Wunschbaum Gelila (6) und Hiyabiel (5) hoffen, dass ihre Weihnachtswünsche erfüllt werden

Redakteur
Gelila (6) hängt ihren Weihnachtswunsch an den Wunschbaum in der Schermbecker Volksbank.
Gelila (6) hängt ihren Weihnachtswunsch an den Wunschbaum in der Schermbecker Volksbank. Hiyabiel (5) und Mutter Yodith Abraham hoffen, dass die Wünsche von rund 150 Kindern in Erfüllung gehen. © Berthold Fehmer
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So ganz geheuer ist dem fünfjährigen Hiyabiel aus Eritrea am Mittwochmittag der Menschenauflauf in der Volksbank Schermbeck nicht. Er und seine sechsjährige Schwester Gelila haben gerade ihre Weihnachtswünsche am Wunschbaum im Eingangsbereich aufgehängt. Und die Erwachsenen erklären, was nun passieren soll.

„Wir betreuen rund 150 Kinder in Schermbeck, deren Familien sich keine Weihnachtsgeschenke leisten können“, sagt Katharina Zenker von der Caritas, die Leiterin der Schermbecker Flüchtlingshilfe. Derzeit leben in Schermbeck laut Ellen Großblotekamp von der Verwaltung fast 500 Flüchtlinge in Schermbeck. Insbesondere aus der Ukraine stammen die meisten von ihnen.

Auch Gutscheine werden von den Kindern gewünscht - in diesem Fall für das Schreibwarengeschäft RATZEfummel auf der Mittelstraße.
Auch Gutscheine werden von den Kindern gewünscht – in diesem Fall für das Schreibwarengeschäft RATZEfummel auf der Mittelstraße. © Berthold Fehmer

Doch die 150 Wunschzettel, die am Wunschbaum in der Volksbank an der Mittelstraße hängen, stammen nicht nur von Flüchtlingskindern, sondern auch anderen bedürftigen Kindern in Schermbeck. Vor etwa ein bis zwei Wochen sei die Idee entstanden, diesen Kindern ihre Weihnachtswünsche mit einem Wunschbaum zu erfüllen, so Ellen Großblotekamp. Die Volksbank war sofort bereit, den Baum bei sich im Eingangsbereich aufzustellen, wobei Wolfgang Lensing vom Marketing zugab, dass er von der Zahl der bedürftigen Kinder überrascht war: „Ich war platt.“

Die 150 Wünsche wurden von den Kindern und Familien jeweils auf einen bunten und einen weißen Zettel in Stern- oder Herzform geschrieben, mit Namen, Alter und Wunsch. Finanziell begrenzt sind die Wünsche auf 30 Euro. Wer einen der Wünsche erfüllen möchte, nimmt einfach einen Doppelzettel ab. Auf den weißen Zettel trägt man seinen Namen ein und wirft ihn in den Briefkasten, der direkt neben dem Baum hängt.

Spendenkonto eingerichtet

Wenn man das Geschenk besorgt hat, sollte man es bis zum 16. Dezember in der Volksbank oder bei der Caritas im ehemaligen Ecco-Hotel abgeben. Wer sich schwer damit tue, ein Geschenk zu besorgen, könne das Geld auch spenden. „Jeder kann helfen, auch mit einer kleinen Geldspende“, sagt Ellen Großblotekamp. Dafür wurde bei der Volksbank das Spendenkonto DE04 40069363 0110109000 eingerichtet.

Gemeinde, Caritas und Volksbank setzen sich dafür ein, dass die Weihnachtswünsche von 150 Kindern in Schermbeck in Erfüllung gehen.
Gemeinde, Caritas und Volksbank setzen sich dafür ein, dass die Weihnachtswünsche von 150 Kindern in Schermbeck in Erfüllung gehen. © Berthold Fehmer

Die Caritas übernimmt das Verteilen der Geschenke bis Weihnachten. Volksbankvorstand Stefan Korte: „Für uns war sofort klar, dass wir die Wunschbaum-Aktion unterstützen, als wir von der Idee gehört haben. Wir sind uns sicher, dass viele unserer Kunden ihren Teil dazu beitragen werden, dass alle Kinder hier in Schermbeck an Weihnachten ein Geschenk auspacken dürfen – das macht unseren Ort schließlich aus.“

Aber was passiert, wenn nicht alle Wunschsterne abgenommen werden? Korte geht von diesem Fall nicht aus, sagt aber: „Da lassen wir uns dann was einfallen.“