HSG Schwerte/Westhofen Damen, Training nach Corona-Lockdown © Manuela Schwerte
Handball

Die HSG-Frauen trainieren wieder – und könnten bald den Profi-Status erreichen

Auch die Handballerinnen der HSG Schwerte/Westhofen freuen sich, endlich wieder in der Halle trainieren zu dürfen. Die Situation für das HSG-Team ist jedoch eine besondere.

Der Gedanke ist immer noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig: Für die Handballerinnen der HSG Schwerte/Westhofen beginnt in guter einer Woche die Mini-Aufstiegsrunde zur 3. Liga – eine Spielklasse, die vom Deutschen Handballbund (DHB) als Profiliga deklariert wird.

Nun sind die Schwerter Spielerinnen ganz sicher nicht als Profis unterwegs – niemand von ihnen verdient ihren Lebensunterhalt mit Handballspielen. Und trotzdem ist der Aufwand, den das Team betrieben hat, als coronabedingt noch kein Hallentraining möglich war, beachtlich – ebenso wie der Ehrgeiz, mit dem die Spielerinnen das bevorstehende sportliche Abenteuer in Angriff nehmen.

Trainingsbeteiligung von 85 bis 90 Prozent

„Man muss ihnen wirklich ein Kompliment machen. Während der online-Einheiten hatten wir eine Trainingsbeteiligung von 85 bis 90 Prozent – und das dreimal pro Woche. Das ist enorm“, blickt Trainer Mischa Quass auf die vergangenen Wochen und Monate zurück.

Gut gelaunt sind Trainer Mischa Quass sowie Sally Unger und ihre Teamkolleginnen der HSG Schwerte/Westhofen ins Hallentraining zurückgekehrt. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

„Trotzdem sind natürlich alle froh, dass sie endlich wieder den Ball aufs Tor werfen können“, ergänzt Quass, der Anfang vergangener Woche mit seinen Schützlingen das ganz normale Training in der FBG-Halle wieder aufgenommen hat.

Aber was heißt schon „ganz normal“? Nicht zuletzt für den Trainer ist es ein Spagat. Nach einer so langen Zeit ohne handballspezifisches Training müsste man die Belastung eigentlich eher behutsam steigern. „Aber auf der anderen Seite haben wir einen straffen Zeitplan“, sagt Quass – die beiden Partien im münsterländischen Everswinkel am 23. Juni und gegen die ostwestfälische Spielgemeinschaft LIT Tribe am 27. Juni sind nicht mehr allzu weit entfernt.

Eine erhöhte Verletzungsgefahr ist wohl nicht von der Hand zu weisen. „Der Fitnesszustand der Mädels ist richtig gut – das ist absolut in Ordnung. Aber klar: Wenn man innerhalb von zwei, drei Wochen dahin kommen muss, Vollgas zu geben, bleibt ein gewisses Restrisiko.“

Team hat es in aller Deutlichkeit kommuniziert

Aber letztlich sind es die Spielerinnen selbst, die es so gewollt haben – und die diesen Willen, sich mit den beiden vermutlich übermächtigen Gegnern zu messen, offenbar auch in aller Deutlichkeit gegenüber der Vereinsführung kommuniziert haben. „Für die Spielerinnen ist es sicherlich ein Highlight. Die Möglichkeit, eine Aufstiegsrunde zur 3. Liga zu spielen, bekommt man ja auch nicht alle Tage“, sagt der Trainer.

Allerdings wissen wohl auch alle Schwerter Beteiligten, dass sie als krasser Außenseiter in die beiden Partien gehen werden. „Beide Gegner sind etablierte Oberligisten, die zu den Ligafavoriten gezählt hätten, wenn es eine Saison gegeben hätte. Wenn da etwas Zählbares für uns herauskäme, wäre das sensationell“, sagt Trainer Quass.

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Michael Doetsch

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