Neben dem Kanu-Slalom will der Kanu- und Surf-Verein Schwerte in Zukunft auch die neue Disziplin Boater-Cross anbieten. © Manuela Schwerte
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Eine neue Disziplin soll den Kanusport revolutionieren

Eine neue Disziplin soll den Kanusport attraktiver und jünger machen. Es geht um Boater-Cross, einem Kopf-an-Kopf-Rennen im Wildwasser. Der Kanu- und Surf-Verein Schwerte (KVS) will den Trend nicht verpassen.

Es tut sich was beim KVS. Trotz der Trainingseinschränkung aufgrund von Corona, trotz der eisigen Temperaturen auf dem Wasser. Ohne Übertreibung kann man behaupten, es tut sich sogar Grundlegendes. Denn neben dem traditionellen Kanuslalom wird mit dem sogenannten Boater-Cross (oder auch Extrem-Slalom oder Canoe-Slalom-Extreme) in naher Zukunft eine völlig neue Disziplin beim KVS angeboten werden.

Zwei Wildwasser-Boote werden zeitnah gekauft

“Wir werden relativ zeitnah zwei Wildwasser-Boote dafür anschaffen. Die kosten circa 1500 Euro pro Stück, sind aus Polyethylen und wiegen mindestens 18 Kilogramm, sind also doppelt so schwer wie unsere Slalom-Boote. Unsere Mitglieder werden wir in den nächsten Tagen über die Neuerungen informieren”, erklärt Sportkoordinator Guido Brand, der unterstreicht, dass der KVS eigentlich keine andere Wahl hat, als diesen Weg zu beschreiten. Denn Boater-Cross wird olympisch, bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris soll es diese neue Disziplin im Wildwasser-Kanal geben, dafür fallen zwei Kanu-Sprint-Wettbewerbe hinten rüber. “Wenn wir es nicht anbieten, dann tun es andere”, so Brand.

Doch was ist eigentlich Boater-Cross? Die Erklärung liefert Guido Brand: “Extrem-Slalom ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf einer Sprintstrecke im Wildwasser mit einem Start von einer Rampe und wenigen Toren, die aber fehlerfrei befahren werden müssen. Bootskontakt zwischen den vier Athleten ist erlaubt.” Der grundlegende Unterschied ist: Es geht nicht mehr um Zeiten, sondern um den Kampf Mann-gegen-Mann oder Frau-gegen-Frau. Besonders das junge Publikum scheint das zu mögen. Seit der Einführung in die ICF-Weltcups und Weltmeisterschaftsprogramme hat Boater-Cross neue Fans angezogen und starke Fernsehquoten hervorgebracht.

KVS will den Trend Boater-Cross nicht verpassen

Der KVS Schwerte muss also handeln, um den Trend nicht zu verpassen. Auf der Ruhr in Schwerte kann das Training für Boater-Cross wegen des fehlenden Wildwassers natürlich nicht angeboten werden, aber in Hohenlimburg. Für Wettkämpfe müssen die Athleten und Athletinnen zu den Wildwasser-Kanälen nach Augsburg oder Markkleeberg bei Leipzig reisen. Andererseits könnte sich Guido Brand gut vorstellen, auch auf der Ruhr eine Startrampe aus Holz zu bauen: “Auf der Ruhr können wir auch das Tackling üben, also dieses nebeneinander fahren. Bislang sind wir ja immer allein gegen die Uhr unterwegs, wollen uns aber mit der neuen Situation schnellstens anfreunden.”

Unterstützung erhalten die Schwerter dabei von prominenter Seite. Jens Ewald, der zum Trainerteam des KVS gehört und 2004 letzter Olympiateilnehmer des KVS war, sagte: “Wenn ich jetzt 18 Jahre alt wäre, würde ich das sofort machen. Da hätte ich richtig Lust drauf.” Die Schwerter Vereinsspitze steht auch im engen Austausch mit Stefan Hengst. Der Hammer ist Weltmeister und würde wertvolle Ratschläge geben, um die Sportart auch in Schwerte erfolgreich zu etablieren. Das Kuriose dabei. Die Sportart ist in Deutschland noch extrem jung, stellt aber mit Stefan Hengst und Caroline Trompeter zwei Weltmeister.

Jens Ewald würde es auch Spaß machen

Der KVS, stärkster Kanu-Slalom-Klub in NRW, wird sich also umstellen müssen, junge Sportler und Sportlerinnen für den Extrem-Slalom zu gewinnen. Die sollen aber nicht neu hinzugewonnen werden, sondern aus dem jetzigen Kreis derjenigen kommen, die bereits erfolgreich Kanu-Slalom fahren. Denn auch Stefan Hengst und Caroline Trompeter waren erfolgreiche Kanu-Slalom-Athleten, bevor sie ins Wildwasser-Boot wechselten. Schließlich könne man ja auch beides fahren, Kanu-Slalom und Boater-Cross, wie Guido Brand versichert.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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