Das Coronavirus hat den Amateurfußball nach wie vor fest im Griff - wie lange noch? © picture alliance/dpa
Meinung

Ansichten eines Fußball-Funktionärs: Da bleibt nur Kopfschütteln

Zwei Wochen als Vorbereitung auf die Fortsetzung der Amateurfußballsaison müssen reichen, meint einer der führenden Köpfe des westfälischen Verbandes. Unser Autor sieht das anders.

Manchmal kann man sich nur wundern. Zum Beispiel, als sich der Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) jetzt mal wieder zu einer möglichen Fortsetzung der Amateurfußballsaison geäußert hat. Ende Januar solle es weitergehen, meint Manfred Schnieders – wenn denn der vorerst bis 10. Januar geltende Sport-Lockdown nicht noch verlängert würde.

Zwei Wochen Vorbereitungszeit würden reichen, meint Schnieders mit dem Hinweis darauf, dass man doch wohl davon ausgehen könne, dass sich die Spieler auch so fithalten würden. Also ohne die turnusmäßigen Trainingseinheiten auf dem Platz, die ja Corona-bedingt untersagt sind.

Die Fußballpause wäre fast drei Monate lang

Zwei Wochen Vorbereitung sollen reichen? Wenn der Funktionär das ernst meint, bleibt nur Kopfschütteln als Reaktion. Es ist ja nun mal so, dass die laufende Saison nicht nur für ein paar Tage unterbrochen worden ist. Selbst wenn tatsächlich schon Mitte Januar eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb möglich wird, wäre die Fußballpause fast drei Monate lang.

Man muss kein promovierter Trainingswissenschaftler sein, um zu begreifen, dass nach einer solch langen Pause zwei Wochen schlicht und ergreifend zu wenig sind und das Verletzungsrisiko immens wäre – zumal wir hier von Amateuren sprechen und nicht von Profifußballern.

Erreichen der 50-Prozent-Marke ist fraglich

Realistischer als die Einschätzung des Verbands-Vizes ist wohl die Betrachtungsweise, dass es langsam eng wird mit der Durchführung der Saison 20/21. An eine komplette Hin- und Rückrunde glauben ohnehin schon nur noch die allerkühnsten Optimisten.

Aber selbst das Erreichen der 50-Prozent-Marke – was die Voraussetzung dafür ist, dass die Spielzeit gewertet wird – muss man mehr und mehr bezweifeln.

So werden die Stimmen lauter, die da sagen: Lasst uns den Druck vom Kessel nehmen und zur Spielzeit 2021/22 wieder bei Null beginnen!

Ganz so einfach ist dies aber nun auch wieder nicht. Denn da gibt es in der Satzung eine Spielordnung, die sich nicht mal eben willkürlich und im Handumdrehen aushebeln lässt und die die Rechtsgrundlage für das weitere Vorgehen des Verbandes ist, hat Schnieders klargestellt. Immerhin in diesem Punkt kann man ihm zustimmen.

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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