Zurzeit sind die Sportplatzanlagen geschlossen. Wenn der Ball irgendwann wieder rollt, sollen zwei Wochen zur Vorbereitung auf die weitere Saison reichen, sagt Verbandsfunktionär Schnieders. © Bernd Paulitschke
Fußball-Bezirksliga

Ein paar Spieler halten sich fit, „aber der Rest lebt wie ein Pandabär“

Zwei Wochen Vorbereitungszeit vor einer Wiederaufnahme der Amateurfußballsaison müssen reichen. Das meint Verbandsfunktionär Manfred Schnieders - und sorgt damit für Kopfschütteln an der Basis.

Die Problematik aus Sicht des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) liegt auf der Hand: Niemand weiß, wann und ob die seit Ende Oktober unterbrochene Saison 2020/21 fortgeführt werden kann.

Das Bestreben des Verbandes ist offenbar, eine Annullierung der Saison möglichst zu vermeiden – anders ist die Aussage von Manfred Schnieders, Vizepräsident des FLVW, jedenfalls wohl kaum zu verstehen: „50 Prozent der Spiele einer Staffel sind nach wie vor das Ziel.“ Sollte dies noch gelingen, würde die Spielzeit auch gewertet – inklusive Auf- und Abstieg. So haben es die Verbandsfunktionäre in ihrer Spielordnung festgeschrieben.

Um eine Saisonwertung hinzukriegen, müssen die Vereine offenbar auch damit rechnen, dass ihnen von Verbandsseite keine allzu lange Vorbereitungszeit gewährt wird – wenn es denn irgendwann mal zu einer Rückkehr auf die Sportplätze kommt.

André Haberschuss reagiert auf Schnieders mit Ironie

Doch mit seiner Ansicht, dass zur Not zwei Wochen Vorbereitungszeit reichen müssten, stößt Schnieders nicht nur bei André Haberschuss auf Unverständnis. Gefragt nach seiner Meinung zu der Thematik, äußert sich der Trainer des Bezirksliga-Zwölften ETuS/DJK Schwerte mit einem Statement voller Ironie: „Wenn es wieder losgeht, gehe ich davon aus, dass meine Jungs so dermaßen fit sind, dass sie überhaupt keine Vorbereitung brauchen.“

ETuS/DJK-Trainer André Haberschuss (re.), hier mit Kapitän Yannik Körner, begegnet den Aussagen des FLVW-Vizepräsidenten Schnieders mit blanker Ironie. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Was Haberschuss in Wirklichkeit meint: „Nur zwei Wochen Vorbereitung – das ist total an der Realität vorbei. Was will man denn in den zwei Wochen machen? Um an der Ausdauer zu arbeiten, ist die Zeit zu kurz. Kraft und Schnelligkeit zu trainieren, macht auch keinen Sinn. Man würde also komplett unfit in die Saison gehen, die Verletzungsgefahr wäre enorm. Es würde auf einen Wettbewerb hinauslaufen: Welche Mannschaft hat den besten Physio?“

Aber liegt FLVW-Vize Schnieders denn mit seiner Einschätzung so daneben, dass zumindest in den überkreislichen Ligen die Trainer ihren Spielern Trainingspläne für ein individuelles Training an die Hand gegeben haben? Haberschuss dazu: „Ich kann ja nur für uns sprechen. Wir haben vielleicht fünf Spieler in der Mannschaft, die von sich aus laufen gehen und etwas für ihren Körper tun. Der Rest lebt wie ein Panda-Bär.“

Der ETuS/DJK Schwerte hat die Ruhe weg

Fußball steht in der Prioritätenliste zurzeit also nicht ganz oben – und das gilt im Falle des ETuS/DJK nicht nur für die ungewisse Situation rund um die zurzeit unterbrochene Saison. Denn auch was die Planungen für die Spielzeit 2021/22 angeht, haben die „Östlichen“ offenbar die Ruhe weg. Nächste Woche werde man mit den Spielergesprächen beginnen, verrät Haberschuss. Allzu große Veränderungen im Kader erwarte er nicht.

Eine Veränderung auf der Trainerposition scheint ebenfalls kein Thema in Schwerte-Ost zu sein. „Ich gehe davon aus, dass es in der Konstellation weitergeht, mit der wir in diese Saison gestartet sind und in der wir ja erst fünf Spiele absolviert haben“, sagt der 43-Jährige, der seit 2012 der Trainer der „Östlichen“ ist. Er geht davon aus, dass auch Claudio Marzolla als Co-Trainer weitermachen wird.

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Michael Doetsch

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