Psychisch kranke Menschen sind gern gesehene Gäste bei Dammer Schützen

dzUngewöhnliche Freundschaft

Eine Kooperation zwischen einem Schützenverein und einer Einrichtung für Menschen, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, dürfte in der Region wohl nicht allzu häufig vorkommen.

Schermbeck

, 20.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Schermbecker Ortsteil Damm funktioniert eine solche Zusammenarbeit zur Zufriedenheit aller Beteiligten schon seit sieben Jahren.

Weil gleich mehrere Mitarbeiter des Oberhausener intego-Netzwerkes für psychische Gesundheit in Damm wohnen, entstand in Gesprächen mit den Entscheidungsträgern des Schützenvereins Damm im Jahre 2013 die Idee, das vereinseigene Schützenhaus und sein Umfeld in den Sommerferien der gemeinnützigen Einrichtung „intego“ während der Sommerferien zur Verfügung zu stellen, damit Kindern, Jugendlichen und Familien fernab von der Großstadt in einem völlig anderen Umfeld geholfen werden kann, einen Teil des sie belastenden Alltags zu vergessen.

Zusammenleben wurde herausragend bewertet

Das Zusammenleben in Zelten wurde von den 84 Oberhausener Gästen im Jahre 2013 als so großartig bewertet, dass die Aktion im kommenden Jahr wiederholt wurde. Bis auf das verregnete Jahr 2016 wiederholte sich der Ferienaufenthalt auf dem Dammer Küpperskamp in jedem Sommer.

Auch in diesem Jahr nahm das intego-Team das Angebot des Dammer Schützenvereins-Vorstands gerne an, die vereinseigenen Einrichtungen nutzen zu können. Unter Berücksichtigung der Corona-bedingten Auflagen kommen nun kleinere Gruppen für einen kürzeren Zeitraum, was zugleich eine positive Auswirkung auf die praktizierten sozialpädagogischen Hilfestellungen hat.

„Unsere Familien- und Jugendhilfe unterstützt psychisch kranke Jugendliche und Kinder psychisch kranker Eltern“, beschreibt die Dammerin Susanne Aupers, die das 24-köpfige intego-Team seit 2007 leitet, das Bemühen des Teams, den Betroffenen zu helfen, selbstbewusster zu werden.

Gemeinsame sportliche Aktivitäten und Austausch

Eine Gruppe von zehn Jugendlichen wurde in diesem Sommer bereits an zwei Tagen in Damm betreut. Gemeinsame sportliche Aktivitäten und die Arbeitsteilung bei der Essen-Zubereitung standen ebenso auf dem Programm wie Einzelgespräche mit Mitgliedern des Betreuungsteams und Gespräche der Jugendlichen untereinander über ihre persönlichen Ängste in bestimmten Situationen des Alltagslebens.

Sieben Fachkräfte im Betreuerteam

Zum Betreuerteam gehören in diesem Jahr gleich sieben Fachkräfte des sozialpädagogischen Bereiches aus Damm und Bricht: die beiden Sozialpädagoginnen Susanne Aupers und Sarah Schneider, der Sozialpädagoge Christopher Abel, der Sozialarbeiter Michael Linde, die Sozialarbeiterinnen Aletta Grasse-Wiersch, die studentische Hilfskraft Leonie Großfengels und der Brichter Erzieher Tim Weichelt.

„Wir sind dem Schützenverein äußerst dankbar, dass er uns diese Möglichkeit bietet“, versicherte Susanne Aupers am Donnerstag dem Schützen-Präsidenten Bernd Abel und dem Schriftführer Bernd Krebbing.

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