Telefonbetrüger sind derzeit aktiv: Die Volksbank Schermbeck warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche. © picture alliance / dpa
Betrugsmasche

Volksbank warnt vor aktueller Betrugsmasche: „Das sind Profis“

Volksbank-Kunden werden aktuell zum Ziel von Betrügern. „Sie erzeugen erst Vertrauen, dann Stress und Druck“, sagt Wolfgang Lensing und warnt: „Das sind Profis.“

Bei der Volksbank Schermbeck häufen sich derzeit Anrufe von Kunden, die offenbar von Betrügern telefonisch kontaktiert werden. Wolfgang Lensing von der Volksbank: „Ich habe auch mit Kollegen anderer Banken gesprochen – da ist es genau so.“ Deshalb warnt Lensing vor den Tätern: „Die sind psychologisch richtig gut geschult. Die drücken auf die richtigen Knöpfe.“

Köningskette Kilian
Die historische Kette in der Hand von Wolfgang Lensing wird wegen ihres Gewichts nicht mehr von den Königen getragen. © Helmut Scheffler © Helmut Scheffler

Indem sie sich als Bankmitarbeiter ausgeben, versuchen die Täter, an Zugangsdaten und Passwörter des Bankkunden zu gelangen. In der Folge kommt es zu Kontoplünderungen oder Identitätsdiebstahl.

So funktioniert die Masche

So funktioniert die Masche: Am frühen Abend meldet sich ein vermeintlicher Bankberater beim Kunden per Telefon. „Um die Uhrzeit kriegt man so gut wie nie einen in der Bank“, sagt Lensing darüber, dass ein Rückruf für den Kunden schwierig würde. Aber die Nummer im Display stammt ja scheinbar von der Bank, denkt der Kunde vielleicht in dem Moment. Wobei Lensing sagt, dass das Fälschen der Anrufkennung mit einer Hardware für 30 Euro möglich ist.

Der Anrufer nennt dann oft den Namen eines dem Kunden bekannten Bankberaters, in dessen Auftrag er anrufe, der aber leider gerade verhindert sei. Es sei eine verdächtige Transaktion aufgefallen. Mehrere tausend Euro seien überwiesen worden. Der Bankkunde wird gebeten, sich im Online-Banking anzumelden und die Überweisung zu prüfen. Komme der Bankkunde dieser Aufforderung nicht nach, sehe man sich leider gezwungen, den Zugang zu sperren.

„Geben Sie mir doch schnell Ihre TAN-Nummern“

Tut der Kunde wie geheißen, sagt der angebliche Mitarbeiter, dass gerade eine Transaktion im Gange sei. „Geben Sie mir doch schnell Ihre TAN-Nummern, damit ich diese sperren kann.“ Wer in diesem Moment unter Druck falsch reagiert, gibt den Tätern den Zugriff auf sein Kundenkonto.

In einem solchen Fall sei eine betroffene Bankkundin skeptisch geworden und habe aufgelegt, so die Volksbank. Einen kurzen Moment später klingelte das Telefon erneut. Diesmal wurde statt der Nummer der Bank der Bankname angezeigt, den die Kundin im Telefon eingespeichert hatte. Am anderen Ende der Leitung meldete sich die gleiche Frau wie beim ersten Telefonat. Die Bankkundin legte auf und meldete den Fall ihrer Bank.

„Keine Bank ruft einen Kunden an und fragt nach einer Transaktionsnummer“, sagt Wolfgang Lensing. Empfänger solcher Telefonanrufe sollten nicht auf die Forderungen eingehen, sondern einfach auflegen und selbst die Bankberater über den Betrugsversuch informieren.

Informationen stecken im Müll

Wie gelangen die Betrüger an die Informationen, mit denen sie Kunden in Sicherheit wiegen? Das könnten weggeworfene Bankauszüge sein, die aus dem Müll gefischt werden, so Lensing. „Oder ein Virus auf dem Handy, Tablet oder PC.“ Die Nutzung von Virenscannern wird deshalb empfohlen.

Wer Daten preisgegeben habe, solle das Online-Banking direkt selbst sperren. Lensing: „Lieber einmal zu viel sperren als einmal zu wenig, wenn einem etwas komisch vorkommt.“ Hinweise zum Sperren findet man auf den Internetseiten der Hausbank.

„Das ist eine fiese Masche“

Kennwörter regelmäßig zu wechseln oder die Umstellung auf aktuelle Verfahren und Apps der Bank, etwa VR-BankingApp und die VR-Secure-Go-App werden empfohlen. Der Zugang zum Online-Banking und TAN-Nummern sollen so getrennt bleiben, auch wenn nur ein Mobilgerät genutzt wird. Wolfgang Lensing ärgert, dass das Vertrauen zwischen Bank und Kunde von den Betrügern ausgenutzt wird. „Das ist eine fiese Masche.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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