Vermisste 20-Jährige wieder aufgetaucht - das passierte hinter den Kulissen

dzPolizei

Die vermisste 20-jährige Schermbeckerin, nach der die Polizei mit öffentlichem Aufruf ab Dienstag suchte, ist wieder aufgetaucht. Polizeisprecher Daniel Freitag erklärt, wie es dazu kam.

Schermbeck

, 25.09.2019, 10:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die 20-jährige Schermbeckerin war am Donnerstagnachmittag von Essen, wo ihr Freund wohnt, nach Höxter gefahren, um sich dort eine Wohnung anzusehen. Sie kehrte jedoch nicht nach Hause zurück und konnte über ihr Mobiltelefon nicht erreicht werden.

Am Freitag meldeten die Eltern dies bei der Polizei. Diese habe sofort die Ermittlungen aufgenommen, sagt Polizeisprecher Daniel Freitag. „Dass die Dame sich nicht gemeldet hat, ist ein atypisches Verhalten für sie“, sagt er. Und: „Dass angeblich immer erst 24 Stunden gewartet wird, bis die Polizei ermittelt, ist Quatsch.“

Keine konkrete Gefährdungslage

Die Polizei in Wesel, Essen und Höxter suchte nach der Schermbeckerin und ermittelte, doch eine konkrete Gefährdungslage habe sich nicht ergeben, begründet Freitag, warum nicht schneller öffentlich nach der 20-Jährigen gesucht wurde. Dass sich in diesem Alter junge Erwachsene eine Auszeit von Elternhaus und Partner nähmen, sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich. „Bei Kindern oder Senioren hätten wir keine Bedenken, einen öffentlichen Aufruf zu starten.“

Über die Sozialen Medien hatten die Eltern die 20-jährige Vermisste gesucht. Am Montag habe die Polizei einen Hinweis erhalten, dass eine ähnlich aussehende Frau in Höxter gesehen worden sei. Auch diesem Hinweis ging die Polizei nach.

Hinweis löste öffentliche Suche aus

Am Dienstag habe die Polizei einen Hinweis erhalten, der auf eine mögliche Gefährdung der 20-Jährigen hingedeutet habe, so Freitag, der dies nicht konkreter ausführt. Daraufhin wurde der öffentliche Suchaufruf gestartet.

Die 20-Jährige konnte am Dienstagnachmittag von einer Person aus ihrem Umfeld kontaktiert werden, die den Hinweis gab, dass sie sich bei der Polizei melden solle. Sie hatte sich im niedersächsischen Lehrte für einige Tage bei einem Bekannten aufgehalten.

Treffen an neutralem Ort

Nachdem sie dort Kontakt zur Polizei aufgenommen hatte, trafen sich Beamte mit ihr an einem neutralen Ort. „Um auszuschließen, dass von jemandem Druck auf sie ausgeübt werden könnte“, wie Freitag sagt. Dabei erfuhren die Beamten, dass es der 20-Jährigen gut geht.

Über den Grund, warum die 20-Jährige sich tagelang nicht gemeldet hatte, wollte Freitag keine weiteren Angaben machen. Es liege aber kein strafbares Verhalten vor. Bleibt die Frage, wer den Einsatz bezahlt. Die Ermittlungsarbeiten im Hintergrund seien intensiv und tiefgründig gewesen - unter anderem sei die Polizei auch an E-Mail-Provider herangetreten. „Das war sehr personalaufwendig und kein 5-Euro-Einsatz“, so Freitag. Hierfür komme der Steuerzahler auf.

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