Falsche Polizisten hören Telefongespräche ihrer Opfer mit echten Beamten mit

Betrugsmasche verfeinert

Schon wieder geben sich Betrüger als Polizisten aus und versuchen, arglose Senioren am Telefon zu überrumpeln. Dabei werden ihre Tricks immer dreister. Und ihre Technik ausgefeilter.

Schermbeck

20.11.2019, 15:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Falsche Polizisten hören Telefongespräche ihrer Opfer mit echten Beamten mit

Die Betrüger machen es ihren Opfern immer schwerer, falsche von echten Polizeibeamten am Telefon zu unterscheiden. © picture alliance / dpa

„Kriminalpolizei!“, dröhnt es aus dem Telefonhörer. „Hier spricht Oberkommissar Schrader und ich muss Sie warnen: Ihr Vermögen ist in großer Gefahr!“ Die Anrufe der sogenannten falschen Polizeibeamten erreichen täglich immer noch viele Menschen. Allein am Dienstag und Mittwoch wurden der Polizei im Kreis Wesel neun dieser Anrufe angezeigt.

Wie die Pressestelle berichtet, blieb es glücklicherweise nur bei Versuchen. Kein Angerufener fiel auf den Trick herein. Doch die Betrüger werden zunehmend raffinierter, ihre Masche immer dreister. Die Pressestelle der Kreispolizeibehörde Wesel erklärt: „Mittlerweile nutzen die Täter unsere Warnhinweise, um jegliche Zweifel bei ihrem Opfer auszuräumen.“ Die Täter stellen einen Telefonkontakt mit ihrem potenziellen Opfer her und fordern es auf, aus dem laufenden Gespräch heraus die 110 zu wählen.

Ganoven hören das Gespräch mit der echten Polizei mit

Das Ungeheuerliche dabei: Damit haben die Ganoven die Möglichkeit, das Gespräch zwischen ihren Opfern und der echten Polizei mitzuhören und Detailkenntnisse zu erlangen. Diese wiederum nutzen sie anschließend für weitere Taten. Erstmalig sind die Betrüger damit im Raum Bochum aufgefallen.

Doch wie funktioniert diese Masche? Und wie kann ich mich schützen? Die Täter bauen eine sogenannte Telefonkonferenz auf. Damit ist es möglich, während eines laufenden Gesprächs ein weiteres Telefonat zu führen, ohne vorher aufzulegen. Der erste Gesprächspartner kann also alles mithören, was mit dem zweiten besprochen wird.

Polizei fragt niemals nach Vermögensverhältnissen

Daher der dringende Appell der Polizei: „Beenden Sie das Gespräch mit dem angeblichen Kriminal- oder Polizeibeamten und legen Sie auf, bevor Sie die 110 wählen! Nur so können Sie das Mithören der falschen Polizisten verhindern.“ Außerdem erfrage die echte Polizei weder die Vermögensverhältnisse, noch nehme sie Geld und Wertgegenstände „vorübergehend“ in Verwahrung.

Enkelkinder, Töchter und Söhne bittet die Polizei, ältere Menschen über diese neue Masche aufzuklären und nicht zuzulassen, dass ihre Tante, Großmutter oder ihr Großvater in die Falle tappen.

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