Der Vereinswettbewerb des Landessportbundes im Rahmen der Initiative #trotzdemsport kommt bei den Ausdauersportlern gut an. © picture alliance/dpa
Leichtathletik

Comeback eines Kilometerfressers: „Wenn der Diesel einmal anspringt, dann läuft er auch“

Ein Schwerter Ausdauerathlet ist bei einem Vereinswettbewerb des LSB mit seinem Team ganz weit nach vorne gelaufen. Und ein persönliches Fernziel hat er nun auch wieder im Visier.

Offizielle Laufveranstaltungen lässt die Corona-Pandemie derzeit nicht zu. Die Verantwortlichen des Landessportbundes (LSB) haben für eine Alternative gesorgt, die bei den zahlreichen Laufbegeisterten in NRW auf eine ziemlich positive Resonanz gestoßen ist. „#trotzdemsport“ heißt die LSB-Initiative, in deren Rahmen vom 15. Dezember 2020 bis 31. Januar dieses Jahres eines landesweiter Vereinswettbewerb über die Bühne gegangen ist.

Mitgemacht bei diesem Mannschaftswettbewerb, bei dem neben Laufmannschaften auch Radfahrteams am Start waren, hat als Teil des Ü60-Teams seines Laufvereins Sportfreunde Ennepetal auch der Schwerter Ausdauerathlet Stefan Weigelt – und das durchaus erfolgreich. Von 21 Mannschaften, darunter auch etliche Radfahrteams, wurden Weigelt und Co. Zweiter in der Punktewertung und auch in der Zeitwertung – eine starke Leistung des Ennepetaler Teams, die mit 1000 Euro belohnt wurde.

Stefan Weigelt hat seine Rückenprobleme überstanden und läuft und läuft und läuft. © Stefan Weigelt © Stefan Weigelt

Aber der finanzielle Aspekt stand für die Teilnehmer ganz sicher nicht im Vordergrund. „Angesichts der allgemeinen Lage war dieser Wettbewerb eine willkommene Motivation“, sagt Weigelt – sich mit Anderen zu messen, ist eben für jeden Sportler noch ein zusätzlicher Anreiz. Dabei wurden die sportlichen Aktivitäten mittels einer App erfasst und mit Punkteschlüsseln in ein Ranking transformiert.

Zweite Auflage vom 8. Februar bis 31. März

Und weil die erste Auflage so gut gelaufen ist, haben die LSB-Verantwortlichen gleich eine zweite Challenge nachgelegt. Der „Vereinswettbewerb 2.0“ beginnt am Montag, 8. Februar. Bis 31. März werden die Leistungen der Kilometerfresser gewertet, Anmeldungen sind auch noch kurzfristig möglich und gewünscht.

Auch Weigelt und seine Teamkollegen werden dann wieder am Start sein, „auch wenn wir es wahrscheinlich ein bisschen langsamer angehen lassen werden als beim ersten Mal“, sagt der 63-Jährige. Für sich selber kann er sagen, „dass ich ganz schön platt war“ – kein Wunder nach den gut 700 Kilometern, die er in den sechs Wochen absolviert hat.

Dass man mal nass wird beim Laufen – für Stefan Weigelt kein Problem. © Stefan Weigelt © Stefan Weigelt

Dass Stefan Weigelt überhaupt wieder solche Distanzen zurücklegen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn der Ausdauerläufer, unter anderem vor gut zehn Jahren in seiner Altersklasse Deutscher Mannschaftsmeister im 100-Kiloemeter-Straßenlauf, hatte lange mit massiven Rückenproblemen zu kämpfen. „Verschleiß im Lendenwirbelbereich“, so Weigelt – an ambitioniertes Laufen war monatelang nicht zu denken.

Mit behutsamem Aufbautraining begonnen

Doch mit behutsamem Aufbautraining habe er sich vor etwa einem Dreivierteljahr wieder herangetastet, erzählt Weigelt. Mit Läufen über 3 bis 5 Kilometer habe er begonnen, mittlerweile sei er aber wieder bei einem Pensum von mehr als 100 Kilometern pro Woche.

So ist sogar Weigelts Fernziel wieder ein Thema. 90 Marathonläufe hat er im Laufe der Jahre absolviert – die 100 vollzumachen, wäre eine prima Sache, sagt er. Sobald Corona wieder offiziell ausgeschriebene Laufwettbewerbe zulässt, wolle er am Erreichen dieses Zieles arbeiten, so Weigelt. Aber spielt denn da auch der Körper mit? Ja, meint Weigelt, „wenn der Diesel einmal anspringt, dann läuft er auch.“

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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