Zwei Projekte profitieren vom Erlös des Trödelmarktes

dzTrödelmarkt

Der Trödelmarkt in Schermbeck-Bricht war an zwei Tagen gut besucht. Die Ehepaare Kölking und Pflugradt hatten eingeladen und das Ergebnis am Ende zweier Verkaufstage kann sich sehen lassen.

Schermbeck

, 14.10.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Trödelmarkt fand Samstag und am Sonntag jeweils zwischen 10 und 16 Uhr in einer Lagerhalle des Möbelgeschäftes Rademacher an der Weseler Straße 42 statt.

„Die Spendenbereitschaft war enorm und vielseitig“, freute sich Roswitha Kölking über die Sammlung wertvoller Gegenstände, die zum Verkauf angeboten werden konnten. „Manche Spender haben uns kleine Geschichten erzählt“, schilderte Frauke Pflugradt jene Momente, in denen Gegenstände mit hohem Erinnerungswert abgegeben wurden.

Gegenstände mit hohem Erinnerungswert

Die Wanduhr, die vom ersten Lehrlingsgeld gekauft wurde, Omas Lieblingsvase, die jahrzehntelang auf dem Sideboard stand, und Elektrogeräte, die nicht mehr benötigt wurden, weil die Mutter nun im Altenheim wohnt: Das alles wurde gerne abgegeben, weil man wusste, dass es nun einen neuen Besitzer bekommen wird und dort gute Dienste leisten kann.

In der großen Halle war Platz genug, um die Corona-Auflagen spielend einhalten zu können. Etwa zwei Dutzend Helfer unterstützten die Organisatoren beim Sortieren des Trödels, bei der Einrichtung eines Einbahnstraßenverkehrs und der Umsetzung eines umfangreichen Hygienekonzeptes.

Der Erlös fließt zwei Projekten zu

Insgesamt 5.142 Euro wurden erwirtschaftet. Der Erlös fließt zu gleichen Teilen zwei Projekten zu. „Das ist wie ein Sechser im Lotto“, freute sich die Raesfelderin Elvira Bartel über die Auswahl der Kinderkrebshilfe „Horizont“ in Borken-Weseke, zumal in Corona-Zeiten deutlich weniger Aktionen stattfinden als in normalen Jahren. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte finanziell zu fördern, die die Heilungschancen und die Lebensqualität krebskranker und unheilbar erkrankter Kinder und Jugendlicher verbessern.

Auch die Pfarrgemeinde St. Ludgerus Schermbeck erhält 2.571 Euro für ihr Indien-Projekt. Mehrere Schulen werden unterstützt. Die „St. Joseph’s Girls Telugu Medium High School“ ist eine römisch-katholische Missionsschule für Mädchen aus den Slums von Hyderabad. Etwa 350 Mädchen besuchen die Schule. Das Ziel ist die Frauenförderung durch Bildung. Die „St. Joseph’s English Medium High School“ ist eine römisch-katholische Missionsschule für Dalit-Kinder in Ponugodu. Die 1990 gegründete Schule wird vom Orden „Missionaries of Compassion“ geleitet. Das Ziel ist die Förderung von Dalits durch Bildung. Zirka 400 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule.

Förderung einer Nähschule

Auch mit der Förderung einer Nähschule tragen Mitglieder der Ludgerusgemeinde dazu bei, dass zumindest einigen Dalit-Frauen eine Arbeit ermöglicht wird. Inzwischen wurde ein Nähzentrum fertig, das regelmäßig Nähmaschinen erhält, die die Frauen am Ende ihrer Ausbildung mit nach Hause nehmen dürfen, damit sie ihre Produkte auf dem indischen Markt anbieten und dadurch einen Beitrag zur Ernährung ihrer Familien leisten können.

Noch ist offen, was mit dem übriggebliebenen Trödelgut geschehen soll. „Es geht auf jeden Fall nichts verloren“, verspricht Mit-Organisatorin Roswitha Kölking. In der Helfergruppe wird demnächst gemeinsam das weitere Vorgehen beraten.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt