Wie realistisch sind Corona-Schnelltests im Amateurfußball? Wir haben bei einem Klub nachgefragt. © Jens Lukas
Fußball

Ein Schwerter Trainer nimmt Abschied vom Fußball, wie wir ihn vor Corona kannten

Die Rückkehr der Amateurfußballer auf die Sportplätze lässt weiter auf sich warten - aber wie lange noch? Ein Schwerter Trainer macht sich Gedanken, die nicht allzu zuversichtlich klingen.

Wann können wir endlich wieder kicken?“ lautete das Thema einer Live-Talkrunde der Ruhr Nachrichten vor ein paar Tagen – und alle Beteiligten des Talks hatten eines gemeinsam: den Wunsch, dass möglichst bald eine Rückkehr auf die Sportplätze möglich ist.

Weitgehend einig war man sich aber auch darin, dass dieser Wunsch in der näheren Zukunft noch nicht Realität werden wird. Ebenso wenig realistisch sei ein Re-Start der Amateurfußballer mit Mund-Nasen-Schutz. Auch in diesem Punkt, der nach einem Vorschlag des Münchener Sportwissenschaftlers Henning Wackerhage zu einem Gegenstand der Diskussion geworden war, gab es keine kontroversen Auffassungen in der Runde.

Deutliche Ablehnung zum Masken-Vorschlag

Unsere kleine Umfrage unter den Schwerter Trainern zum Thema „Fußball mit Maske“ hatte zuvor eine ähnlich deutliche Ablehnung zu dem Masken-Vorschlag des Professors ergeben.

Einzig Dominik Buchwald sah den Vorschlag des Wissenschaftlers etwas differenzierter als seine Trainerkollegen. Wenn es nur die Möglichkeiten „gar nicht spielen“ oder „mit Maske spielen“ geben, wäre Zweiteres doch zumindest einen Versuch wert, meint der Trainer des Bezirksligisten VfL Schwerte. Bei dem Bestreben, möglichst früh wieder auf die Plätze zu kommen, helfe jeder Diskussionsvorschlag. Allerdings räumt auch Buchwald ein, dass die praktische Umsetzung der Masken-Pläne problematisch werden dürfte.

Dominik Buchwald macht sich Gedanken um die Zukunft des Amateurfußballs. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Aber letztlich sei es eine Frage der Alternative, so der VfL-Trainer weiter. Ihm gehe es vor allem um die Ansteckungsgefahr, so der 40-Jährige. „Je geringer das Infektionsrisiko auf dem Platz und um den Platz herum ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eher wieder Fußball spielen kann – und dann auch länger spielen kann, ohne dass wieder pandemiebedingt eine Pause eingelegt werden muss.“ Deshalb müssten alle Gedanken und Konzepte in die Richtung eines verminderten Infektionsrisikos gehen.

Darüber hinaus macht sich Buchwald generelle Gedanken über die Zukunft des Amateurfußballs – Gedanken, die nicht allzu optimistisch klingen. „Ich glaube, dass man sich grundsätzlich von den konservativen Vorstellungen, wie wir Fußball spielen wollen und wie wir es vor der Corona-Pandemie gekannt haben, für die nächsten Monate oder vielleicht sogar Jahre verabschieden muss“, sagt Buchwald. „Auch nach dem Sommer wird die Lage nicht so sein, wie wir sie vor der Pandemie hatten“, meint er.

Der VfL-Trainer hält die Mutationen des Virus für „eine Herausforderung, auf die Politik und Wissenschaft immer wieder Antworten finden müssen.“ Antworten, die ein Zurück des Amateurfußballs in Vor-Corona-Zeiten auf absehbare Zeit nicht zulassen, meint Dominik Buchwald. Auch wenn er es – wie alle anderen Fußballer auch – nur allzu gerne anders hätte.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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