Die Sportplätze, hier der EWG-Sportpark in Schwerte-Ost, bleiben geschlossen - zumindest noch für diesen Monat. © Bernd Paulitschke
Meinung

DFB liefert Argumentationshilfe, aber es gibt noch einen anderen Teil der Wahrheit

Ist der Sport-Lockdown eine richtige Maßnahme zur Corona-Bekämpfung? Unser Autor hat dazu eine klare Meinung - und ist schon jetzt gespannt, was nächsten Monat passiert.

Corona und kein Ende – die Zahl der Infektionen steigt und steigt. Und abgesehen von den unsäglichen Leugnern der Pandemie gibt es einen weitgehenden Konsens, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Der „Lockdown light“ für den Monat November ist in diesem Sinne zu verstehen.

Kaum waren die ebenso drastischen wie schmerzhaften Maßnahmen beschlossen, kam Kritik von allen möglichen Seiten. Auch von Sportlern, vor allem aus dem Lager der Fußballer. Tenor: Die Hygienekonzepte der Vereine haben doch funktioniert, gerade unter freiem Himmel ist das Ansteckungsrisiko verschwindend gering. Warum also wird den Amateurfußballern und vor allem den Kindern und Jugendlichen verboten zu kicken?

Argumentationshilfe kam in der vergangenen Woche von höchster Stelle: Der Deutsche Fußballbund (DFB) hat einen Appell an die Entscheidungsträger formuliert, die Sportplätze wieder zu öffnen und wenigstens den Trainingsbetrieb wieder zuzulassen.

Auf den ersten Blick ist die Argumentation nachvollziehbar. Genauso wie aber auch Gastronomen, Kulturschaffende und andere corona-geschädigte Branchen beklagen, aus ihrer Sicht ungerechtfertigterweise vom Lockdown betroffen zu sein.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das Sporttreiben sehr wohl ein Infektionsrisiko beinhaltet. Dabei geht es weniger um die sportliche Aktivität als solche. Aber zum Amateursport gehört nun mal auch die Kiste Bier in der „dritten Halbzeit“.

Deshalb: Wenn die Minimierung von sozialen Kontakten an oberste Stelle der To-do-Liste in Sachen Corona-Bekämpfung steht, dann muss auch der Amateursport untersagt werden. So bitter das ist.

Zumindest in diesem Monat haben dies alle Betroffenen – wenn auch möglicherweise mit der geballten Faust in der Tasche – zu akzeptieren.

Spannend aber wird, was danach kommt. Ab Dezember wird alles wieder wie vorher? Kaum vorstellbar – für den Amateursport genauso wenig wie für alle anderen Lebensbereiche.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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