Im Mühlenberg wurden illegal Ölpellets deponiert, was die Untersuchungen ins Laufen brachte. © Kerth+Lampe
Mühlenberg

Umweltskandal am Mühlenberg: Gefahr durch Sickerwasser wird untersucht

Einen stattlichen Untersuchungsplan hat der Kreis Wesel an der ehemaligen Tongrube in Gahlen abzuarbeiten. Erfreut ist man beim Gahlener Bürgerforum darüber, wer die Zügel in der Hand hält.

In einem Bericht an den NRW-Umweltausschuss schildert Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das geplante Vorgehen an der Tongrube, die erst durch die illegale Einlagerung von Ölpellets Schlagzeilen schrieb und sich dann zu einem noch größeren Umweltskandal entwickelte. Eine vom Ministerium veranlasste Untersuchung kam zum Ergebnis, dass die bisherigen Absicherungssysteme wohl nicht ausreichen, um Gefahren für die Umwelt zu verhindern.

Vor allem giftige Inhaltsstoffe im Sickerwasser werden befürchtet. Der Wasserhaushalt der Tongrube soll nun untersucht werden. Der Kreis Wesel schickte das Untersuchungskonzept mit Zeitplan im Januar an Ministerium und Bezirksregierung und stieß bei der Prüfung auf Zustimmung. Michael Kerth, der das Gutachten im Auftrag des Ministeriums mitverfasste, wird bei der Planung sowie bei der Prüfung und Bewertung der Untersuchungsergebnisse dem Kreis zur Seite stehen.

Fachgutachter wurden beauftragt

„Die Betreiberfirma hat zur Durchführung der von Herrn Dr. Kerth formulierten Untersuchungen Fachgutachter beauftragt“, so das Umweltministerium. Auch die Finanzierung der Untersuchungen habe die Firma zugesagt. „Dies schließt nicht aus, dass die erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenbeurteilung und Gefahrenabwehr bei Erfordernis ordnungsbehördlich durchgesetzt werden können, sofern dies im Laufe des Prozesses erforderlich wäre.“

Bis Ende 2021 sollen laut Untersuchungskonzept die wesentlichen Ergebnisse zum Sickerwasser vorliegen. Anhand dieser sollen weitere technische Maßnahmen zur Absicherung der Umgebung in einer Machbarkeitsstudie erarbeitet werden. „Nach Vorlage der wesentlichen Ergebnisse zum Sickerwasser ist eine Sitzung mit dem Gahlener Bürgerforum vorgesehen.“ Dass man weiter in den Prozess eingebunden wird, darüber freut sich Stefan Steinkühler vom Gahlener Bürgerforum.

Koordinierungsgruppe lenkt Untersuchungen

Und nicht nur darüber: „Für die gesamte fachliche und gutachterliche Abstimmung wird eine Koordinierungsgruppe eingerichtet, in der das MULNV, die Bezirksregierung Düsseldorf, der Kreis Wesel sowie die von der Betreiberfirma beauftragten Fachgutachter und der seitens des Kreises Wesel beauftragte Sachverständige Herr Dr. Kerth vertreten sind“, so die Vorlage des Umweltministeriums (MULNV) für den Umweltausschuss. „Die Leitung dieser Koordinierungsgruppe liegt im MULNV.“

Die Koordinierungsgruppe soll den Untersuchungsprozess begleiten, für die Weiterentwicklung des Arbeits- und Zeitplans aufgrund von Zwischenergebnissen sorgen und Schlussfolgerungen aus den Untersuchungsergebnissen formulieren.

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Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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