Horst Reimann, Vorsitzender des Fußballkreises Iserlohn, hat die Ligen-Reform auf Kreisebene verschoben. © Bernd Paulitschke
Fußball

Die 50-Prozent-Regel: Der Fußballkreis Iserlohn will das Dortmunder Modell

Wie geht’s im Fußballkreis Iserlohn weiter? Der FLVW hatte sich für die 50 Prozent-Regel ausgesprochen, um Meister und Absteiger zu ermitteln. Doch kann das vieles heißen.

Eigentlich ist die ganze Sache für den Vorsitzenden des Fußballkreises Iserlohn klar. Zumindest, wenn es nach dem gesunden Menschenverstand geht. Der FLVW hatte am Mittwoch vergangener Woche die Kreise per Videokonferenz über darüber informiert, wie es aufgrund der Corona-bedingten Maßnahmen im Amateur-Fußball weitergeht. Doch wie so oft gibt es verschiedene Interpretationen.

Es geht um die vorzeitige Wiederaufnahme des Spielbetriebs und um die 50 Prozent-Regel, die über die Frage entscheidet, wer am Ende der Saison 2020/21 Meister wird und wer absteigen muss. Seitdem wird in den Vereinen und in den sozialen Medien heftig diskutiert, wie diese Regel mit Inhalt gefüllt wird: Reicht eine komplette Hinrunde, um die 50 Prozent zu erfüllen? Oder reichen auch 50 Prozent der gesamten Anzahl der Spiele? Im schlimmsten Fall hätte dann eine Mannschaft fünf Spiele absolviert, eine andere aber 25. Theoretisch durchaus möglich.

Schnieders: Es ist also egal, wie häufig eine einzelne Mannschaft gespielt hat“

So hatte es FLVW-Vize Manfred Schnieders im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt. Das Interview fand nach der Videokonferenz am vergangenen Mittwoch statt. „Die Antwort ist einfach. Es ist keine komplett gespielte Hinrunde zwingend, damit die Saison gewertet wird. Die absolvierten Partien aller Mannschaften bis zum 30. Juni müssen einfach nur 50 Prozent aller Spiele ergeben. Damit ermitteln wir mit der Quotientenregel die Auf- und Absteiger. Es ist also egal, wie häufig eine einzelne Mannschaft gespielt hat“, klärte er auf.

Schnieders erklärt auch, warum es keine komplette Hinrunde sein muss. „Ansonsten könnten Vereine doch eine ganze Saison platzen lassen. Liegen sie vielleicht einen Spieltag vor Ende auf einem Abstiegsplatz und es fehlt noch ein Spiel, damit das Team die Hinrunde komplett hat, dann…“

Kreis Iserlohn bevorzugt das Dortmunder Modell

Horst Reimann, der Vorsitzende des Fußballkreises Iserlohn, will die Aussage von Manfred Schnieders in der Videokonferenz so verstanden haben, dass eine komplette Hinrunde für das Erreichen der 50 Prozent-Hürde reichen würde. Für unseren Kreis, so Reimann, sei es absolut wichtig, dass bis zum Saisonende jede Mannschaft einmal gegen jede gespielt habe. „Da ist sich der Vorstand einig. Alles andere macht keinen Sinn“, so Reimann. Der Fußballkreis Iserlohn bevorzuge nach Aussage des Kreisvorsitzenden demnach das „Dortmunder Modell“. Das sieht vor, dass mindestens die Hinrunde ausgespielt werden muss – alle Vereine der jeweiligen Staffel müssen einmal gegeneinander gespielt haben.

Ansonsten vergleicht Horst Reimann die Diskussion mit dem bekannten „Blick in die Glaskugel“. „Wenn ich jetzt nach draußen schaue, könnten wir von der Witterung her ja spielen. Ich weiß aber nicht, was im Januar oder Februar auf den Plätzen los ist. Erfahrungsgemäß ist das Wetter Anfang des Jahres ja weniger gut, Spielausfälle sind an der Tagesordnung“, erklärte Reimann.

Eine komplette Hinrunde reicht für den Fußballkreis

Wie auch immer die 50 Prozent-Regel ausgelegt wird. Für den Fußballkreis Iserlohn ist klar: „Es geht darum, eine komplette Hinrunde auszuspielen. Darüber sind wir uns im Kreisvorstand einig. Es kann nur gerecht für alle zugehen, wenn mindestens die Hinrunde komplett gespielt wurde. Das sind dann 50 Prozent der Saison. Das zu schaffen, ist unser vorrangiges Ziel, das müssen wir hinkriegen.“

Reimanns Idee nach dem Ende der Hinrunde

Der in Sachen Meisterschaft noch eine persönliche Idee einbringt: „Wenn danach, also nach dem Ende der Hinrunde noch Zeit ist, könnte man die entscheidenden Partien, vielleicht um die Plätze eins bis sechs, noch einmal extra ausspielen.“

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