Auch nach dem Ende der Jugend-Kooperation soll der Begriff „Ruhr Füchse“ nicht von der Bildfläche verschwinden. © Bernd Paulitschke
Jugendhandball

Die HSG gibt sich kämpferisch – und will die Marke „Ruhr Füchse“ erhalten

Die HVE Villigst-Ergste hat die Kooperation im Kinder- und Jugendhandball mit der HSG Schwerte/Westhofen nach drei Jahren beendet - eine Entscheidung, die hohe Wellen schlägt.

Der Vorstand der HVE Villigst-Ergste hatte die Verantwortlichen der HSG Schwerte/Westhofen am vergangenen Donnerstag im Rahmen einer Videokonferenz davon in Kenntnis gesetzt, ab der Saison 2021/22 wieder eigenständig arbeiten zu wollen und das „Projekt Ruhr Füchse“ nicht fortzusetzen. Eine Bewertung der Situation habe ergeben, dass man das Projekt als gescheitert ansehe, war die Kernaussage einer offiziellen HVE-Mitteilung vom vergangenen Freitag.

Deshalb wird der Begriff „Ruhr Füchse“ jedoch nicht zwangsläufig von der Bildfläche verschwinden. Denn die Führungskräfte der HSG sowie der beiden Stammvereine TG Westhofen und TV Jahn Rot-Weiß Schwerte, für die die HVE-Entscheidung offenbar aus heiterem Himmel kam, wollen ihr Jugendteams weiterhin als „Ruhr Füchse“ auf Torejagd gehen lassen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht – hier im Wortlaut.:

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„Die Ruhr Füchse haben sich als Marke im Schwerter Jugendhandball etabliert. Nach dem allgemeinen Chaos, das die für alle überraschende HVE-Entscheidung verursacht hat, wollen wir durch diesen Identitätserhalt ein Signal senden“, sagt Rolf Linnemann, Sportlicher Leiter der HSG.

Begriff ist nicht urheberrechtlich geschützt

Weil der Begriff, der seinerzeit nach einer Abstimmung in den Nachwuchsmannschaften entstanden ist, nicht urheberrechtlich geschützt sei, sieht Linnemann kein Problem darin, die HSG-Jugendteams künftig als „Ruhr Füchse“ spielen zu lassen.

Wie viele Mannschaften dies sein werden, wenn Corona überhaupt mal wieder eine Rückkehr in den Spielbetrieb zulässt, scheint zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen. Aber Rolf Linnemann gibt sich kämpferisch, die in der Pressemitteilung formulierte Zielsetzung, „jedem, der weiterhin als Ruhr Füchsin oder als Ruhr Fuchs spielen möchte, ein Angebot zu machen“, in die Tat umsetzen zu können. „Wir kriegen das hin – auch wenn ich heute natürlich noch nicht weiß, was an Kindern und Jugendlichen übrig bleibt“, so der Sportliche Leiter.

Vor allem im männlichen Nachwuchsbereich dürfte dies aber schwierig werden – hier überwiegt in den Ruhr-Füchse-Mannschaften deutlich der Anteil der HVE. Deren Sportlicher Leiter Thorsten Gollnik sagt, er könne „in gewisser Weise verstehen, dass man bei der HSG sauer auf uns ist“. Letztlich sei das Ende der Kooperation aber ein normaler Vorgang – vor dem Hintergrund, dass diese Kooperation von beiden Vereinen für die ersten Jahre bewusst als Testphase und ausdrücklich ohne festen Zeitrahmen vereinbart worden. Im Sinne des Vereins habe man im HVE-Vorstand nun eben so entschieden, erklärt Gollnik.

Ansonsten halte man sich von HVE-Seite mit öffentlichen Äußerungen zurück, sagt der Sportliche Leiter. „Wir wollen keine Diskussionen in der Öffentlichkeit führen, sondern lassen lieber unsere Jugendarbeit sprechen – und die ist gut, sonst würden wir nicht heute mit der ersten Damen- und der ersten Herrenmannschaft in der Verbandsliga spielen, ohne eine Spielerin oder einen Spieler von anderen Vereinen dazugekauft zu haben“, so Gollnik.

Darüber hinaus sei er bemüht, weiterhin ein ordentliches Verhältnis zum Ortsnachbarn zu führen – allein schon, weil auch in Zukunft reichlich Berührungspunkte, wie zum Beispiel die Vergabe von Hallenzeiten, geben wird. „Ich hoffe und glaube, dass eine professionelle Zusammenarbeit möglich sein wird, wenn sich die Wogen ein bisschen geglättet haben“, sagt der Sportliche Leiter der HVE Villigst-Ergste.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch
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