Der Altschermbecker Kilian-Präsident Gregor Zens und Christoph Möllmann als Reckenmeister der Uefte-Overbecker Trachtenschützengilde begleiteten Bürgermeister Mike Rexforth (hockend v.r.) ebenso wie Vertreter des Löschzuges Altschermbeck (im Hintergrund) zum Altschermbecker Ehrenmal. © Helmut Scheffler
Totengedenken

Volkstrauertag: Mahnende Worte und Kränze an sieben Ehrenmalen

Ohne viel Publikum, aber nicht minder feierlich, wurde am Volkstrauertag auch in Schermbeck der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Bürgermeister Mike Rexforth besuchte sieben Ehrenmale.

Im Corona-Jahr 2020 musste auch das Gedenken an den Ehrenmalen in den Schermbecker Ortsteilen neu organisiert werden. Während bislang im Vorfeld für eine möglichst große Beteiligung der Bevölkerung geworben wurde, war man diesmal froh, dass möglichst wenige Menschen kamen, um der Opfer von Kriegen und Gewalt zu gedenken.

„Die Pandemie zwingt uns zu diesem Gedenktag ohne musikalische Begleitung und unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit“, teilte Bürgermeister Mike Rexforth in seiner Rede zum Volkstrauertag mit und fügte hinzu, „dies erfüllt mich mit Schmerz und Trauer, allerdings verbunden mit der Hoffnung, im nächsten Jahr wieder zur gewohnten Tradition zurückkehren zu dürfen.“

Erstmals konnte der Bürgermeister alle Ehrenmale besuchen

Für den Bürgermeister ergab sich in diesem Jahr erstmals die Chance, an allen bewusst klein gehaltenen Gedenkminuten an den Ehrenmalen in Schermbeck, Altschermbeck, Bricht, Damm, auf dem Dorffriedhof und in Weselerwald teilzunehmen. Mike Rexforth als Ortsvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und VdKF-Geschäftsführer Berthold Schmeing legten in mehreren stillen Aktionen Kränze nieder. Dass die Gefallenen und die Opfer von Gewaltherrschaft trotzdem nicht vergessen sind, versicherte der Bürgermeister in seiner Rede.

Neben den Toten aufgrund von Krieg, Gewaltherrschaft und Terrorismus wird inzwischen auch der bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr gefallenen deutschen Soldaten gedacht wie der vielen Opfer und menschlichen Schicksale, die in Glaubenskriegen, in Schlachten politischer Ideologien und sinnlosen anderen Krisen und Auseinandersetzungen zu beklagen sind. Das ergibt, so Rexforth, „eine schier erdrückende und unglaubliche Zahl von Opfern, die unser aller Vorstellungsvermögen übersteigt – aber nicht nur eine Zahl. Dahinter stehen einzelne Namen, einzelne Schicksale, an die wir erinnern und die wir betrauern.“

Appell gegen die Aushöhlung von Menschenrechten

Aus der Erinnerung an die bedrückenden Schicksale muss nach Auffassung des Bürgermeisters die Botschaft lauten: „Nie wieder!“ Der Volkstrauertag rufe vor allem dazu auf, „Zeichen von Hoffnung und Versöhnung zu setzen, und fordert uns dazu auf, unsere Verantwortung für die Frieden zu übernehmen.“ Es gelte frühzeitig zu erkennen, „wenn Menschenrechte ausgehöhlt und mit Füßen getreten werden.“

Die coronabedingten Auflagen verhinderten in diesem Jahr erstmals das traditionelle Zusammensein in einer Gaststätte oder im Gahlener Feuerwehr-Haus, wo das Gedenken zum Volkstrauertag sonst mitunter erst am Nachmittag beendet wurde.

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Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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