Trasse: Dämmerwald wohl vom Tisch

Zeelink-Erdgasleitung

In Hecheltjens Scheune in Hamminkeln fand Montagabend eine weitere Informationsveranstaltung zur geplanten Zeelink-Erdgasleitung statt. Hauptaussage des Abends: Die Trassenführung durch den Dämmerwald ist offenbar vom Tisch.

Schermbeck

, 14.02.2017, 18:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trasse: Dämmerwald wohl vom Tisch

Nur ausgewiesen betroffene Grundstückseigentümer konnten sich den parzellenscharfen Verlauf der geplanten Leistungstrasse zeigen lassen.

Es war keine Pflichtveranstaltung im Rahmen des langwierigen Genehmigungsverfahrens, sondern eine zusätzliche Info-Veranstaltung. „Wir wollen rechtzeitig wissen, welche Wünsche die Betroffenen haben, damit wir diese Wünsche noch einbringen können, bevor das Planfeststellungsverfahren beginnt“, begründete der Projektleiter Franz-Josef Kißing den zusätzlichen Info-Abend. Von der Erdgasleitung der Firma Zeelink, die von der belgisch-deutschen Grenze bei Lichtenbusch bis Sankt Hubert bei Krefeld und in einem weiteren Abschnitt bis nach Legden bei Ahaus verlegt werden soll, sind auch die Gemeinden Schermbeck, Raesfeld und Hünxe sowie Hamminkeln betroffen.

Planfeststellungsverfahren

Noch ist das Raumordnungsverfahren nicht ganz abgeschlossen. „Im Sommer soll das Planfeststellungsverfahren beginnen“, teilte Presssprecher Helmut Roloff mit. Dann erst werde der präzise Trassenverlauf festgelegt. Im Planfeststellungsverfahren werden Betroffene und Träger öffentlicher Belange noch einmal gehört. Das Ergebnis, der Planfeststellungsbeschluss ist die öffentlich-rechtliche Zulassung der Leitungsbaumaßnahme, vergleichbar einer Baugenehmigung.

Alles deutet darauf hin, dass die am Montag festgestellte Trassenführung nicht mehr wesentlich geändert wird, sondern allenfalls im Detail und bis zu Abweichungen von wenigen Metern. Deutlich wurde, dass die von der Gemeinde Schermbeck und von den Landwirten vorgeschlagene Trassenführung durch den Dämmerwald offensichtlich vom Tisch ist. An Stellwänden wurde nämlich nur noch die von der Bezirksregierung befürwortete Trassenführung vorgestellt.

Öffentliche Gesprächsrunde

Außerdem wurden von Zeelink 120 Grundstückseigentümer dieser Trassenführung zu einer zweistündigen Informationsveranstaltung eingeladen, die nicht-öffentlich am Montag vor Beginn der öffentlichen Gesprächsrunde stattfand. Nur die eingeladenen Grundstückseigentümer hatten die Gelegenheit, sich von Zeelink-Mitarbeitern am Laptop die parzellengenaue Linienführung zeigen zu lassen.

Im nicht-öffentlichen Teil wurde laut gleichlautender Mitteilungen mehrerer Informanden auch über Planungsdetails gesprochen. Danach soll es einen 34 Meter breiten Arbeitsstreifen geben, der in großen Teilen nach Abschluss der Arbeiten wieder völlig frei bewirtschaftet werden kann. Lediglich ein zehn Meter breiter Bereich wird die Leitung als Schutzstreifen begleiten, der nur eingeschränkt genutzt werden kann, um die Leitung nicht zu beschädigen und den Zugang zwecks Reparaturen und Kontrollen zu ermöglichen. Für diesen Schutzstreifen zahlt Zeelink drei Euro pro Quadratmeter.

Leerrohre für Glasfaser

Seitens der Landwirte wurde angeregt, die Trassenführung zu nutzen, um gleichzeitig Leerrohre für eine spätere Glasfasernutzung zu verlegen. Für Rainer Kremer, Sprecher der Schermbecker Landwirte, wäre das ein guter Kompromiss, um zu verhindern, dass die Landwirte von ihrer Ankündigung, notfalls gerichtlich gegen die Trassenführung vorzugehen, Abstand nehmen könnten. Insgesamt verlief das Gespräch wesentlich ruhiger und rücksichtsvoller als das letzte Treffen bei Hartmann in Marienthal. Zeelink ist bereit, im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch einmal einen Info-Abend anzubieten. 

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