Deutlich weniger Beschwerden über Eichenprozessionspinnerraupen verzeichnete das Ordnungsamt. © Patrick Pleul
Eichenprozessionsspinner

Weniger EPS-Beschwerden – Haben die Maßnahmen gegriffen?

Deutlich weniger Beschwerden über Eichenprozessionsspinnerraupen gab es beim Ordnungsamt in diesem Jahr. Haben die Maßnahmen gegriffen?

Besonders in den Jahren 2018 und 2019 hatten die Raupen, deren Brennhaare allergische Reaktionen hervorrufen können, viele Menschen im Schermbecker Gemeindegebiet geärgert – dementsprechend viele Anrufe waren beim Ordnungsamt eingegangen. „In diesem Jahr waren es weniger Beschwerden als in den letzten drei, vier Jahren“, berichtet Ordnungsamtmitarbeiter Tobias Kreienkamp.

Seit 14 Jahren führt die Gemeinde den Kampf gegen die EPS – 2018 gab sie 90.000 Euro zur Bekämpfung aus. Neben dem Absaugen von Nestern hatte sich vor allem die Präventiv-Behandlung bewährt, bei der Eichen im Frühjahr mit einem Bakterium besprüht werden, das Larven vor der Entwicklung der Brennhaare tötet.

Erstmals waren in diesem Jahr auch Fallen an etwa einem Dutzend Bäumen aufgehängt worden. Und viele Bürger hatten Meisen-Nistkästen aufgehängt, um die natürlichen Feinde der EPS anzulocken.

Meisen nutzten die Nistkästen

Bürgermeister Mike Rexforth hatte in den Vorjahren am Weg „Im Bruch“ immer viele EPS-Nester beobachtet. „Hier konnte man im letzten Jahr nicht mehr hergehen“, sagt er: Sechs bis sieben Nester pro Baum seien keine Seltenheit gewesen. Dass die privat aufgehängten Nistkästen von Meisen auch tatsächlich genutzt wurden, hat Rexforth selbst beobachtet. „In 14 aufgehängten Nistkästen haben hier in elf auch Meisen genistet.“

Bleibt die Frage, warum die EPS Schermbeck in diesem Jahr in Ruhe ließen. Eine Beantwortung sei schwierig, gesteht Tobias Kreienkamp. „Es kann an vielen Faktoren hängen.“ Zum einen sei es bei Eichenprozessionsspinnern wie bei vielen Insekten, dass eine Population stetig wachse und irgendwann am höchsten Punkt zusammenbreche.

Vielleicht habe man im Frühjahr auch den „perfekten Zeitpunkt“ erwischt, an dem die Bäume gespritzt wurden. Vielleicht war aber auch das Wetter in diesem Frühjahr einfach ungünstig für die Verbreitung der EPS, so Kreienkamp, der aber auch zugibt: „Ich bin kein Biologe.“

Fallen am Mühlenteich

Ob die Fallen, die man am Mühlenteich und am Gelände des TuS Gahlen aufgehängt hatte, erfolgreich waren, sei ebenfalls schwer zu beurteilen, so Kreienkamp. In den letzten Jahren seien an diesen Bäumen immer Nester gewesen, in diesem Jahr nicht. Ob das aber wegen der Fallen so war, oder weil der EPS-Befall in der gesamten Gemeinde massiv zurückgegangen war, könne man schlecht sagen.

Eine Möglichkeit gebe es außerdem: „Die EPS-Hochzeit war auch die Corona-Hochzeit.“ Möglich sei auch, dass sich die Bürger weniger draußen aufgehalten hätten und es deswegen zu weniger Beschwerden gekommen sei.

Ob die Gemeinde mit der Prävention aufhören sollte, ist fraglich. Das wurde auch 2016 und 2017 versucht – ein deutlicher Anstieg 2018 und 2019 war die Folge.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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