Wölfin „Gloria“ kommt nicht auf die Abschussliste

Wolfsgebiet Schermbeck

Die im Wolfsgebiet Schermbeck lebende „Gloria“ wird nicht erschossen. Das hat der Kreis Wesel entschieden. Eine „Entnahme“ sei nicht zu rechtfertigen, heißt es.

Schermbeck

von Dorstener Zeitung

, 29.06.2020, 14:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wölfin Gloria (hier ein Symbolbild) bleibt im Wolfsgebiet Schermbeck unbehelligt.

Wölfin Gloria (hier ein Symbolbild) bleibt im Wolfsgebiet Schermbeck unbehelligt. © picture alliance / dpa

Nach abschließender Prüfung hat der Kreis Wesel als zuständige Naturschutzbehörde in Abstimmung mit dem Umweltministerium entschieden, dem Antrag auf Entnahme und Vergrämung der als „Gloria“ bekannten Wölfin nicht stattzugeben.

Nach Auffassung des Kreises Wesel und des NRW-Umweltministeriums stellt die konsequente Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen eine zumutbare Alternative dar. „Hierfür wird der Kreis Wesel weiterhin alle Möglichkeiten ausschöpfen, allen betroffenen Tierhaltern Hilfestellungen zu geben“. hieß es am Montag. In einem ersten Schritt hat die Kreisverwaltung innerhalb von drei Wochen den Neubau eines Schafstalles genehmigt, der den Antragsteller in die Lage versetzt, seine Schafherde nachts aufzustallen.

Wölfe sind streng geschützt

Wölfe sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Dieser Schutz ergibt sich aus zwei europarechtlichen Vorgaben. Danach dürfen Wölfe in Europa nur im Ausnahmefall und nach besondere Prüfung durch die Behörden entnommen werden.

„Bundesweite Untersuchungen bestätigen: Einen 100-prozentigen Schutz gegen Wolf-Übergriffe auf Weidetiere gibt es nicht“, heißt es in einer Stellungnahme des Kreises. „Durch eine korrekte und flächendeckende Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen lässt sich aber eine Reduzierung von Wolfsübergriffen auf Nutztiere erreichen.“

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