Das Training im Wald hat der Schwerter Sidney Capraro für sich als Alternative entdeckt, um sich fit zu halten. © Sidney Capraro
Fitnesstraining

Fitness im Wald als Corona-Alternative: „Staub, Dreck, Matsch – und dann einfach Vollgas!“

Die Möglichkeiten, Sport zu treiben, sind in Lockdown-Zeiten stark eingeschränkt. Aber der Schwerter Sidney Capraro hat eine Alternative parat - Fitnesstraining der etwas anderen Art.

Fußball spielt er beim VfB Westhofen, bei RedFitness arbeitet er als Fitnesstrainer. Beidem, Hobby und Beruf, kann er aufgrund der Lockdown-Beschränkungen aktuell nicht nachkommen. Aber Sidney Capraro lässt sich nicht hängen – und hält sich einfach in Schwertes Wäldern fit.

Im Interview verrät der 30-Jährige, warum Bewegung gerade jetzt zur kalten Zeit wichtig ist und wie er sich motiviert.

Sidney, in Zeiten von Kontaktsportverbot und geschlossenen Fitnessstudios – wie kann man sich aktuell am einfachsten fithalten?

Einfach ist gerade gar nichts, weil durch die Beschränkung, sich nur mit zwei Haushalten treffen zu dürfen, es schon ziemlich schwerfällt, überhaupt Motivation aufzubauen. Menschen sind da verschieden – der eine macht gerne ganz allein Sport, um den Kopf frei zu kriegen, und der andere braucht eben Gruppenmotivation. Deshalb kann man das pauschal nicht sagen. Mein Tipp ist, eine gute Mischung zu finden aus Ausdauersport wie Joggen, Fahrradfahren und Krafttraining in Form von Homeworkouts oder Zirkeltraining im Wald – so wie ich es auch mache.

Training im Wald – wie bist du auf diese Idee gekommen?

Das hat sich mit den Lockdowns so ergeben. Die Atmosphäre ist einfach geil: Staub, Dreck, Matsch und dann einfach Vollgas geben! Die Vorteile sind die frische Luft und dass man alles geben kann, ohne gestört zu werden. Im letzten Lockdown habe ich mir noch alles selbst gebastelt, weil es einfach gar keine Fitnessgeräte mehr zu kaufen gab. Jetzt bin ich aber echt gut ausgestattet. Mit Hanteln, Langhanteln, Slingseilen, Kettlebells – wie ein eigenes, kleines Fitnessstudio.

Mit einbeinigen Kniebeugen trainiert Sidney Capraro hier den Quadrizeps, also den vorderen Oberschenkel. © Sidney Capraro © Sidney Capraro

Hast du auch Tipps für zu Hause? Was kann man am besten machen, wenn man den ganzen Tag im Homeoffice sitzt?

Das Wichtigste ist ganz klar: Bewegung! Die meisten sitzen acht Stunden vor ihrem Laptop am Tisch oder auf der Couch. Meine grundsätzliche Empfehlung für jeden ist da, ein- bis zweimal die Woche joggen zu gehen. Aber auch schon längere Spaziergänge oder ein cooles Homeworkout, das den ganzen Körper trainiert, können gut helfen. Ansonsten ist eine gesunde Ernährung aktuell wichtiger denn je.

Die Tage werden kürzer, es wird spürbar kälter – nicht jeder ist Fan von Draußen-Sport. Was kann einen dennoch dazu motivieren?

Jetzt, da die kalten Tage anfangen, ist es sehr wichtig, seine Abwehrkräfte zu stärken. Allein das kann und sollte schon Motivation genug sein. Denn dies geht nun mal am besten durch Sport und gesunde Ernährung. Und nicht, indem man sich zu Hause einschließt. Deshalb sollte jetzt jeder daran denken, für seine Gesundheit rauszugehen und sich zu bewegen. Und wenn es eben nur ein paar längere Spaziergänge oder lockeres Joggen sind – das ist oftmals schon ausreichend.

Wie schwierig ist die Situation aktuell für dich als Fitnesstrainer? Du darfst ja aktuell deinen Beruf nicht ausüben.

Leider ist es sehr schwierig. Kurzarbeit – und das vor den Weihnachtstagen – ist nicht ganz so rosig. Da muss man gucken, wo man bleibt. Ich hoffe einfach, dass wir schnell die Studios wieder aufmachen dürfen und die Leute begreifen, wie wichtig Sport, insbesondere Krafttraining, im Fitnessstudio ist.

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