Ein Bild mit Symbolcharakter: Corona hat das Sportgeschehen fest im Griff - und das gilt nicht nur für den Fußball. © Jens Lukas
Coronavirus

12. März 2020 – als Corona in Windeseile das lokale Sportgeschehen lahmlegte

Man hätte es damals kaum für möglich gehalten, aber Corona hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Seit ziemlich genau einem Jahr bestimmt die Pandemie nun unseren Alltag.

Es sei an dieser Stelle ein persönlicher Blick zurück gestattet: Donnerstag, 12. März 2020 – ganz sicher einer der kuriosesten Arbeitstage in all den Jahren als Schwerter Lokalsportredakteur. Nichts deutete zunächst auf einen außergewöhnlichen Tag hin, als ich mich morgens auf mein Fahrrad schwang und ein paar Minuten später am Arbeitsplatz in der Redaktion saß.

Corona? Okay – dass das Virus nicht mehr nur in China die Bevölkerung beschäftigte, sondern auch den Weg zu uns gefunden hatte, war mir nicht verborgen geblieben. Dass es aber in Windeseile das lokale Sportgeschehen lahmlegen würde, das hatte an jenem Donnerstagmorgen noch niemand auf dem Schirm. Ich auch nicht.

Mitte März – das ist die Zeit im Jahr, in der so ziemlich alle Mannschaftssportsarten voll im Ligabetrieb sind. Fürs Zeitungsmachen hatten wir die Aufteilung, die Spieltagsvorschau im Basketball, Tischtennis und Futsal in der Freitag-Ausgabe zu veröffentlichen und auf das bevorstehende Fußball-, Handball- und Volleyball-Wochenende in der Samstag-Ausgabe vorauszublicken – so hatte es sich eingespielt und bewährt.

Text zur Wochenend-Vorschau wandert in die Tonne

Von einer ganz normalen Spieltagsvorschau konnte aber bald schon keine Rede mehr sein. Als erstes wanderte der Text der geschätzten Basketball-Mitarbeiterin in die Tonne – Basketball war die erste Sportart, deren Funktionäre am Donnerstagnachmittag den Spielbetrieb wegen der Corona-Gefahr bis auf Weiteres aussetzten.

Ein paar Stunden später zogen die Handballer und am Abend auch die Volleyballer nach – die Thematik hatte längst eine nicht für möglich gehaltene Dynamik bekommen.

Aber von sportart-übergreifender Einheitlichkeit konnte zunächst noch keine Rede sein. So erfuhr der geneigte Leser in der Freitag-Ausgabe von den vermeintlichen Ambitionen, mit denen die heimischen Tischtennis-Klubs in ihre Wochenend-Partien gehen würden, und von den guten Chancen der Holzpfosten-Futsaler auf drei Punkte beim Regionalliga-Schlusslicht Köln – beide Verbände hatten sich bis späten Donnerstagabend noch nicht zu einer coronabedingten Einstellung des Spielbetriebs durchringen können, mussten dies dann aber am nächsten Tag nachholen.

Und die Fußballer? Auch hier scheuten sich die Funktionäre des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) noch donnerstags vor einer Generalabsage und beriefen sich stattdessen auf eine Verordnung des NRW-Gesundheitsministeriums, nach der Veranstaltungen mit einem Zuschauer-Aufkommen von 1000 Besuchern stattfinden können – verrückt!

Doch diese Auffassung mussten die FLVW-Verantwortlichen dann tags darauf revidieren und setzten den Spielbetrieb zunächst bis 19. April aus. Dass in der Saison 2019/20 dann gar kein Ball mehr rollte und die Spielzeit knapp zwei Monate später abgebrochen wurde, war damals noch nicht abzusehen – genauso wenig am Morgen des 12. März 2020 abzusehen war, mit welcher Vehemenz das Coronavirus nur kurz danach das lokale Sportgeschehen lahmgelegt hat.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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