittsgelder bekommt.

Auch Bernd Arnhold, Wirtschaftsratsvorsitzender des VfL Schwerte, hat Dzaferoskis Aussage zur Kenntnis genommen und reagiert darauf süffisant: „Wir nehmen für Testspiele keinen Eintritt – insofern können wir die Einnahmen gerne teilen“, sagt Arnhold. Dass Vereine ab Regionalliga aufwärts eine Antrittsprämie verlangen, könne er verstehen, so Arnhold. „Aber doch nicht als Westfalenligist – und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass plötzlich 300 oder 400 Zuschauer zum Schützenhof kommen, nur weil Kevin Großkreutz kommt.“

Ganz so strikt in seiner Ablehnung gegen die Bövinghauser Forderungen ist Arnholds Vorstandskollege Frank Samson dagegen nicht. „Prinzipiell finde ich es auch nicht gut, was Dzaferoski vorhat – und vielleicht rudert er ja auch noch zurück. Aber ich will seine Pläne auch nicht vorschnell verurteilen. Denn letztlich weiß man nicht, wie groß der Effekt wäre, einen Großkreutz präsentieren zu können“, meint der VfL-Geschäftsführer.

Frank Samson: Es gibt keine Erfahrungswerte

Es gebe keine Erfahrungswerte, so Samson weiter. Aber er könne sich schon vorstellen, dass die Rechnung aufgehen könnte – vor allem, wenn man als einer der ersten Vereine gegen Großkreutz‘ neue Mannschaft spielen würde. „Ohne Großkreutz kämen dann vielleicht 100 Leute zum Sportplatz, mit Großkreutz wären es vielleicht 300 – man weiß es nicht. Aber man könnte zumindest drüber nachdenken“, meint Samson.

Unter den Zuschauern wären dann ganz sicher aber auch eine Reihe von Bövinghauser Anhängern, die neugierig auf ihren namhaften Neuzugang sind. „Insofern würde Dzaferoski die eigenen Mitglieder schädigen, wenn er darauf besteht, Eintritt zu nehmen.“

Wie man beim VfL Schwerte entscheiden würde, wenn es denn tatsächlich zu einem Bövinghauser Testspiel-Angebot käme, das mit Kosten verbunden ist, ist offenbar noch nicht entschieden. „Damit haben wir uns im Vorstand noch nicht nachdrücklich befasst“, sagt Frank Samson.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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