Nach der Auftaktniederlage gegen Frankreich ist die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal in der Pflicht. © picture alliance/dpa
Fußball

Ein Weltmeister hat bei Schwerter Experten schlechte Karten: „Seine Zeit ist vorbei“

Die deutsche Nationalmannschaft hat den EM-Auftakt gegen Frankreich vergeigt. Wir haben exemplarisch vier Schwerter Fußballer gefragt, was sie jetzt machen würden, wenn sie Jogi Löw wären.

Kevin Loke war früher Torwart und ist mittlerweile ein zuverlässiger Mittelfeldspieler des Bezirksligisten ETuS/DJK Schwerte. Mathis Leuer, spielender Co-Trainer des Geisecker SV, ist seit vielen Jahren ebenfalls in der Bezirksliga unterwegs. Fabian Kampmann trainiert mit dem SC Berchum/Garenfeld die ranghöchste Mannschaft dees Schwerter Stadtsportverbandes. Und auch Niklas Heidemann ist ein Schwerter Fußballer, der als Profi für den Regionalligisten SC Preußen Münster am Ball ist.

Was auffällt: In allen vier Schwerter Wunsch-Aufstellungen taucht der Name eines Weltmeisters nicht auf, der in der Vergangenheit fast immer gesetzt war: Toni Kroos. Dem Mittelfeldstrategen traut unser Schwerter Experten-Quartett offenbar nicht mehr zu, dem deutschen Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Und was sind sonst die Ideen von Loke, Leuer, Kampmann und Heidemann? Hier kommen ihre taktischen Vorstellungen und das Personal, mit dem sie die Portugiesen am Samstagabend in die Knie zwingen würden.

Kevin Loke: „Im Vergleich zum Spiel gegen Frankreich würde ich erstmal Toni Kroos rausnehmen. Er ist zwar Weltmeister, aber seine Zeit ist vorbei. Und ein Spielmacher reicht. Der zweite Sechser muss ein Kämpfer sein. Vorne würde ich Gnabry und Sane bringen, sie stehen für Schnelligkeit und Effektivität. Und Müller als Stürmer, da er nicht lange überlegt, sondern einfach macht. Und er hat auch schon bewiesen, dass er weiß, wo das Tor steht. Das ist auch ein Typ, der vorne weggeht.“

Kevin Loke (ETuS/DJK Schwerte). © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Kevin Lokes taktische Aufstellung (3-4-2-1):

Neuer im Tor.

Die Dreierkette mit Ginter, Hummels und Rüdiger.

Das Vierer-Mittelfeld mit Kimmich, Gündogan, Goretzka und Gosens.

Davor Sane und Gnabry.

Und Müller in der Sturmspitze.

Mathis Leuer: „Ich würde im 4-3-3-System spielen lassen und damit offensiver auftreten als zuletzt. Dazu muss Kimmich auf seiner stärksten Position spielen. Und Goretzka als alter Bochumer und torgefährlicher Mittelfeldspieler muss unbedingt in die Startelf, wenn er halbwegs fit ist. Und Ginter sollte im Stile eines Höwedes bei der WM 2014 auftreten. Kai Havertz rotiert raus, genauso wie Toni Kroos.“

Mathis Leuer (Geisecker SV). © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Mathis Leuers taktische Aufstellung (4-3-3):

Neuer im Tor.

Die Viererkette mit Ginter, Hummels, Rüdiger und Gosens.

Davor Kimmich als Sechser sowie Goretzka und Gündogan zentral.

Und vorne Sane, Müller und Gnabry.

Fabian Kampmann: „Ich würde im 3-5-2-System spielen lassen, weil wir auf den Flügeln einfach nicht so stark besetzt sind. Dafür sind wir von der Besetzung im Zentrum die Besten der Welt. Toni Kroos würde ich allerdings rausnehmen – da sind andere einfach stärker. Als zweiten Stürmer würde ich Kevin Volland bringen, weil er ein richtig guter Box-Spieler ist. Denn das hat am Dienstag gegen Frankeich gefehlt – dass jemand im Strafraum immer anspielbar und gefährlich ist. Das ist bei Volland der Fall.“

Fabian Kampmann (SC Berchum/Garenfeld). © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Fabian Kampmanns taktische Aufstellung (3-5-2):

Neuer im Tor.

Die Dreierkette mit Ginter, Hummels und Rüdiger.

Das Fünfer-Mittelfeld mit Kimmich, Gündogan, Goretzka, Havertz und Gosens. Und Müller und Volland als Stürmer.

Niklas Heidemann: „Mein favorisiertes System wäre ein 4-3-3 mit zwei offensiv ausgerichteten Spielern auf der Achter-Position. Man braucht Achter, die Läufe in die Tiefe anbieten und die die zweiten Bälle direkt gegenpressen. Und sie müssen aufdrehen zwischen den Linien, um Überzahl zu schaffen. Im Spiel gegen Frankreich waren beide Sechser zu nah an der Dreierkette. So war der Abstand zur vordersten Linie zu groß.“

Niklas Heidemann (Preußen Münster). © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Niklas Heidemanns taktische Aufstellung (4-3-3):

Neuer im Tor.

Die Viererkette mit Kimmich, Rüdiger, Hummels und Gosens.

Davor Can als Sechser sowie Gündogan und Havertz zentral.

Und vorne Sane, Gnabry und Müller.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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